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Die Melodie der Republik

Keinen ihrer Mitbürger mögen die Franzosen so sehr wie den stillen Liedermacher Jean-Jacques Goldman.

Bescheiden im Auftritt, eine Spur selbstironisch: Der Franzosen liebster Liedermacher, Jean-Jacques Goldman.
Bescheiden im Auftritt, eine Spur selbstironisch: Der Franzosen liebster Liedermacher, Jean-Jacques Goldman.

Man glaubt ja, Popularität leicht erklären zu können. Die Kriterien scheinen allzu offensichtlich zu sein, zum Beispiel dieses: Bühnenpräsenz, gut dosiert. In Frankreich aber ist ein Mann der populärste, alljährlich erörtert von der Sonntagszeitung «Journal du Dimanche», der die Bühne der Öffentlichkeit längst verlassen hat: Jean-Jacques Goldman, auch als JJG bekannt, 62, Sänger und Liedermacher und Produzent. Vor zehn Jahren hörte er auf, ohne Abschiedstournee, zog nach Marseille, weil ein Mann auch einmal nur für die Familie da sein müsse. Seither sieht man ihn kaum noch. Er gilt als reserviert, ohne Profilneurose, als normal eben. Natürlich, die Radios spielen seine Hits mit wohltuender Regel­mässig­keit: Etwa «Il suffira d’un signe», «Envole-moi», «Je te donne» oder «Puisque tu pars». Die meisten dieser Lieder sind 30 Jahre alt. Ein Rätsel?

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