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Überlieferte Gefühle

Die Serie «14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs», gestern auf SRF angelaufen, ist ein aufwendiges multimediales Projekt. Private Notizen von Menschen aus ganz Europa dienen zur Rekonstruktion der Kriegsjahre.

Martin Ebel

Der Aufwand ist erst einmal beeindruckend. Vier Jahre Recherchen in etlichen Ländern, 1000 Tagebücher, 200 Stunden Filmmaterial gesichtet, renommierte Historiker im Beraterteam. Alles für ein grosses multimediales Projekt, für sechseinhalb Stunden Fernsehen, DVD, Bücher, ein opulentes Webangebot: «14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs» ist der Beitrag von Arte, dem ORF und drei deutschen Sendern zum historischen Jubiläum dieses Jahres.

Dass die acht Fernsehfolgen vollständig nur auf dem Kultursender Arte zu sehen waren, dass das deutsche «Erste» – den Namen möchte man in diesem Zusammenhang nur höhnisch aussprechen – sie auf die Hälfte zusammenstrich, dass auch das Schweizer Fernsehen nur die verstümmelte Fassung ausstrahlen mochte, zudem zu nachtschlafender Zeit (gestern begann die erste Folge um 22.55 Uhr, die zweite nach Mitternacht): Das sagt alles über eine öffentlich-rechtliche Kultur, die zwar gern Geld ausgibt, das Ergebnis, wenn es nur irgendwie nach Anspruch riecht, aber gern versteckt, nach dem Motto: Bringen wirs hinter uns. Die melodramatischen Geschichtsdokus eines Guido Knopp gab es dafür jahrzehntelang im ZDF zur besten Sendezeit.

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