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News-Ticker Kultur+++ Grosse Ehre für Schweizerinnen: Ihr Simpson-Intro wird ausgestrahlt +++ Beschwerden bei BBC über «zu viele» Berichte zu Prinz Philips Tod

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BBC erhält Beschwerden über «zu viele» Berichte zu Prinz Philips Tod
Offenbar fanden viele, sein Hinscheiden werde medial zu stark beachtet: Der verstorbene Prinz Philip.
Offenbar fanden viele, sein Hinscheiden werde medial zu stark beachtet: Der verstorbene Prinz Philip.
Foto: Keystone

Die BBC hat nach dem Tod von Prinz Philip eine grosse Zahl von Zuschauerbeschwerden wegen zu viel TV-Berichterstattung über den gestorbenen Ehemann der Queen erhalten. Wie die BBC mitteilte, richtete sie vorübergehend ein eigenes Online-Formular ein, um mit der grossen Zahl an Zuschriften zurechtzukommen. Wie viele Beschwerden genau eingingen, gab die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt jedoch nicht bekannt.

Einige Kanäle des BBC-Fernsehens änderten am Freitag nach Bekanntwerden des Todes von Philip ihr Programm. Davon waren Sendungen am Freitag und Samstag betroffen. Einem Bericht des «Guardian» zufolge gingen die Einschaltquoten daraufhin deutlich zurück. Der Sender BBC Two habe sogar rund zwei Drittel seiner Zuschauer eingebüsst, hiess es. (sda)

Grosse Ehre für Schweizerinnen: Ihr Simpson-Intro wird ausgestrahlt
Die Familie Simpson.
Die Familie Simpson.
Foto: Keystone

Grosse Ehre für zwei Schweizer Grafik-Designerinnen: Katrin von Niederhäusern und Janine Wiget haben das Intro der neuesten Episode der US-Erfolgsserie gestaltet. Diese wird in den USA am Sonntagabend ausgestrahlt. Über den Inhalt des Intros (bei den Simpsons Couch gag genannt, weil die gelbe Familie am Schluss immer auf dem Sofa sitzt) konnte Niederhäuser auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA noch keine Angaben machen. Sie bestätigte aber einen Bericht des Online-Portals Blick.ch. Zuvor hatte auch CH Media darüber berichtet.

Der Simpsons-Produzent Al Jean hatte bereits am Montag auf Twitter angekündigt, dass die neueste Folge der Simpsons (4/11) von einem «Special guest couch gag» aus der Schweiz eröffnet werde. Auf einem Bild dazu ist ein Kartoffeldruck der Familienmitglieder zu sehen.

Die beiden Schweizerinnen von Niederhäusern und Wiget hatten 2019 einen Film produziert, in dem sie eine Fresstour von Vater Homer Simpson in 54 Restaurants in New Orleans nachgestellt hatten. Das Video wurde bisher auf Youtube 4,3 Millionen mal angeklickt. In der Folge seien sie von den Simpsons-Produzenten zu einem Besuch nach Hollywood eingeladen worden. Und dabei habe ihnen einer der Verantwortlichen vorgeschlagen, ob sie nicht einen Couch gag gestalten möchten, sagte Niederhäuser. Für sie sei damit ein Traum in Erfüllung gegangen.

Denn sie habe die Simpsons seit ihrer Kindheit bewundert, weil die Serie so sozialkritisch sei und sich seit jeher mit der Aktualität befasse. Und scherzend fügte die Designerin an, sie habe sich immer gedacht: «Wenn ich bei den Simpsons ein Intro machen kann, dann kann ich sterben.» Die Simpsons sind die am längsten laufenden US-Zeichentrickserie. Sie nimmt seit 1989 alle Teile der amerikanischen Gesellschaft aufs Korn und nimmt auch immer wieder Bezug auf die Realpolitik. Zur Zeit läuft die 32. Staffel. (sda)

Weitere Auszeichnung für «Nomadland»
Mehrfach ausgezeichneter Film: Die Regisseurin Chloé Zhao.
Mehrfach ausgezeichneter Film: Die Regisseurin Chloé Zhao.
Foto: Keystone

Der Film «Nomadland» der chinesischen Regisseurin Chloé Zhao ist vom Verband der US-Regisseure (Directors Guild of America, DGA) als beste Spielfilmregie des Jahres auszeichnet worden. Zhao widmete bei der Zeremonie ihre gesamte Dankesrede ihren Mit-Nominierten. «Nomadland» war unter anderem bereits bei den Golden Globes und bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet worden.

