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Linus Reichlin und Michel Bozikovic bei Klagenfurter Wettlesen

Zwei Schweizer nehmen an dem für scharfe Kritikerurteile berühmt-berüchtigten Wettlesen um den Bachmann-Preis in Klagenfurt teil: Der in Berlin lebende Aargauer Linus Reichlin und der Zürcher Michel Bozikovic.

Liest in Klagenfurt um den Bachmann-Preis: Der Schweizer Autor Linus Reichlin.
Liest in Klagenfurt um den Bachmann-Preis: Der Schweizer Autor Linus Reichlin.
Keystone

Während Reichlin für Bücher wie «Die Sehnsucht der Atome» (2008) bereits Preise einheimsen konnte, ist Bozikovic ein Newcomer: Der Debütroman des 1971 geborenen Werbetexters erscheint im Herbst.

Neben den zwei Schweizern treten drei österreichische und neun deutsche Autorinnen und Autoren an den 35. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt an. Das Wettlesen nimmt sich diesmal fast wie ein Berliner Lokalanlass aus: Neben Reichlin leben sieben weitere Teilnehmer in der deutschen Hauptstadt.

Die «Klagenfurter Rede zur Literatur» zum Auftakt der Veranstaltung hält der in Zürich lebende Autor Urs Widmer, wie Organisatorin Michaela Monschein am Mittwoch vor den Medien bekannt gab. Der Wettbewerb findet wegen Terminkollisionen in Kärnten später im Jahr statt als üblich: vom 6. bis am 10. Juli.

Vor Publikum und TV-Kameras

Der Anlass, der nach der aus Klagenfurt stammenden Dichterin Ingeborg Bachmann (1926-1973) benannt ist, wurde 1977 ins Leben gerufen. Die Teilnehmer stellen in ihren Lesungen unveröffentlichte Texte vor, im Anschluss debattiert eine Jury aus Autoren und Kritikern live vor Saalpublikum und TV-Kameras über die Werke.

«Was ich so mag am Bachmannpreis, ist, dass über Literatur und oft über einzelne Passagen leidenschaftlich gestritten wird», sagte die österreichische Moderatorin Clarissa Stadler bei der Präsentation des Programms in Wien.

Die Lesungen werden von 3sat live übertragen. Am 10. Juli werden neben dem Hauptpreis, der mit 25'000 Euro dotiert ist, vier weitere Preise in Gesamthöhe von 31'500 Euro vergeben. Unter den bisherigen Preisträgern sind Ulrich Plenzdorf, Sten Nadolny, Alissa Walser und Reto Hänny. Im vergangenen Jahr gewann Peter Wawerzinek.

In sieben Sprachen übersetzt

Alle Texte des Wettbewerbs werden im Rahmen des Projekts «Bachmannpreis goes Europe» auf Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Tschechisch, Slowenisch und Kroatisch übersetzt und auf der Webseite der Veranstaltung publiziert, wie es hiess.

An jüngere Autorinnen und Autoren richtet sich der Literaturkurs, den die Stadt Klagenfurt und das österreichische Fernsehen ORF zum 15. Mal im Vorfeld des Bachmannpreises durchführen. Zu den diesjährigen Stipendiaten zählt auch die 1982 in Uzwil SG geborene Autorin Bettina Wohlfender, die derzeit in Leipzig lebt.

SDA/net

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