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Als Berns Drogenelend sichtbar war

Die BZ-Fotos aus den 90er-Jahren zur Drogenproblematik in der Stadt und im Kanton Bern haben nichts von ihrer verstörenden Wirkung verloren. Fotorealismus pur, der nachdenklich macht.

René Wüthrich
Unheimliche Begegnungen in der Bubenbergunterführung am Bahnhof Bern waren Alltag, vor allem wenn es kalt war, hier am 28. Oktober 1997.
Unheimliche Begegnungen in der Bubenbergunterführung am Bahnhof Bern waren Alltag, vor allem wenn es kalt war, hier am 28. Oktober 1997.
Foto: Daniel Fuchs; Bildredaktion: René Wüthrich

Als in den 80er-Jahren in Bern eine offene Drogenszene entstand, wurde das Elend vieler Drogenabhängiger sichtbar. Die Bilder erinnern in ihrer Wucht an Kriegsfotografien. Wenn je Realismus in der Fotografie die zwingende Kraft entfaltet, Zustände zu verbessern, dann hier.

Die Anzahl der Drogentoten gehörte zu den täglichen Nachrichten. Am 14. April 1991 meldet die Agentur für das Jahr 1991 «405 Drogentote, 125 mehr als im Vorjahr. Die Zahl Heroinabhängiger stieg um 32%, Kokain um 19%». Aber die Drogenpolitik blieb umkämpft. Moralische Vorstellungen, ein alter Hauch von Zucht und Ordnung und von Abstinenz prägten die Haltung vieler Menschen und die Debatten.

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