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Gesichter, die Geschichten erzählen

Ein wunderbares Projekt: Eliane Baumgartner, freischaffende Fotografin aus Bolligen, hat in den vergangenen Jahren über sechzig betagte Frauen und Männer im Kanton Bern porträtiert – mit einem Foto, das sie als junge Erwachsene zeigt. Zugleich sammelte sie die Geschichten der Menschen. Nun erscheinen die Porträts in Buchform.

Oliver Meier
Die Magd: 103-jährig ist sie geworden, Sophie Bähler-Egger (1910–2013), geboren in Frutigen, gestorben in Bätterkinden. Bis zuletzt  wurde sie gepflegt von Tochter Maria Anna, ihrem «Engel auf Erden».  Sohn Hans Arnold war siebenjährig an Kinderlähmung gestorben. Für Sophie Bähler-Egger nicht die erste schwere Prüfung.
Die Magd: 103-jährig ist sie geworden, Sophie Bähler-Egger (1910–2013), geboren in Frutigen, gestorben in Bätterkinden. Bis zuletzt wurde sie gepflegt von Tochter Maria Anna, ihrem «Engel auf Erden». Sohn Hans Arnold war siebenjährig an Kinderlähmung gestorben. Für Sophie Bähler-Egger nicht die erste schwere Prüfung.
zvg
Der Dorfschmied:  An der Zuzwilstrasse in Jegenstorf wurde er geboren. An der Zuzwilstrasse in Jegenstorf starb er, im Kreise seiner Liebsten: Hans Baumgartner (1919–2013), Dorfschmied von Beruf. Er führte das Handwerk seines Vaters weiter, das auch das Handwerk seines Grossvaters war. Und alle hiessen Hans. Ein bescheidenes, arbeitsames Leben hat er geführt. Nur drei Mal war er   weg von zu?Hause.
Der Dorfschmied: An der Zuzwilstrasse in Jegenstorf wurde er geboren. An der Zuzwilstrasse in Jegenstorf starb er, im Kreise seiner Liebsten: Hans Baumgartner (1919–2013), Dorfschmied von Beruf. Er führte das Handwerk seines Vaters weiter, das auch das Handwerk seines Grossvaters war. Und alle hiessen Hans. Ein bescheidenes, arbeitsames Leben hat er geführt. Nur drei Mal war er weg von zu?Hause.
zvg
Einmal während des Kriegs, als seine Einheit im Luzernischen stationiert war. Dort lernte er seine Frau kennen. Die Flitterwochen, sie waren die ersten und einzigen Ferien, die sich das Paar gönnte. «Das Schönste», sagte Hans Baumgartner im Rückblick, «war die Geburt meiner Söhne.»
Einmal während des Kriegs, als seine Einheit im Luzernischen stationiert war. Dort lernte er seine Frau kennen. Die Flitterwochen, sie waren die ersten und einzigen Ferien, die sich das Paar gönnte. «Das Schönste», sagte Hans Baumgartner im Rückblick, «war die Geburt meiner Söhne.»
zvg
Die Schneiderin: Sie wollte Lehrerin werden, doch der Wunsch blieb ihr verwehrt. Der Krieg. Die Finanzen. Gertrud Ryser (geboren 1924) ging ins Welschland, kehrte zurück ins Emmental, machte eine Lehre als  Damenschneiderin, arbeitete von zu Hause aus. Als Selbstständige. Freizeit? Hatte sie selten. Und wenn, dann ging sie tanzen.
Die Schneiderin: Sie wollte Lehrerin werden, doch der Wunsch blieb ihr verwehrt. Der Krieg. Die Finanzen. Gertrud Ryser (geboren 1924) ging ins Welschland, kehrte zurück ins Emmental, machte eine Lehre als Damenschneiderin, arbeitete von zu Hause aus. Als Selbstständige. Freizeit? Hatte sie selten. Und wenn, dann ging sie tanzen.
zvg
Beim Tanzen, eines Abends, lernte sie einen Mann namens Gottfried Ryser kennen. Schon am Tag darauf rief er an. Sie heirateten, bezogen den Bauernhof von Gottfrieds Eltern in Breitenegg. Die Rysers, sie führten ein bescheidenes, doch zufriedenes Leben. Vier Kinder brachten sie zur Welt. Die Kinderkleider nähte Gertrud Ryser fast alle selber.
Beim Tanzen, eines Abends, lernte sie einen Mann namens Gottfried Ryser kennen. Schon am Tag darauf rief er an. Sie heirateten, bezogen den Bauernhof von Gottfrieds Eltern in Breitenegg. Die Rysers, sie führten ein bescheidenes, doch zufriedenes Leben. Vier Kinder brachten sie zur Welt. Die Kinderkleider nähte Gertrud Ryser fast alle selber.
zvg
Der Gastwirt: Den Gasthof Sternen in Koppigen:  Hans-Ulrich Schöni (geboren 1923) übernahm ihn von seinen Eltern, und er führte ihn  lange Jahre mit seiner Frau Gertrud.  Viel und hart haben sie gearbeitet, bis der Sohn  den Gasthof übernahm.  Dennoch war Hans-Ulrich Schöni immer viel mehr als «bloss» Gastwirt.  In vielen Vereinen war er aktiv.
Der Gastwirt: Den Gasthof Sternen in Koppigen: Hans-Ulrich Schöni (geboren 1923) übernahm ihn von seinen Eltern, und er führte ihn lange Jahre mit seiner Frau Gertrud. Viel und hart haben sie gearbeitet, bis der Sohn den Gasthof übernahm. Dennoch war Hans-Ulrich Schöni immer viel mehr als «bloss» Gastwirt. In vielen Vereinen war er aktiv.
zvg
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Alles begann mit einer Hausaufgabe: eine Porträtserie von mindestens fünf Bildern – so lautete der Auftrag an Eliane Baumgartner (Jahrgang 1979) bei ihrer Ausbildung zur Fotografin. Bei einem Besuch ihres Grossvaters kam sie auf die Idee, ein Jugendfoto mit ins Bild zu rücken.

Statt fünf kamen am Ende 64 Porträts zusammen. «Es war die Spannung zwischen Jung und Alt, die mich fasziniert hat», so Baumgartner. Nun erscheinen die Porträts in Buchform. Sabine Schmid redigierte die Texte und ergänzte sie mit der Rubrik «Anno dazumal».

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