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So wie ich spreche, so bin ich auch

Der renommierte Germanist Peter von Matt hat sich im «Tages-Anzeiger» vom letzten Samstag kritisch mit der Schweizer Mundart auseinandergesetzt. Seine pointierten Äusserungen erregen die Gemüter – und die Geister. Weshalb eigentlich?

«Schaffe» gegen «arbeiten»: Im Zürichdeutsch-Kurs für Fortgeschrittene lernen vor allem deutsche Zuwanderer den lokalen Dialekt.
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Keystone

Manchmal spricht die Philosophie die Sprache des Alltags. Martin Heidegger formulierte 1927 einen knappen Satz, der für Resonanz in ganz Europa sorgte. Er ist schlicht und lautet ergreifend: «Die Sprache ist das Haus des Seins.» Es bedarf keines Studiums, um ihn zu verstehen: Die Art und Weise, wie ich denke und fühle, hat entscheidend mit der Sprache zu tun, die ich spreche. Es ist also keineswegs so, dass die Sprache als Fremdkörper zum Erleben dazukommt, sondern sie ist immer schon da und prägt mein Empfinden von Anfang an. So wie ich spreche, so bin ich auch, könnte man etwas zuspitzen. «Sprich, damit ich dich sehe», soll Sokrates einmal gesagt haben.

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