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Literaturnobelpreis geht an Swetlana Alexijewitsch

Der bedeutendste Literaturpreis geht dieses Jahr an die weissrussische Schriftstellerin. Sie wird ausgezeichnet für ihr «vielstimmiges Werk».

Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch ist bekannt für ihre Dokumentationen über Tschernobyl, den Krieg der Sowjets in Afghanistan oder die Rolle der Frauen in der Roten Armee während des Zweiten Weltkriegs.
Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch ist bekannt für ihre Dokumentationen über Tschernobyl, den Krieg der Sowjets in Afghanistan oder die Rolle der Frauen in der Roten Armee während des Zweiten Weltkriegs.
Wikimedia
Die weissrussische Schriftstellerin und Journalistin erhielt 2014 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Die weissrussische Schriftstellerin und Journalistin erhielt 2014 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
EPA/Arne Dedert, Keystone
Die Auszeichnung erhält sie für ihr «vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt», teilte die Schwedische Akademie mit.
Die Auszeichnung erhält sie für ihr «vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt», teilte die Schwedische Akademie mit.
EPA/Peter Endig
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Der diesjährige Literaturnobelpreis geht an die weissrussische Journalistin und Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch (67). Das gab die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt. Alexijewitsch werde für ihr «vielstimmiges Werk» geehrt, welches «dem Leid und dem Mut unserer Epoche ein Denkmal» setze.

Die 67-jährige Alexijewitsch war schon seit mehreren Jahren als Favoritin für den Preis gehandelt worden. Sie hatte 2013 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten. Alexijewitsch ist unter anderem Autorin von Büchern über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl oder den Afghanistan-Krieg, die in ihrer Heimat verboten sind. Ihr Werk wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

Mit über 500 Veteranen gesprochen

Swetlana Alexijewitsch ist mit einem ganz eigenen literarischen Stil zum moralischen Gedächtnis des zerfallenen Sowjetimperiums geworden. Die weissrussische Schriftstellerin hat mit ihren Collagen das Leid, die Katastrophen und den harten Alltag der Menschen in ihrer Heimat aufgearbeitet.

Alexijewitschs Werke sind «Romane in Stimmen». Erstmals wandte die gelernte Journalistin ihre literarische Methode 1983 im Buch «Der Krieg hat kein weibliches Gesicht» an. Mit Interviews dokumentierte sie das Schicksal sowjetischer Soldatinnen im Zweiten Weltkrieg.

Für «Zinkjungen» (1989) sprach sie mit mehr als 500 Veteranen des sowjetischen Afghanistan-Feldzugs und Müttern gefallener Soldaten. Genauso porträtierte sie 1997 die Überlebenden der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Als ihr Grosswerk gilt «Secondhand-Zeit» von 2013 - eine Sammlung von Stimmen über die erschütternden Erfahrungen des kommunistischen Experiments in der Sowjetunion.

Erst Journalistin, dann Lehrerin

Alexijewitsch wurde am 31. Mai 1948 im westukrainischen Stanislaw (heute Iwano-Frankowsk) geboren. Sie arbeitete nach einem Journalistik-Studium zunächst bei einer Lokalzeitung sowie als Lehrerin. Da sie unter dem autoritären Regime in Weissrussland öffentlich kein Gehör fand und ihre Werke nicht verlegt wurden, hielt sie sich viele Jahre im Ausland auf.

2011 zog sie trotz ihrer oppositionellen Haltung zurück nach Minsk. «Ich will zu Hause leben, unter meinen Leuten, meinen Enkel aufwachsen sehen», sagte sie. Ausserdem sei Quelle ihres Schaffens immer das Gespräch mit den Menschen gewesen. «Und das kann ich am besten hier und in meiner Sprache», sagt Alexijewitsch.

Friedensnobelpreis wird am Freitag vergeben

Im vergangenen Jahr ging der Literaturnobelpreis an den französischen Schriftsteller Patrick Modiano. Er bekam die Auszeichnung für seine Auseinandersetzung mit der Nazi-Besatzung in seiner Heimat.

An Montag, Dienstag und Mittwoch waren die diesjährigen Preisträger der wissenschaftlichen Nobelpreise bekanntgegeben worden. Am Freitag wird mitgeteilt, wer in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhält.

Verliehen wird die mit 8 Millionen Schwedischen Kronen (940'000 Franken) dotierte Auszeichnung traditionell am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in der schwedischen Hauptstadt.

sda/afp/slw

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