Die DGA-Preise gelten als guter Indikator dafür, wer bei den Oscars siegen wird. Abgesehen vom vergangenen Jahr lagen sie bei der Kür des Siegers in den sechs vorangegangenen Jahren jedes Mal richtig. Die Oscar-Verleihung findet wegen der Corona-Pandemie dieses Mal erst am 25. April statt. (thu/AFP)

«Mrs. Newton» – Fotografin Alice Springs gestorben

Die Fotografin und frühere Frau von Helmut Newton, June Newton, ist tot. Wie die Helmut Newton Foundation, deren Präsidentin sie war, in Berlin mitteilte, starb Alice Springs – so ihr Pseudonym – am Freitag im Alter von 97 Jahren in ihrer Wahlheimat Monte Carlo.

Star-Fotograf Helmut Newton und Ehefrau June, die als Künstlerin den Namen Alice Springs trug (2001).
Star-Fotograf Helmut Newton und Ehefrau June, die als Künstlerin den Namen Alice Springs trug (2001).
Foto: Fotoreport/Laureus Pool/dpa

Mit 24 Jahren hatte sie, damals noch June Browne und erfolgreiche Schauspielerin, in ihrer Geburtsstadt Melbourne einen jungen Fotografen kennengelernt, der vor den Nazis aus Deutschland geflohen war. Ein Jahr später heiratete das Paar und blieb fast 60 Jahre zusammen. 2004 starb Helmut Newton mit 83 Jahren nach einem Verkehrsunfall mit seinem Cadillac in Los Angeles.

Nach dem Tod ihres Mannes gründet June Newton 2004 eine nach ihm benannte Stiftung in Berlin. Helmut Newton hatte hier, in seiner Geburtsstadt, beerdigt werden wollen.

US-Rapper DMX nach Herzanfall gestorben

Nach Tagen künstlicher Beatmung nach einem Herzanfall ist US-Rapper DMX im Alter von 50 Jahren gestorben. Der Musiker wurde am Freitag in einer Klinik nördlich von New York für tot erklärt, wie seine Familie mitteilte.

Rapper DMX in einer Aufnahme vom September 2009.
Rapper DMX in einer Aufnahme vom September 2009.
Foto: Peter Kramer (AP/Keystone)

«Wir sind zutiefst traurig, heute bekannt zu geben, dass unser geliebter Mensch, DMX, gebürtig Earl Simmons, im Alter von 50 Jahren im White Plains Hospital mit seiner Familie an seiner Seite verstorben ist», hiess es in einer Mitteilung, über die mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten.

DMX war Anfang April nach einem Herzanfall ins Krankenhaus gebracht und seitdem auf der Intensivstation künstlich am Leben gehalten worden. Angaben zum Grund der Attacke waren zunächst nicht öffentlich geworden. Der Rapper wurde in den 1990er Jahren mit Hits wie «Party Up» und «Get At Me Dog» bekannt.

Zlatan Ibrahimovic spielt in Asterix-Film mit

Bei der AC Mailand ist er der Starstürmer, jetzt zieht es Zlatan Ibrahimovic zum Film. In «Asterix und Obelix: die Seidenstrasse» wird er den Römer Antivirus spielen, wie der Fussballer auf Instagram bekanntgab.

