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Französischer Videokünstler macht Leerstellen sichtbar

Im Museum für Gegenwartskuns in Basel macht der Videokünstler Pierre Huyghe auf verblüffende Weise die Zeit sichtbar.

Wie Pierre Huyghe Zeit sichtbar macht: Bruno Ganz in den Filmszenen von 1977 (links und rechts) und von heute (Mitte).
Wie Pierre Huyghe Zeit sichtbar macht: Bruno Ganz in den Filmszenen von 1977 (links und rechts) und von heute (Mitte).
PD

Der Tod wartet gegenüber: In Wim Wenders’ «Der amerikanische Freund» (1977), der Verfilmung eines Patricia-Highsmith-Krimis, holt Bruno Ganz als Auftragskiller die Mordwaffe ab. Dazu muss er vom Pariser Hotelzimmer über eine Brücke auf die andere Seite der Seine bummeln, wo sein Auftraggeber wartet. Doch lässt der Film den Spaziergang aus: Dazwischen liegt ein Schnitt, ein Zeitsprung: eine Ellipse. «L’Ellipse» heisst auch eine Videoinstallation des französischen Künstlers Pierre Huyghe (1962), dessen Werke das Basler Museum für Gegenwartskunst in einer kleinen zweiteiligen Schau ausstellt. Für ihn legt Bruno Ganz zwanzig Jahre später den schicksalhaften Weg zurück. Die Dreifachprojektion zeigt zwei Filmszenen: In der linken verlässt Ganz das Zimmer, in der rechten kommt er am anderen Ufer an. In der Mitte begleitet Huyghe in einer neu gedrehten, komplizierten Einstellung ohne Schnitt den gealterten Ganz von der einen Seite zur anderen.

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