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LeserreaktionenKlimaschädlich – aber trotzdem gerettet

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Der Bund hat die Swiss mit einem Rettungspaket abgesichert – eine umstrittene Massnahme.
Der Bund hat die Swiss mit einem Rettungspaket abgesichert – eine umstrittene Massnahme.
Keystone

Zu «Kann die Swiss die Kredite nicht bedienen, geht sie an den Bund über»

Zukunftsgefährdender Sektor

Mit Schrecken habe ich die Meldung gehört, dass der Bund die Swiss mit einem Milliardenkredit unterstützen will. Genau jetzt wäre der Zeitpunkt, den klimaschädlichen Flugzeugverkehr und den Massentourismus zu überdenken: Griffige Lenkungsabgaben einführen, endlich eine Kerosinabgabe. Mit unseren Steuergeldern wird ein zukunftsgefährdender Sektor mitfinanziert, obwohl Lufthansa 2007 die Swiss komplett übernommen hat. Klar dürfen auch die Swiss und Zulieferer finanziell unterstützt werden, mit klimafreundlichen und gemeinwohlfördernden Massnahmen. Annina Lüthi, Rüdtligen

Gegen die Interessen der Bevölkerung

Während die KMU hoffen dürfen bis zum Konkurs, wird der Swiss eine bedingungslose Expressrettung spendiert. Während die Klimaziele 2020 verfehlt werden und ein weiterer Hitzesommer mit Hitzetoten droht, soll der klimaschädliche Flugbetrieb wachsen. Ein Kompromiss zwischen einer lebenswerten Zukunft und den Interessen der Fluglobby wäre bereits eine Frechheit gewesen. Was wir nun aber erleben, ist eine kompromisslose Wirtschaftspolitik gegen die längerfristigen Interessen der Bevölkerung. Eine Rettung ohne bindende Verpflichtung zum Klimaschutz ist nicht tragbar. Jan Schuller, Bern

Zitat des Tages

«Was wir nun erleben, ist eine kompromisslose Wirtschaftspolitik gegen die langfristigen Interessen der Bevölkerung.»

Jan Schuller, Bern

Zur Lockerung der Corona-Massnahmen

Maskenpflicht für alle – nicht nur für die anderen

Wie kann ich mich im ÖV vor einer Ansteckung schützen, da anscheinend die eigene Maske nichts nützt und zwei Meter Abstand in Bus und Tram nach der Lockerung kaum möglich ist? Nur, indem ich mit meiner Maske all die anderen schütze. Um Ansteckungen und eine zweite Welle zu vermeiden sowie im Interesse der anderen und der Wirtschaft, sollte man Vernunft vor Sturheit stellen und im ÖV vorläufig für alle und nicht nur für die andern eine Maskenpflicht einführen. Wer die Maske im Wagen entsorgt, zahlt eine saftige Busse. Guter Nebeneffekt: die stinkende Esserei in Bus und Tram fällt weg. Heidi Erne, Bern

Zu «Corona macht die Schweiz zum Velo-Land»

Wieder einmal bezahlen die Autofahrer

Toll, wie viele Leute das Fahrradfahren entdeckt haben. Ich selber bin eine passionierte Fahrradfahrerin. Dank unserer Verkehrspolitik werden die Fussgänger- und Radwege für viel Geld ausgebaut, was immer bedeutet, dass dieser Platz dem Autoverkehr weggenommen wird und es der Steuerzahler und die Autofahrer berappen müssen. Wegen der Corona-Krise plant man provisorische Einbahnfuss- und Velospuren, die sicher ein Vermögen kosten werden. Doch ist angesichts unserer Verkehrspolitik kaum zu glauben, dass dies nur eine Übergangslösung sein wird. Wegen der Corona-Krise ist der Erdölpreis gefallen, und das Benzin ist billig. Deshalb schlägt eine GLP-Politikerin vor, aus der Differenz eine Abgabe für die Kosten der Corona-Pandemie zulasten der Autofahrer zu schaffen. Wieder einmal die Autofahrer! Weshalb ist noch niemand auf die Idee gekommen, dass auch einmal der Fahrradfahrer etwas an den Ausbau der Velowege entrichten sollte? Kann man nicht wie früher eine Velovignette ​​​​​​​einführen? Bea Burri, Bern

Zu Leserreaktionen zur Lockerung der Corona-Massnahmen

Ein Recht auf das normale Leben

Was ich nicht verstehen kann, sind die Kommentare in den Leserbriefen, welche die SVP als alleinige Drängler zum baldigen Ausstieg deklarieren. Fragen sie einmal uns Eingesperrte der Risikogruppe! Wir halten uns seit Wochen an die Empfehlungen des Bundesrates und sitzen zu Hause. Wenn man sich aber bei schönem Wetter auf den Sitzplatz begibt und dem Treiben auf der Strasse zuschaut, könnte es einem schwindlig werden angesichts der vielen Bewegungen zu Fuss oder mit Fahrzeugen. Aber eben nicht von uns Alten. Auch wir haben ein Recht auf das normale Leben. Robert Stämpfli, Langenthal

2 Kommentare
    Erich Kaufmann

    Keine andere legale Tätigkeit ermöglicht einem, in so kurzer Zeit so viel der Umwelt Schaden zuzufügen, wie mit der Fliegerei. Diese sich nicht den Problemen/Markt stellende eh schon privilegierten und daher subventionierten Flugindustrie (Treibstoffsteuern) nun auch noch zu retten, ist an destruktivem Geld zum Fenster hinauswerfen und einer Lobby hörigen Politik nicht mehr zu toppen! Das Argument des Arbeitsplatzverlustes ist Opportune Angstmacherei, denn es werden andere Gesellschaften überleben die auch Arbeiter brauchen/anstellen. Die andern Angestellten werden/müssen sich halt neu orientieren. Auch wird der Schaden der diese Industrie andernorts (Umwelt) anrichtet in dieser Rechnung nicht Rechnung getragen und dafür die Kosten übernommen. Daher die Frage, warum hat man allen, die durch z.B. der Digitalisierung/Robotik ihren Arbeitsplatz verloren haben nicht auch entschädigt? So gesehen, "wer sich nicht anpasst stirbt" (Darwin) mit oder ohne finanzieller Hilfe!