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«Die gemeinsame Wohnung ist die erste Weichenstellung»

Viele Paare wollen nicht mehr zusammenziehen. Bedenklich, findet der Psychologe Guy Bodenmann.

Nähe und Distanz ausbalancieren: Manchmal schwierig (Szene aus dem Film «3 Zimmer/Küche/Bad»). Foto: dpa
Nähe und Distanz ausbalancieren: Manchmal schwierig (Szene aus dem Film «3 Zimmer/Küche/Bad»). Foto: dpa

Stimmt der Eindruck, dass immer mehr junge Paare den Schritt des Zusammenlebens nicht mehr wagen? Viele tun sich schwer damit. Gerade heute Morgen habe ich im Zug etwas Interessantes gesehen, das mir paradigmatisch scheint für unsere Zeit: In einem Zeitungsartikel ging es um Untreue, und die Frau sagte dort sinngemäss, sie habe nicht gesündigt, sondern genossen. Auf der einen Seite haben wir den Anspruch auf Freiheit – ich will spüren, was mir guttut – , auf der andern Seite wünscht man sich trotzdem Geborgenheit und Zuneigung. Die beiden Pole sind antagonistisch. Sie können nicht beides haben, sondern müssen Kompromisse eingehen. Zusammenleben fordert viele Kompromisse.

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