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Ein Abziehbild in Sepia

Porentief rein dank Retrodesign: «Die schwarzen Brüder» von Xavier Koller ist ein geschöntes Abziehbild einer historischen Tragödie. Doch das Frühwerk des Schweizer Oscarpreisträgers war um Klassen besser.

Umringt von den «Wölfen»: Giorgio (Fynn Henkel), Mailänder Kaminfegersklave aus dem Tessin.
Umringt von den «Wölfen»: Giorgio (Fynn Henkel), Mailänder Kaminfegersklave aus dem Tessin.
zvg

«Ciao Giorgio.» – «Ciao Alfredo.» – «Ciao Antonio.» Freundlich grüssen die schwarzen Brüder aus Xavier Kollers Jugendbuchverfilmung. Weniger freundlich sind die historisch verbürgten Umstände. Giorgio, Alfredo und Antonio sind Beispiele für eine bis ins 20.Jahrhundert praktizierte Tradition, Buben aus armen Tessiner Familien als Kaminfeger nach Mailand zu verkaufen. «Spazzacamini» wurden sie genannt, weil sie so klein und schmal waren, dass sie durch die engen Schlote passten. Grössere Bekanntheit erlangten sie durch den Jugendromanklassiker «Die Schwarzen Brüder» (1941) von Lisa Tetzner und Kurt Held.

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