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Öff Öff erklimmt jetzt Bäume

Die Tanzgruppe Öff Öff ist zurück. Nicht mehr ganz so atemberaubend spektakulär wie damals unter der Berner Kirchenfeldbrücke. Jetzt geht es verträumt-poetisch durch den Wald.

Poetischer Waldausflug: Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe Öff Öff im Seilpark im Berner Dählhölzli.
Poetischer Waldausflug: Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe Öff Öff im Seilpark im Berner Dählhölzli.
Anna Meier

Unter der Kirchenfeldbrücke, auf riesigen, schwingenden Metallgestellen oder in Plastikschläuchen drehten, schwangen und robbten sie, die Tänzerinnen und Tänzer von Öff Öff. Die Berner Gruppe schuf bleibende Bilder, wann immer sie auftrat. Produktionen wie «Orbite» tourten im In- und Ausland.

Es war ein Spektakel, genährt durch die grossen Visionen der Choreografin Heidi Aemisegger. Ein Spektakel, das sich letztlich aber nicht rechnete. Aemisegger gab auf, enttäuscht davon, dass ihr Erfolg nicht die ­erhoffte Unterstützung der Geldgeber erhielt. Dann wurde es ruhig um Öff Öff. Manche hielten die Gruppe für tot.

Wie sich jetzt herausstellt, ist dem nicht so. In Bern gab es seit «Le vent nous portera» kein Stück mehr zu sehen. Doch die Gruppe, mittlerweile unter der Leitung von Alexa von Wehren, die seit 2003 mitgetanzt hat, blieb nicht untätig. Die 45-Jährige verschob ihr Wirkungsfeld in Richtung Basel und zeigte dort 2016 die Produktion «Zwischen_räume».

Ästhetische Ansprüche

Nun ist Öff Öff mit einem neuen Stück zurück in Bern. «Zwischen_ Bäumen» heisst die Produktion und spielt genau dort, im Wald, beim Seilpark Ropetech im Berner Dählhölzli. An verschiedenen Stationen im Wald tanzen die fünf Tänzerinnen und Tänzer in der Höhe und am Boden. Es werde ein «poetischer Waldausflug», sagt von Wehren.

Geben sich die Fans von damals, die sich an halsbrecherische Shows gewöhnt haben, mit dem Wald zufrieden? Darüber verliere sie nicht allzu viele Gedanken, sagt von Wehren. «Wir haben Vertrauen in unsere Ideen.» Ganz so imposant wie einst wirds nicht. Doch Öff Öff bleibt Öff Öff: Auf der Naturbühne verschmelzen Tanz und Akrobatik zwischen Boden und Hochseil – mit hohen ästhetischen Ansprüchen und entsprechendem technischem Aufwand.

Ungewohnte Kulisse

«Wir haben noch nie so viel Kabel ausgelegt wie für diese Produktion», sagt von Wehren. «Der Wald mag nicht so monumental sein wie die Kirchenfeldbrücke, in seiner Art dafür aber umso ungewohnter als künstlerische Kulisse und daher um so berührender, da ihn jeder kennt und doch noch nie so erlebt hat.»

Orte neu zu erleben durch neuartigen Tanz – das war schon der Anspruch, als die Visionen noch in den Himmel ragten. Jetzt tun das nur noch die Bäume. Aber auch darauf und dazwischen lässt es sich vortrefflich tanzen.

«Zwischen_Bäumen»: ab Donnerstag, 16.8., 20.15 Uhr, Seilpark Ropetech, Bern. Bis 31.8. www.oeffoeff.ch

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