Bald Filmstar: Zlatan Ibrahimovic.
Bald Filmstar: Zlatan Ibrahimovic.
Keystone

Damit reiht sich der Schwede in eine Liste von Sportlern ein, die auch schon in einem Asterix-Film auftraten, zum Beispiel Michael Schumacher und Zinédine Zidane in «Asterix und Obelix bei den Olympischen Spielen» (2008).

Die Dreharbeiten zum Film von Guillaume Canet sollen am kommenden Montag beginnen. Wegen Corona waren diese vor einem Jahr verschoben worden. Auch der ursprüngliche Plan, in China zu drehen, fällt wegen der Pandemie ins Wasser. Gedreht wird jetzt in Frankreich; der Kinostart ist für 2022 vorgesehen. (zas)

Grand Prix Kunst an Descombes, Esther Eppstein und Vivian Suter

Der Genfer Architekt Georges Descombes, die Zürcher Künstlerin Esther Eppstein und die in Argentinien geborene Künstlerin Vivian Suter ehrt das Bundesamt für Kultur (BAK) mit dem Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim, wie das BAK mitteilte. Die Auszeichnung ist mit 40'000 Franken dotiert.

Georges Descombes arbeitet an Landschafts- und Architekturprojekten. Er wirkt derzeit an den Grossprojekten für das Quartier Lyon-Confluence, den Hafen von Antwerpen und den Quai des Matériaux in Brüssel mit. Geradezu als «Manifest für die Landschaft in der Stadtplanung» bezeichnet das BAK die Renaturierung des Flusses Aire im Kanton Genf, die Descombes seit zwanzig Jahren gestaltet. Descombes wurde 1939 in Genf geboren.

Esther Eppstein ist Kuratorin, Künstlerin und DJ. Von sich reden machte sie 1996, als sie in Zürich im ehemaligen Kleidergeschäft Perla-Mode an der Langstrasse den Ausstellungsraum message salon eröffnete. Sie reflektierte darin, wie die Subkultur die Stadt Zürich in ihrer Entwicklung ebenso prägte wie das institutionelle Kulturleben. Sie wurde 1967 in Zürich geboren und für ihre Tätigkeit als Kunstvermittlerin bereits 2006 vom BAK mit einem Schweizer Kunstpreis ausgezeichnet.

Vivian Suter steht für eine «intuitive und emotionale Malerei», wie es das BAK in seiner Mitteilung ausdrückt. In der nächsten Zeit werden gleich zwei Museen ihre Werke ausstellen: vom 6. November bis 13. Februar 2022 plant das Kunstmuseum Luzern eine Retrospektive; und das Museo Reina Sofia in Madrid zeigt ihre Werke bereits vom 24. Juni bis 10. Januar 2022. Suter wurde 1949 in Buenos Aires geboren und kam mit 13 Jahren in die Schweiz. Sie studierte an der Kunstgewerbeschule in Basel. Bereits 1983 hat Suter die Schweiz wieder verlassen und sich in einer ehemaligen Kaffeeplantage an einem Vulkansee in Guatemala niedergelassen. (sda)

Prince-Album «Welcome 2 America» wird im Juli veröffentlicht

Fünf Jahre nach dem Tod von US-Popstar Prince soll aus dem Nachlass des Künstlers ein bisher unveröffentlichtes Album aus dem Jahr 2010 herauskommen. «Welcome 2 America» soll am 30. Juli erscheinen, wie The Prince Estate und dem Label Legacy Recordings am Donnerstag mitteilten. Der Inhalt des Albums mit zwölf Songs wird als «starke kreative Aussage» des Künstlers beschrieben. Prince habe seine Sorgen, Hoffnungen und Visionen um Themen wie politische Spaltung und den Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit zum Ausdruck gebracht.

Foto: Screenshot Youtube
Das Album des verstorbenen Prince soll im Juli auf den Markt kommen.
Foto: Screenshot Youtube

Die Titelliste enthält Songs wie «Born 2 Die», «Stand Up and B Strong» und «One Day We Will All B Free». 2010 war Prince in mehreren US-Städten mit dem Album auf Tour gegangen, die Platte wurde damals aber nicht veröffentlicht.

