Zum Hauptinhalt springen

Sieben Schweizer Musiker haben sich auf Gran Canaria gern

Die neue TV-Show «Sing meinen Song» hat etwas vom «Bachelor». Wieso sie trotzdem nicht nur peinlich und seicht ist.

Die Künstler knuddeln sich häufig, päppeln sich auf und sind sich einig. Foto: TV24
Die Künstler knuddeln sich häufig, päppeln sich auf und sind sich einig. Foto: TV24

Stefanie Heinzmann wischt sich im Vorspann ihre Tränen ab; in Zeitlupe. «Mich hets emotional grad wirkli üsenandgebrösmelot», sagt die Walliserin – und setzt damit den Tenor für die Sendung «Sing meinen Song».

Dann kreist ein Helikopter über Gran Canaria. Heinzmann, Francine Jordi, der Plüsch-Sänger Ritschi, Loco Escrito und Marc Storace von Krokus steigen aus. Seven begrüsst alle, er ist der Gastgeber und moderiert.

Francine Jordi, Marc Storace, Seven, Stefanie Heinzmann, Ritschi, Steff la Cheffe und Loco Escrito covern ihre Songs gegenseitig. Foto: TV24
Francine Jordi, Marc Storace, Seven, Stefanie Heinzmann, Ritschi, Steff la Cheffe und Loco Escrito covern ihre Songs gegenseitig. Foto: TV24

Knuddeln und aufpäppeln

Alle Künstlerinnen singen in der ersten Folge ein Lied von Stefanie Heinzmann. Das nächste Mal sind die Songs von jemand anderem aus der Runde dran. In Deutschland hatte das Format grossen Erfolg. Jetzt wird es in der Schweiz adaptiert – wie so oft.

Auf den Ledersofas in der Casa Leon knuddeln sich die Musiker häufig, päppeln sich auf und sind sich einig. Stefanie Heinzmann sei aufopfernd (Seven), ihr souliger Pop suche seinesgleichen (Ritschi), und sie sei vermutlich ein gutes Vorbild für Frauen (Loco Escrito). Der Zürcher Latino-Popper wirkt mit seinem weissen Hemd wie der Bachelor, wenn er sagt, wie ihn der Prosecco beschwipst. Und wenn Stefanie Heinzmann erzählt, wie gern sie alles mit allen teilt und alle freudig nicken, dann ist das alles ein bisschen zu niedlich.

Nicht plumpes Kalkül

Doch «Sing meinen Song» als seichte Reality-TV-Show abzukanzeln, ist zu simpel. Dafür sind die Charaktere zu kantig – und die Mischung ist frisch. Die Rapperin Steff La Cheffe etwa passt so gar nicht nach Gran Canaria, macht aus Heinzmanns «Stranger in This World» eine Mundarthymne über einen «fremden Fötzel». Der Rocker Marc Storace ist alles andere als ein aalglatter Showman.

Sie macht dieses Format erfrischend: Steff La Cheffe. Foto: TV24
Sie macht dieses Format erfrischend: Steff La Cheffe. Foto: TV24

Und auch Stefanie Heinzmann entflieht dem Kitsch rasch. Wenn sie von einem Tagebucheintrag erzählt, den sie mit 17 in einer psychiatrischen Klinik geschrieben hat, dann wirkt das nicht, als sei es plumpes Kalkül des Sendungsscripts.

Am Schluss der Sendung ehrt Stefanie Heinzmann die beste Interpretin. Sie überreicht keine Rose wie beim Bachelor, sondern einen Kaktus. Alles ist hier eben doch ein bisschen stacheliger.

«Sing meinen Song – das Schweizer Tauschkonzert»: TV24, jeweils Freitag um 20.15

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch