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Tabea Steiner auf Buchpreis-Liste

Die Gründerin des Thuner Literaturfestivals Literaare gehört zu den fünf Nominierten für den Schweizer Buchpreis.

Urs Jaudas

Gleich mit ihrem ersten Roman landet die Berner Literaturveranstalterin Tabea Steiner (38) einen Grosserfolg: «Balg» ist für den Schweizer Buchpreis nominiert. Neben Steiner buhlen vier weitere Autorinnen und Autoren um den Preis, der am 10. November in Basel vergeben wird: Sibylle Berg («GRM. Brainfuck»), Simone Lappert («Der Sprung»), Alain Claude Sulzer («Unhaltbare Zustände») und Ivna Žic («Die Nachkommende»). Der Preisträger oder die Preisträgerinerhält 30'000 Franken.

«Balg» handelt von Antonia und Chris, die gerade aufs Land gezogen sind und ihr erstes Kind bekommen haben. Sie fühlen sich isoliert und überfordert. Mit kurzen, brutalen Sätzen lässt Tabea Steiner die Hoffnung platzen, dass diese Familie bald zusammenfindet. So beschreibt sie, wie Chris eines Abends im Internet surft: «Chris öffnet ein paar Seiten,es gibt durchaus bezahlbare Wohnungen in der Stadt. Für sich allein bräuchte er nicht viel Platz.» Bald trennt sich das Paar. Im Fokus steht von nun an der gemeinsame Sohn Timon. Es ist die alltägliche und grausame Geschichte eines missverstandenen Kindes. Die Buchpreis-Jury schreibt in ihrer Begründung, Tabea Steiner zeichne die unheilvolle Entwicklung «in einer einfachen, lakonischen Sprache mit glasklaren Bildern nach».

Vor ihrem Romandebüt hat sich Tabea Steiner als Literatur­veranstalterin einen Namen gemacht. Sie hat das Thuner Literaturfestival Literaare ins Leben gerufen. Zudem organisiert sie das Lesefest Aprillen, das jährlich im Stadtberner Schlachthaus-Theater statt­findet. Doch die 38-Jährige ist nicht nur im Raum Bern tätig, sondern auch auf nationaler Ebene: Sie sitzt in der Jury, welche die Schweizer Literaturpreise vergibt.

Inzwischen lebt Tabea Steiner in Zürich, wo sie neben ihrer Schreibtätigkeit Stellvertretungen an Primarschulen macht. Sie ist «der Liebe wegen» dorthin gezogen. In Bern hatte sie früher Germanistik und Geschichte studiert und in Thun gewohnt. Ursprünglich stammt sie allerdings aus der Ostschweiz. Dort ist Tabea Steiner in einem 300-Seelen-Dorf aufgewachsen. Das kleingeistige Umfeld, in dem «Balg» spielt, kennt sie also aus eigener Erfahrung.

Tabea Steiner: «Balg», Edition Bücherlese, 240 Seiten.

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