Die Nachlassverwaltung hat posthum bereits Werke wie «Purple Rain» von 1984 und das Prince-Album «1999» wiederveröffentlicht. Der Sänger soll in einem Tresor in seinem Studio viel Material hinterlassen haben, das bisher nicht herausgebracht wurde. (sda)

Basler Komponist Rudolf Kelterborn mit 89 gestorben
Komponist und Dirigent: Rudolf Kelterborn, hier 2013 in seiner Wohnung in Basel.
Komponist und Dirigent: Rudolf Kelterborn, hier 2013 in seiner Wohnung in Basel.
Foto: Keystone

Am 24. März ist der Basler Komponist Rodolf Kelterborn im Alter von 89 Jahren gestorben. Eine Sprecherin der Musik-Akademie und der Hochschule für Musik FHNW Basel bestätigte entsprechende Medienberichte. Das kompositorische Schaffen Kelterborns umfasst Opern, Sinfonien, konzertante Werke, Kammermusik, Orchestermusik in freien Formen und zahlreiche Vokalwerke in gemischten Besetzungen. Gerne bediente er sich gegensätzlicher Mittel, um eine expressive und spannungsintensive Musik zu schreiben, wie er anlässlich seines 70. Geburtstags gegenüber dem Schweizer Feuilleton-Dienst sagte.

Am 3. September 1931 in Basel geboren, bildete sich der Musiker an der dortigen Musik-Akademie beim Busoni-Meisterschüler Walther Geiser (Komposition) und beim Dirigenten Alexander Krannhals aus. 1955 begann er ebendort seine pädagogische Tätigkeit. Er lehrte ausserdem am Konservatorium Zürich und an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe. Der Musik-Akademie Basel stand er zwölf Jahre als Direktor vor. Für sein kompositorisches Schaffen erhielt Rudolf Kelterborn unter anderem den Kompositionspreis der Stadt Stuttgart, den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis, den Komponistenpreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins und den Kunstpreis der Stadt Basel. (sda)

Amanda Gorman kann sich vor Angeboten kaum retten
Erst gerade 23-jährig geworden und schon in die Geschichte eingegangen: Amanda Gorman.
Erst gerade 23-jährig geworden und schon in die Geschichte eingegangen: Amanda Gorman.
Foto: Keystone

Amanda Gorman, 23, US-Lyrikerin, kann sich vor Werbeverträgen gar nicht mehr retten. Gorman war durch ihren Vortrag bei der Amtseinführung des US-Präsidenten Joe Biden weltweit berühmt geworden. Seitdem habe sie Werbedeals im Wert von etwa 17 Millionen US-Dollar (etwa 14 Millionen Euro) abgelehnt, sagte sie der amerikanischen Vogue. Sie habe diese Firmen einfach nicht ansprechend gefunden.

Bei der Modelagentur IMG Models hatte Gorman wenige Tage nach der Amtseinführung einen Vertrag unterschrieben. In der aktuellen Vogue ist sie auf dem Cover zu sehen - als erste Poetin überhaupt. Die Aufnahme gemacht hat die Fotografin Annie Leibovitz. (SZ/thu)

Sänger der «Foo Fighters» veröffentlicht Autobiografie
Dave Grohl tritt mit den Foo Fighters in Rio de Janeiro auf.
Dave Grohl tritt mit den Foo Fighters in Rio de Janeiro auf.
Foto: Keystone

Der US-Rockstar Dave Grohl blickt bereits auf viele Jahrzehnte im Musikgeschäft zurück – im Oktober will der Frontmann der Foo Fighters nun seine Memoiren veröffentlichen.

