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Der japanische Kaiser ehrt Judi Dench

Der mit je 15 Millionen Yen (rund 155'000 Franken) dotierte Kunstpreis Praemium Imperiale geht in diesem Jahr an Judi Dench, Anish Kapoor, Ricardo Legorreta, Seiji Ozawa und Bill Viola.

Auszeichnung für das Lebenswerk: Die britische Schauspielerin Judi Dench.
Auszeichnung für das Lebenswerk: Die britische Schauspielerin Judi Dench.
Keystone

Die britische Schauspielerin Dench bekommt den Preis in der Kategorie Theater/Film, der britisch-indische Künstler Kapoor in der Kategorie Skulptur, der Mexikaner Legorreta in der Kategorie Architektur, der japanische Dirigent Ozawa in der Kategorie Musik und der US-Videokünstler Viola in der Kategorie Malerei.

Die Preisträger werden mit der Auszeichnung für ihr einzigartiges Lebenswerk, ihren Einfluss auf die internationale Kunst und die weltweite gesellschaftliche Bedeutung ihrer Werke geehrt. Die feierliche Preisverleihung ist am 19. Oktober in Tokio.

Die 1934 geborene Dench begann ihre Karriere als Schauspielerin am Theater in Stücken von William Shakespeare. In Spielfilmen trat sie selten auf, bis sie als «M» in «Golden Eye» (1995) besetzt wurde und diese Rolle seitdem in jedem James-Bond-Film verkörperte.

Dench gewann den Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle der Elizabeth I. in «Shakespeare in Love» (1998). Der britisch-indische Bildhauer Kapoor wurde mit seinen monochromen Grossplastiken international bekannt. Jüngst zeigte er im Grand Palais in Paris die Monumentalskulptur Leviathan.

Preis geht erstmals nach Mexiko

Viola leistete mit seinen oft als «bewegte Malerei» bezeichneten Werken Pionierarbeit in der Videokunst. Mit der Auszeichnung für Legorreta geht der Praemium Imperiale erstmals an einen mexikanischen Künstler. Der Architekt kombiniert traditionelle Bauweisen seines Heimatlandes mit der westlichen Moderne.

Mit dem 1935 in China geborenen Ozawa wird Japans meist gefeierter Dirigent ausgezeichnet, dessen Repertoire von Werken der Klassik über die der späten Romantik bis zu den Komponisten des 20. Jahrhunderts reicht. Seine Bekanntheit verdankt er grösstenteils seinem 29 Jahre langen Wirken als Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra.

Für 2012 plant er, die musiklalische Leitung des jährlichen Waldbühnenkonzert der Berliner Philharmoniker zu übernehmen. Den mit fünf Millionen Yen (52'000 Franken) dotierten Nachwuchspreis «Grant for Young Artists» teilen sich das Royal Court Young Writers Programme und die Southbank Sinfonia aus London.

Interkulturelle Verständigung

Die Japan Art Association verleiht den Preis, der als «Nobelpreis der Künste» gilt, unter der Schirmherrschaft des Kaiserhauses zum 23. Mal. Er soll von Japan aus einen aktiven Beitrag zur interkulturellen Verständigung und zum Austausch innerhalb der Weltgemeinschaft durch die Künste senden.

Zu den bisherigen 108 Preisträgern gehören unter anderen Rebecca Horn, Sophia Loren, Pina Bausch, Daniel Barenboim, Georg Baselitz, Norman Foster, Anselm Kiefer und Ken Loach.

dapd/net

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