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Was packt?

Welches ist der beste Fernsehfilm des Jahres? Bei der Suche nach dem eindrucksvollsten 90-Minüter hat bei 3sat das Publikum das Wort. Im Rennen ist auch die Schweizer Produktion «Zwiespalt».

Ausschaffung: Beim ersten Rückführungsflug von Linda Berger (Isabelle Barth) geht etwas schief. Szene aus dem nominierten SRF-Spielfilm «Zwiespalt».
Ausschaffung: Beim ersten Rückführungsflug von Linda Berger (Isabelle Barth) geht etwas schief. Szene aus dem nominierten SRF-Spielfilm «Zwiespalt».
zvg/SRF

Beim 3sat-Zuschauerpreis dürfen Filmfans innerhalb von sechs Tagen die zwölf Werke sehen, die nach Expertenmeinung in der jüngeren Zeit aus dem Programm herausragten, und dann ihren Favoriten wählen. Von der Komödie über die Tragödie bis zum üppigen Historiendrama ist alles ­dabei, wenn der Kulturkanal 3sat in den nächsten Tagen zum Zuschauen und Abstimmen einlädt und mit seiner Auswahl auch zeigt, wie gut Fernsehen abseits fragwürdiger Kuppelshows oder pseudoechter Realitysoaps immer noch sein kann.

Cybermobbing und Historie

Den Anfang macht am Samstag das Drama «Zuckersand» (20.15 Uhr) über zwei befreundete Jungen in der DDR der späten 70er-Jahre. Das einfühlsame Werk schildert den Alltag im real existierenden Sozialismus aus der Sicht von Kindern und wurde von Kritikern als Ausnahmefilm gefeiert. Im Anschluss daran läuft um 21.45 Uhr das Cybermobbing-Drama «Nackt. Das Netz vergisst nie» mit Felicitas Woll als Mutter eines Teenager-Girls, dessen private Nacktfotos im Internet landen und das so lange terrorisiert wird, bis es im Selbstmord den letzten Ausweg sieht. Es ist unter den zwölf nominierten Filmen die einzige Produktion eines Privatsenders (Sat 1), die anderen sind öffentlich-rechtliche Beiträge.

Am Sonntag geht die Filmwoche mit dem Historiendrama «Katharina Luther» (20.15 Uhr) weiter, das im Februar das Reformationsjahr im TV-Programm einläutete. Das interessante Kostümepos beleuchtet die Rolle von Martin Luthers (Devid Striesow) Ehefrau Katharina von Bora, gespielt von Karoline Schuch. Um 22 Uhr läuft am selben Tag die prominent besetzte Tragödie «Familienfest» mit Günther Maria Halmer als tyrannischem Familienoberhaupt, an dessen 70. Geburtstag die scheinheilige Fassade der Sippe einreisst.

Im Hafturlaub zum Mörder

Auch nach dem Wochenende wird das TV-Festival mit jeweils zwei Filmen täglich fortgesetzt. Schliesslich folgt am Abschlussabend, 30. November, auch eine Produktion des Schweizer Fernsehens. In «Zwiespalt» kämpft Roman Mettler, ein forensischer Psychiater (Martin Rapold), um seine Existenz. Er hat das Gutachten eines Gefängnisinsassen geschrieben – der nicht aus dem Hafturlaub zurückkehrt und dort zum mutmasslichen Mörder einer Violonistin wird.

Die Zuschauer können per Telefon und im Internet bis zum 1. Dezember ihre Stimme abgeben. Der Sieger wird am 1. Dezember beim Fernsehfilmfestival Baden-Baden bekannt gegeben, wo die zwölf Werke ebenfalls gezeigt werden und um weitere Preise konkurrieren.

Im Vorjahr war der Zuschauerpreis für eine Überraschung gut: Mit «Ein Teil von uns» setzte sich ein leises Mutter-Tochter-Drama gegen starke Konkurrenz durch, darunter der «Tatort» «Wer bin ich» mit Ulrich Tukur.

3sat-Zuschauerpreis: ab Samstag, 25. November, 20.15 Uhr, 3sat.

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