Eine elfminütige Einführung in seine Autobiografie mit dem Titel «The Storyteller» (Der Geschichtenerzähler) teilte der 52-Jährige diese Woche auf Youtube. Darin berichtet der Musiker von den ersten Alltagsbeobachtungen, die er in seinem Kinderzimmer mit einem Kassettenrekorder aufnahm, und den ersten Konzert-Touren als 18-Jähriger mit seiner damaligen Band Scream. In dem Buch wolle er aber natürlich auch von seiner Zeit als Schlagzeuger bei Nirvana und seinen Erlebnissen mit den Foo Fighters berichten, kündigte Grohl an.

Angebote, seine Memoiren von einem Autor schreiben zu lassen, habe er abgelehnt, sagte Grohl. «Ich wollte diese Geschichten schreiben, wie ich es immer getan habe – mit meiner eigenen Hand.» Schon im vergangenen Jahr hatte er immer wieder kurze Geschichten aus seinem Leben auf dem Instagram-Account «Dave’s True Stories» veröffentlicht, darunter Begegnungen mit Stars wie Prince oder David Bowie. «The Storyteller – Tales of Life and Music» erscheint am 5. Oktober.

Senta Berger: «Es wird zu viel über Sprache und Gendersternchen diskutiert»
Die Schauspielerin Senta Berger bei einer Preisverleihung.
49. Goldene Kamera - Verleihung
Die Schauspielerin Senta Berger bei einer Preisverleihung.
Foto: Keystone

Die österreichisch-deutsche Schauspielerin Senta Berger vermisst in der MeToo-Debatte manchmal den Bezug zur Wirklichkeit. «Die Machtverhältnisse ändern sich, das Geschlechterverhältnis ändert sich», sagte sie in einem Interview der Wochenzeitung «Die Zeit». «Aber meiner Ansicht nach wird zu viel über die Sprache und Gendersternchen diskutiert und zu wenig über die realen Verhältnisse. Und zu viel über Schauspielerinnen und zu wenig über Putzfrauen oder Busfahrerinnen.»

Am 13. Mai feiert Senta Berger ihren 80. Geburtstag. Sie erlebte nach ihrer Schilderung selbst eine Reihe sexueller Übergriffe während ihrer Karriere. Zum Umgang damit sagte sie: «Ganz jung habe ich in Wien am Theater in der Josefstadt gespielt. Es war noch die Zeit, als man in den Po gezwickt worden ist, kurz vorm Auftritt, von dem Schauspieler, der die Bühne verliess. Und ich hatte mir fest vorgenommen: Ich merke das gar nicht.» Sie sei es vom Ballett her gewohnt gewesen, «mich so zu benehmen, als würde mir alles leichtfallen. Das habe ich lange als eine Art von Schutz benutzt.» (sda)

Russland droht Videodienst Zoom mit Sperre

Russland hat mit einer Sperre der Videokonferenz-Plattform Zoom gedroht, nachdem das US-Unternehmen eine Anwendung seiner Dienste Medienberichten zufolge in russischen Regierungsbehörden und Staatsunternehmen untersagt hat. Das Mitglied des russischen Oberhauses, Alexander Baschkin, sagte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti, Moskau könne sich als Antwort auf die Zoom-Entscheidung zu «entsprechenden Gegenmassnahmen» gezwungen sehen. Der Kreml sprach von «keiner grossen Affäre», rief aber russische Unternehmen auf, eigene Alternativen zu Zoom voranzutreiben.

Während der Corona-Pandemie avancierte Zoom zum weltweiten Marktführer für Videokonferenz-Anwendungen, die Plattform wird etwa in Schulen oder Unternehmen genutzt. Zoom soll nun aber russischen Medienberichten vom Mittwoch zufolge seinen Vertriebspartnern den Verkauf der Software an Regierungsbehörden und Staatsunternehmen in Russland sowie einigen post-sowjetischen Ländern untersagt haben. Grund seien Befürchtungen neuer US-Sanktionen gegen Moskau. (AFP)

Doku-Serie über Kanye West auf Netflix

Nach jahrelangen Dreharbeiten plant der Streamingdienst Netflix laut einem Medienbericht noch in diesem Jahr die Veröffentlichung einer Dokuserie über US-Rapper Kanye West (43).

