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Moskau will «South Park» verbieten

Nachdem ein evangelischer Kirchenverband gegen die US-Zeichentrickserie protestierte, will die Moskauer Staatsanwaltschaft «South Park» nun verbieten.

Kann Humor extremistisch sein? Auf jeden Fall, meint die Moskauer Staatsanwaltschaft. Im Visier hat sie die Zeichentrickserie «South Park». Die Serie schüre den Hass zwischen den Konfessionen und soll deshalb aus dem russischen Fernsehen verschwinden, wie es in einer am Dienstag im Internet veröffentlichten Erklärung der Staatsanwaltschaft heisst.

Ein evangelischer Kirchenverband hatte im Januar gegen die Serie protestiert, weil sie Pädophilie und Homosexualität propagiere und einen «Kult der Grausamkeit» betreibe. Nun wurde der Trickfilmkanal 2×2, der die Serie ausstrahlt, durch ein offizielles Gericht angemahnt. Dazu gab es folgende Erklärung: «Diese Serie kann negative Reaktionen bei einer Mehrzahl der Zuschauer auslösen, da sie die Gefühle gläubiger Menschen unabhängig von deren Konfession beleidigt und ethnische Konflikte auslösen kann.»

Die Leitung von 2x2 weist die Vorwürfe zurück und betont, dass sich die Serie an Erwachsene richte und zu entsprechenden Sendezeiten ausgestrahlt werde. Julia Solowjow, Direktorin der Firma Prof Media, zu der 2x2 gehört, kommentierte vor kurzem in der «Süddeutschen Zeitung»: «Wir leben in einer säkularen Welt und einem keineswegs puritanischen Staat. Aus juristischer Sicht ist es deshalb sehr seltsam, wenn Evangelikale, Baptisten und Adventisten die Belange eines Fernsehsenders regeln wollen.»

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