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Hilflosigkeit in Hochform

Im aktuellen «Tatort» bekommen alle ihr Fett ab: Der «Berufstolerante», der deutsche Spiessbürger, der türkische Drogenkönig und «die arme Sau» aus Senegal.

Noch ein Flüchtlings-«Tatort»: gut so! Das erste Opfer ist eine blondbezopfte Sechsjährige, die auf dem Spielplatz gestreckte Drogen findet, verpackt wie Bonbons: tödliche Fundstücke. Wie die Regie des preisgekrönten israelischen Wahl-Berliners Dror Zahavi da, gleich am Anfang von «Kollaps», den Schock und Schmerz von Emmas Mutter in kleine Einstellungen zerlegt und mit Halleffekten unterlegt, macht jeder voyeuristischen Schaulust den Garaus. Und dreht dem Zuschauer gerade so das Herz im Leib um.

Das zweite Opfer – weitere werden folgen – ist eine Achtzehnjährige aus dem Senegal: Auch sie wird im Dreck liegen, auf einem verratzten Gelände im verratzten Stadtteil Dortmund-Nordstadt, der just vor ein paar Monaten wieder mit Gewaltexzessen für Schlagzeilen sorgte. Die junge Schwarze hat das Kokain während einer Razzia im Sandkasten vergraben. Vier Jahre war sie auf der Flucht gewesen, war missbraucht und vergewaltigt worden, bevor sie es über Lampedusa nach Dortmund geschafft hatte: «Eine geschundene Seele bis zum Schluss», sagt die Rechtsmedizinerin. Naria hatte von Integration geträumt und doch in einem Leben als Strassendealer festgesteckt.

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