Die noch unbetitelte mehrteilige Dokumentation enthalte auch Homevideos und noch nie gesehenes Material über den mehrfachen Grammy-Gewinner, wie das Branchenblatt «Billboard» am Dienstag berichtete. Neben Wests Musik- und Modekarriere soll auch seine gescheiterte US-Präsidentschaftskandidatur im vergangenen Jahr Thema sein.

Kanye West bei einem Livekonzert.
Kanye West bei einem Livekonzert.
KEYSTONE

Nach Angaben von «Billboard» soll der Streamingdienst rund 30 Millionen Dollar für die Dokuserie bezahlt haben. Produziert wurde sie demnach von den Musikvideoregisseuren Clarence «Coodie» Simmons und Chike Ozah, die als Duo Coodie & Chike für Kanye West im Jahr 2004 zwei seiner ersten Musikvideos («Jesus Walks (Version 3)» und «Through the Wire») produzierten.

Kanye West wuchs in Chicago auf und begann seine Karriere als Produzent für andere Hip-Hop-Musiker. Sein Debütalbum «The College Dropout» gewann 2005 den Grammy als bestes Rap-Album. Heute zählt der 43-Jährige zu den international erfolgreichsten Musikern. Für Schlagzeilen sorgte seine Ehe mit Reality-Star Kim Kardashian (40), mit der er vier gemeinsame Kinder hat. Anfang 2021 wurde bekannt, dass Kardashian die Scheidung von dem Rap-Superstar eingereicht hat. (sda)

Neue «Bridgerton»-Staffel ohne Schwarm Regé-Jean Page
Sie waren das Traumpaar der ersten Staffel: Simon (Regé-Jean Page) und Daphne (Phoebe Dynevor).
Sie waren das Traumpaar der ersten Staffel: Simon (Regé-Jean Page) und Daphne (Phoebe Dynevor).
Foto: Netflix

Die zweite Staffel der erfolgreichen Netflix-Serie über die Gesellschaftsdramen der britischen Obersicht im 19. Jahrhundert (lesen Sie hier mehr zur ersten Staffel) muss ohne ihren Star auskommen. Der 31-jährige simbabwisch-britische Schauspieler Regé-Jean Page, der in der ersten Folge von «Bridgerton» den Frauenschwarm Duke of Hastings spielt, werde in der Fortsetzung des Historiendramas nicht mitwirken, teilten die Macher auf dem offiziellen Twitter-Account der Serie mit.

Regé-Jean Pages Abgang - es wird spekuliert, zu viele andere Engagements seien der Grund - bedeutet aber offenbar nicht das Aus für das «Bridgerton»-Traumpaar: Seine Filmpartnerin Phoebe Dynevor - sie verkörpert als Daphne Bridgerton die Gattin des Duke of Hastings - werde weiterhin Teil der Serie sein und eine «hingebungsvolle Ehefrau und Schwester» bleiben. (thu)

Harvey Weinstein legt Berufung gegen Verurteilung ein
Gezeichnet: Harvey Weinstein erscheint vor Gericht.
Gezeichnet: Harvey Weinstein erscheint vor Gericht.
Keystone

Mehr als ein Jahr nach seiner Verurteilung wegen Sexualverbrechen ist der frühere Hollywood-Mogul Harvey Weinstein in Berufung gegangen. In Gerichtsdokumenten erklären Weinsteins Anwälte, dem zu 23 Jahren Gefängnis verurteilten «Pulp Fiction»-Produzenten sei ein fairer Prozess verweigert worden. Die Verteidiger argumentieren unter anderem, mehrere Frauen, die den 69-Jährigen in dem Prozess belastet hatten, hätten nicht aussagen dürfen, da ihre Vorwürfe gegen Weinstein nicht Teil der Anklage gewesen seien.

Die Anwälte werfen zudem einer Geschworenen Befangenheit vor. Die Frau hatte ein Buch über ältere Männer geschrieben, die jüngeren Frauen nachstellen. Die Anwälte kritisieren zudem, der Vorsitzende Richter James Burke habe ein «unangemessen hartes und übertriebenes» Strafmass gegen Weinstein verhängt.

