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«Die Nordkoreaner haben den Waffenstillstand nie akzeptiert»

Vor 60 Jahren ging der Koreakrieg zu Ende. Professor Bernd Stöver erklärt, weshalb der Krieg so dramatisch verlief, er trotz Millionen Toten fast vergessen ging und was ihn mit der heutigen Koreakrise verbindet.

Der Koreakrieg dauerte vom 25. Juni 1950 bis zum Juli 1953: Ein junges Mädchen mit ihrem Bruder vor einem amerikanischen M-26-Panzer (9. Juni 1951).
Der Koreakrieg dauerte vom 25. Juni 1950 bis zum Juli 1953: Ein junges Mädchen mit ihrem Bruder vor einem amerikanischen M-26-Panzer (9. Juni 1951).
Keystone
Der Koreakrieg brachte enormes Leid, vor allem der Zivilbevölkerung, schätzungsweise drei Millionen Zivilisten starben: Massengrab mit politischen Gefangenen bei Daejeon – Südkoreaner, die von südkoreanischen Militär hingerichtet wurden (undatierte Aufnahme).
Der Koreakrieg brachte enormes Leid, vor allem der Zivilbevölkerung, schätzungsweise drei Millionen Zivilisten starben: Massengrab mit politischen Gefangenen bei Daejeon – Südkoreaner, die von südkoreanischen Militär hingerichtet wurden (undatierte Aufnahme).
Keystone
Leichte Unterhaltung: Sängerin Betty Hutton singt 1952 für eine Abteilung Marines.
Leichte Unterhaltung: Sängerin Betty Hutton singt 1952 für eine Abteilung Marines.
Keystone
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Inwiefern lässt sich der heutige Nordkorea-Konflikt auf den Koreakrieg zurückführen? Es gibt einen direkten Zusammenhang. Seit 1953 ist Korea nicht mehr zur Ruhe gekommen: Höhepunkte waren 1966 bis 1969 der sogenannte Zweite Koreakrieg, ein massiver Grenz- und Geheimdienstkrieg mit Hunderten Toten. Das setzte sich in den 70er-Jahren mit Attentaten fort. 1975 fiel auch die Frau des südkoreanischen Präsidenten Park Chung-hee einem nordkoreanischen Attentat zum Opfer. 1980 folgten Entführungen südkoreanischer Flugzeuge und das von Pyongyang veranlasste Attentat auf südkoreanische Minister in Rangun, bei dem 19 Menschen starben. Die Nordkoreaner haben den Waffenstillstand, den Kim Jong-un kürzlich offiziell aufgekündigt hat, nie akzeptiert. Aber die Konfrontationen gingen nicht allein auf das Konto Nordkoreas.

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