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TV-Kritik: Die Ministergattin und die Pädophilen-Falle

In einem Buch kritisierte Stephanie zu Guttenberg die Medien für ihre jugendgefährdenden Inhalte. Nun hat sie mit «Tatort Internet» ihre eigene reisserische Show auf dem Trashsender RTL 2.

Ein verzweifelt klingender Chor ertönt und vermischt sich mit schreienden Kinderstimmen, Paukenschlägen und seufzenden Trompeten. «Das Internet: Tummelplatz für pädosexuelle Täter» und «Der grösste Tatort der Welt» kündigt eine tiefe Stimme aus dem Off an. Moderator Udo Nagel stimmt mit ein in den Abgesang und schürt die Emotionen. «Kriminelle Machenschaften im Internet nehmen täglich enorm zu», weckt er die Ängste der Zuschauer.

Nagel ist ehemaliger Polizist und war von 2004 bis 2008 Innenminister Hamburgs. Er hat grauweisses Haar, trägt Brille, Anzug und Krawatte – er würde sich auch im öffentlich-rechtlichen «Aktenzeichen XY ... ungelöst» gut machen. Neben ihm steht Stephanie zu Guttenberg. Im September veröffentlichte die Frau des deutschen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zusammen mit der Journalistin Anne-Ev Ustorf das kontrovers diskutierte Buch «Schaut nicht weg! Was wir gegen sexuellen Missbrauch tun müssen». Dezent geschminkt, mit blonden Haaren und stählernem Blick steht sie da. Ihr hochgeschlossenes Oberteil schimmert in edlem Grau und signalisiert Anstand und Seriosität.

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