Eine New Yorker Geschworenen-Jury hatte den früheren Erfolgsproduzenten im Februar 2020 der Vergewaltigung in einem minder schweren Fall und der schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Im folgenden Monat verhängte Burke eine 23-jährige Haftstrafe gegen Weinstein. Der Gründer des Miramax-Filmstudios sitzt die Strafe in einem Gefängnis im Bundesstaat New York ab. Es war erwartet worden, dass er in Berufung geht.

Weltweiter Aufschrei

In dem New Yorker Verfahren ging es um sexuelle Angriffe gegen zwei Frauen. Weinstein erwartet ausserdem ein Prozess in Los Angeles wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung von mehreren weiteren Frauen. Insgesamt haben rund 90 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Salma Hayek und Gwyneth Paltrow, Weinstein sexuelle Belästigung oder Gewalt vorgeworfen. Das Bekanntwerden der Vorwürfe löste im Herbst 2017 die weltweite #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen aus. (sda)

Justin Bieber überrascht mit Gospel-Minialbum
Im März veröffentlichte Justin Bieber sein Album «Justice». Nun folgt bereits das nächste.
Lucian Grainge honored with a star on the Hollywood Walk of Fame
Im März veröffentlichte Justin Bieber sein Album «Justice». Nun folgt bereits das nächste.
Etienne Laurent (EPA/Keystone)

Gerade erst hat er mit seinem neuen Album «Justice» Platz 1 der US-Charts erreicht – da spendet Justin Bieber (27) einen österlichen Gospel-Segen.

Auf «Freedom», das ein am Montag ohne grosse Ankündigung erschienenes Mini-Album eröffnet, singt der kanadische Popstar vom Teufel als Lügner – und dass Freiheit sich so gut anfühlt. Das Ganze zum gewohnt eingängig-soften Bieber-Sound, den weltweit Millionen überwiegend junge Fans vergöttern.

Mit «All She Wrote», «We’re In This Together», «Where You Go I Follow», «Where Do I Fit In» und «Afraid to Say (Wrong Thing)» sind noch fünf weitere Stücke auf der Gospel-EP «Freedom» zu hören, wie Biebers Label Universal in Berlin mitteilte.

Seinem Label zufolge hat der im kanadischen Bundesstaat Staat Ontario geborene Sänger «mit seinen Veröffentlichungen weit über 75 Milliarden Streams generiert und hält damit seinen Status als einer der erfolgreichsten Musiker weltweit". Zudem sei Bieber der beliebteste Youtube-Star mit über 60 Millionen Abonnenten. (SDA)

Hollywoodstar Chadwick Boseman posthum mit Filmpreis geehrt
Chadwick Boseman, hier in einer Szene des Films «Black Panther», starb im August 2020 an Krebs. Er wurde 43 Jahre alt.
Chadwick Boseman, hier in einer Szene des Films «Black Panther», starb im August 2020 an Krebs. Er wurde 43 Jahre alt.
Marvel Studios/Disney/Keystone

«Black Panther»-Star Chadwick Boseman ist in den USA posthum mit einem wichtigen Filmpreis ausgezeichnet worden.

Der amerikanische Schauspielerverband SAG wählte Boseman, der im vergangenen August mit 43 Jahren an Krebs gestorben war, bei einer virtuellen Show zum Gewinner in der Kategorie «Bester Darsteller» für seine Rolle in dem Drama «Ma Rainey’s Black Bottom». Insgesamt vergab der SAG am Sonntagabend Preise in 13 Sparten.

«Damengambit»-Hauptdarstellerin gewinnt ebenfalls

Zur besten Nebendarstellerin kürte der Verband die südkoreanische Schauspielerin Youn Yuh-jung für ihren Auftritt in dem Film «Minari». In dieser Sparte war auch die zwölfjährige Berlinerin Helena Zengel nominiert. Die Schülerin ist in dem Western «Neues aus der Welt» an der Seite von Tom Hanks zu sehen.

