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Das Aarephantom, Teil 5: Frieder

Was wollen zwei Teenager in einem vornehmen Tennisclub in Muri? Das ist Teil fünf des Aare-Krimis der Kulturredaktion.

Was bisher geschah: In der Aare findet Schleusenwärter Sebastian Balsiger wiederholt alte Bierflaschen. Darin sind jeweils 1000 Franken und ein Zettel, an wen die Spende gehen soll. Ganz Bern rätselt darüber, wer der Spender sein könnte. Lesen Sie hier die bisher erschienenen Teile nach.

Frieder liegt hart am Wind. Der Neuenburgersee bäumt sich auf wie der Atlantik, das Segel knallt in den Böen, keiner hier draussen ausser ihm, dem alten Seemann. Er stellt sich vor, mit der Shirley bei Sturm auf offener See zu segeln. Keine Chance hätten sie, er und die kleine Jacht, welche ihm die von Wattenwyl vermacht hat, zusammen mit all dem Geld. Shirley von Wattenwyl! Er lacht auf, trotz Anstrengung, zwingt das Boot Richtung Ufer und denkt an die kinderlose alte Dame, der er ab und zu in Haus und Garten geholfen hat. War mal eine gute Tennisspielerin, immer hoch konzentriert auf dem Platz. Einmal hat sie mich sogar geschlagen, gut, ich hatte einen schlechten Tag – Frieder pfeift durch die Zähne. Der Wind legt sich etwas, Frieder entspannt sich. Eine Bugwelle schwappt ihm ins Gesicht, ärgerlich verscheucht er die Erinnerungen, die ihn zu sehr ablenken. «Wirst alt», schilt er sich, und regt sich gleich nochmals auf über sich und die Selbstgespräche, bei denen er sich immer öfter ertappt. Jetzt vibriert auch noch das Handy in seiner durchnässten Hosentasche.

Illustrationen: iStock/Bearbeitung BZ
Illustrationen: iStock/Bearbeitung BZ

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