Konzernchefinnen zeigen sich aus der Ferne solidarisch

Die Firmenchefinnen von grossen Berner Unternehmen stehen hinter den Anliegen des Frauenstreiks – auch wenn sie selber nicht daran teilnahmen.

Findet es gut, dass Frauen für ihre Rechte einstehen: Nicole Loeb (Archivbild).

Findet es gut, dass Frauen für ihre Rechte einstehen: Nicole Loeb (Archivbild).

(Bild: Franziska Scheidegger)

Julian Witschi

Was haben die Chefinnen der grossen Berner Unternehmen am Frauenstreik gemacht? Sie haben zwar nicht teilgenommen, unterstützen aber die Forderung nach Gleichberechtigung: So sagt Nicole Loeb, sie finde es «gut, dass Frauen für ihre Rechte einstehen, um auf zu diskutierende Themen aufmerksam zu machen».

Auch BKW-Chefin Suzanne Thoma hat nicht gestreikt, da ihre «oberste Verantwortung natürlich dem Unternehmen gilt». Sie hatte am Freitag viele Sitzungen: «Der Zufall wollte, dass sie fast ausschliesslich mit Frauen waren. Das zeigt, wie gut Frauen in der BKW positioniert sind», erklärte die Konzernchefin. «Wir sind eines der wenigen börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz mit einem Frauenanteil von 40 Prozent in der Konzernleitung.»

Neben Thoma gehört Antje Kanngiesser, die Leiterin des Bereichs Märkte und Dienste, zu dem fünfköpfigen Gremium. Die Verwaltungsratspräsidentin der Swatch Group, Nayla Hayek, konnten wir am Freitag nicht erreichen.

Ribar: «Ein starkes Zeichen»

Die Präsidentin der SBB, Monika Ribar, weilte im Ausland an einer Tagung und konnte auch nicht am Frauenstreik teilnehmen. Ihr liegen die Frauenförderung und Themen wie «gleicher Lohn für gleiche Arbeit» oder «Stopp der sexuellen Belästigung» aber sehr am Herzen, wie sie sagte.

Sie engagiere sich dafür, dass es mehr Frauen in wichtigen Positionen von Unternehmen gebe, die diese Themen angehen. «Der Frauenstreik ist ein starkes Zeichen. Ich glaube jedoch, dass ein Streiktag nicht reicht. Deshalb setze ich mich ständig dafür ein, Frauen zu fördern», sagte Ribar.

Als Zeichen der Solidarität mit dem Grossteil der Forderungen des Streiks haben die SBB frühzeitig auf den Anlass aufmerksam gemacht und die Teilnahme unterstützt. Mitarbeitende, die teilnehmen wollten, mussten einen freien Tag oder Halbtag eingeben.

Die Führungskräfte seien aufgefordert gewesen, Frei-Wünsche zu ermöglichen, sofern es der Betrieb erlaubte. Zudem boten die SBB für den Streik oder zur Solidarisierung während der Arbeitszeit ein Shirt an.

Individuell bei der BKW

Für die BKW-Führung war die Teilnahme «ein individueller Entscheid, den wir respektieren». Auch hier war es den Angestellten freigestellt, zu streiken und dafür den Tag zu kompensieren oder freizunehmen. Diese Regelung galt auch bei Loeb. Die Mitarbeitenden wurden aufgefordert, sich mit ihren Vorgesetzten abzustimmen, wenn sie teilnehmen wollten.

Berner Zeitung

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