Sie begeisterte über Netflix Millionen für Schach: Anya Taylor-Joy in «Das Damengambit».
Sie begeisterte über Netflix Millionen für Schach: Anya Taylor-Joy in «Das Damengambit».
Phil Bray (Netflix)

Zur besten Serien-Darstellerin wurde Anya Taylor-Joy gewählt. Sie erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle in der Netflix-Show «Damengambit». Darin spielt Taylor-Joy das Waisenmädchen Beth Harmon, das zu einem globalen Schach-Star heranwächst und zugleich mit Suchtproblemen kämpft. (SDA)

Hollywood ist mitnichten schrill und schräg, sondern stockkonservativ. Diesen Eindruck erweckt zumindest Kate Winslet in der "Sunday Times". Da sagte die 45-Jährige, dass sie mindestens vier homosexuelle Schauspielerinnen und Schauspieler kenne, die sich nicht outeten - aus Angst, dann keine Rollen mehr zu bekommen.

Und ihre Angst sei berechtigt: Immer noch sagten Agenturen ihrer Klientel, nicht-heterosexuell zu erscheinen sei schlecht für die Karriere. Tatsächlich gibt es nur wenig offen homosexuell Lebende in der Branche, Jodie Foster und Rupert Everett etwa. Letzterer sagte bereits mehrfach, seine Ehrlichkeit habe ihm immens geschadet.

Winslet ist daher der Meinung, die LGBT-Community in Hollywood hätten dringend eine MeToo-Bewegung nötig. (bwe)

Kate Winslet ärgert sich über die Verlogenheit Hollywoods.
Kate Winslet ärgert sich über die Verlogenheit Hollywoods.
Foto: AFP via Getty Images

Pop und Literatur – beides gehört für Rockmusiker Thees Uhlmann und Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre schon lange zusammen. Nun auch im gemeinsamen Song «Club 27» der beiden 46-Jährigen, der ein trauriges Phänomen behandelt: den frühen Drogentod von Musik-Ikonen.

Das von Stuckrad-Barre geschriebene Lied kommt am Ostermontag als neue Uhlmann-Single digital heraus. «Ein Musikvideo mit den beiden wird auch demnächst erscheinen», teilte das Label mit.

Prominente Mitglieder des sogenannten Clubs 27 wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison oder Kurt Cobain, die alle mit nur 27 Jahren starben, werden in dem Song nicht namentlich genannt.

Uhlmann/Stuckrad-Barre nähern sich dem etwas makaberen Thema zu eingängigem Poprock nicht ganz bierernst: «Egal was man sonst/über Gott so sagt/im Club 27/ist immer was los...». Er selbst – so der Sänger im Lied – sei für diesen Club jedenfalls längst zu alt und werde daher vom Sensenmann-Türsteher abgewiesen.

Die beiden aus Norddeutschland stammenden Künstler kennen sich unter anderem über ihr gemeinsames Interesse für Musik, wie sie vor einigen Jahren in einem «Musikexpress»-Interview erzählten. Da sei eine «tiefe Verbundenheit nach Sekunden» gewesen, sagte Stuckrad-Barre damals. (SDA)

Benjamin von Stuckrad-Barre schrieb zusammen mit Thees Uhlmann einen Song.
Benjamin von Stuckrad-Barre schrieb zusammen mit Thees Uhlmann einen Song.
Foto: Getty Images
44 Kommentare
    Paul Otto

    Aufgrund von Corona würden sich die Verlagsrechte vermehrt lohnen, da die Live-Konzerte wegfallen. Nichts recherchiert sondern eine unbedarfte Agenturmeldung abgeschrieben? Die Verlage verdienen wohl am Live-Business und sind aufgrund der Pandemie ebenfalls betroffen. Ein bisschen mehr journalistische Sorgfalt wäre super!