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Der Steuerprüfer als stiller Held des Alltags

Wie schreibt man über Langeweile, ohne zu langweilen? Kultautor David Foster Wallace hat es in seinem letzten Roman versucht.

Progressive Mehrwertsteuer, Fremdrevisionsbelege, W-2/1099-Formulare, steuerabzugsfähige Beträge bei bereinigten Bruttoerträgen: Was David Foster Wallace, das 2008 aus dem Leben geschiedene Wunderkind der amerikanischen Literatur, in seinem letzten Roman über die beamtenhafte Routine in einem provinziellen Finanzamt beschreibt, ist thematisch an Langeweile kaum zu überbieten.

«The Pale King» sollte der Gegenentwurf zum 1500-Seiten-Roman «Unendlicher Spass» werden. Darin bringt die entfesselte postmoderne Spassgesellschaft Menschen um den Verstand – und ums Leben. Jetzt also «Der bleiche König»: unendliche Langeweile statt totales Entertainment, Verlangsamung statt Beschleunigung, institutionalisierter Stumpfsinn statt chaotische Hektik. Der permanente Jux weicht der Ruhe, Verwirrung der Erleuchtung.

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