Zum Hauptinhalt springen

Der Tausendsassa

Kulturchef beim «Spiegel», Mitglied des «Literarischen Quartetts», vielfacher Buchautor und zuletzt Experte in dubiosen Quizshows: Hellmuth Karasek ist tot.

Wurde 81 Jahre alt: Hellmuth Karasek ist gestorben. (Archivbild)
Wurde 81 Jahre alt: Hellmuth Karasek ist gestorben. (Archivbild)
Markus Scholz, Keystone
Lagen sich regelmässig in den Haaren: «Das literarische Quartett» Iris Radisch, Marcel Reich-Ranicki (vorne), Elke Heidenreich und Hellmuth Karasek. (18. August 2000)
Lagen sich regelmässig in den Haaren: «Das literarische Quartett» Iris Radisch, Marcel Reich-Ranicki (vorne), Elke Heidenreich und Hellmuth Karasek. (18. August 2000)
Kerstin Joensson, Keystone
«Ich habe in zwei Diktaturen gelebt»: Hellmuth Karasek. (6. Oktober 2006)
«Ich habe in zwei Diktaturen gelebt»: Hellmuth Karasek. (6. Oktober 2006)
John MacDougall, AFP
1 / 8

Sein charakteristisches Kennzeichen war die leicht schmollend vorgeschobene Unterlippe. Zusammen mit der immer etwas nöligen Stimme sandte sie das Signal aus: Seid mir nicht böse, gar so ernst meine ich doch gar nicht, was ich sage. Nein, Karasek war kein Apostel des Bierernstes, er schien sogar unfähig, einen ganz und gar ernst gemeinten Satz zu äussern, ohne ihm mit einem angehängten Kalauer die Schärfe zu nehmen. Zu seiner Zeit im «Spiegel» galt er als der Mann, der die meisten Bonmots pro Quadratzentimeter unterbringen konnte. Gelegentlich fielen sie auch auf ihn zurück – etwa wenn ein Kritiker schrieb, er habe vom neuen Buch sprudelnden Champagner erwartet, aber bloss Karasekt bekommen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.