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Wacker ThunKrise? Krise!

Gegen Endingen wendet Martin Rubins Team in der Schlussphase und mit viel Glück eine Niederlage ab. Der zweimalige Meister wartet seit acht Partien auf einen Sieg.

Daran haben sie zu kauen: Den Thunern (im Bild Captain Jonas Dähler) läufts so gar nicht.
Daran haben sie zu kauen: Den Thunern (im Bild Captain Jonas Dähler) läufts so gar nicht.
Archivfoto: Christian Pfander

Am Ende braucht Wacker ein kleines Wunder. Mit vier Toren Unterschied liegen die Thuner sechseinhalb Minuten vor Schluss in Rückstand. Eine Niederlage ist gerade sehr wahrscheinlich. Auf einmal aber läuft alles für die Berner Oberländer, ihr Keeper pariert urplötzlich reihenweise, unter anderem einen Penalty, die Treffer fallen im Nu, der Gegner wankt, wirkt müde. Und so gleicht Martin Rubins Team aus, Nicolas Raemy unterbindet einen Angriff und erzielt im Gegenstoss das 32:32.

Einen Punkt gewinnt Wacker also. Gegen Endingen, den Zweitletzten. Zu Hause. Mit sehr viel Glück – oder eben: einem kleinen Wunder.

Kein Zugriff, wenig Paraden

Einen eindeutigeren Beweis als die Partie gegen die limitierten Aargauer hätte es kaum geben können für das, was im Grunde längst offensichtlich ist: Die Thuner stecken in einer tiefen Krise.

Am Samstagabend siegen sie zum achten Mal in Folge nicht. Betrachtet man bloss den Ist-Zustand, die Tabelle, die Resultate, die Auftritte, blendet man das Potenzial aus, das brachliegt, hält man unweigerlich fest: Der zweimalige Meister ist gerade eher Abstiegskandidat denn Titelanwärter. Gewiss werden die Berner Oberländer kaum um den Ligaerhalt bangen müssen. Aber was sie gegenwärtig aufs Parkett legen, reicht nicht.

Ihr Problem liegt vornehmlich in der Defensive. In der Deckung kriegen sie keinen Zugriff, sie wirken in athletischer Hinsicht bisweilen überfordert, sind oft spät dran, vermögen kaum je zu blocken. Die Torhüter glänzen selten. Marc Winkler, im Frühherbst kurzzeitig in sehr starker Verfassung, hält gegen Endingen keinen einzigen Ball, Flavio Wick vermag erst in der Schlussphase Akzente zu setzen, er absolviert keine gute Saison.

Weil es nicht gelingt, durch solide Abwehrarbeit eine Basis zu legen, harzt es früher oder später jeweils auch im Angriff. Die Akteure wirken verunsichert, spielen mal überhastet, mal zögerlich. Gegen Endingen drückt Wacker erst aufs Tempo, die Thuner wollen den in der Breite schlecht besetzten Gegner müderennen. Doch sie halten die Pace nicht hoch – weil das Selbstvertrauen hierfür fehlt. In der zweiten Hälfte mehren sich Fehler und Fehlwürfe, und wären die Aargauer am Ende auch nur ansatzweise souverän, würden sie gewinnen.

Unter grossem Druck

Das Gros des Kaders steht steht den Thunern aktuell zur Verfügung, darunter mit Lukas von Deschwanden, Max Dannmeyer und Raemy eine Aufbauerreihe, um die sie so manch Konkurrent beneiden dürfte. Es läuft gerade so gar nicht bei Wacker. Am Donnerstag folgt das Derby. Kaum je war ein Qualifikationsspiel der Oberländer bedeutsamer.