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MSL-BilanzKein Happy End für ein Duo

Lyss, Wiki, Thun und Huttwil haben sich in der MSL schwer getan. Zwei der vier Trainer mussten gehen. Die Zukunft bleibt für alle schwierig.

Serge Meyer (Lyss) lässt die Zukunft offen, Andreas Beutler (Huttwil) und Stefan Gerber (Wiki) sind nicht mehr im Amt; Christoph Schenk (Thun) hat bereits verlängert (von links nach rechts).
Serge Meyer (Lyss) lässt die Zukunft offen, Andreas Beutler (Huttwil) und Stefan Gerber (Wiki) sind nicht mehr im Amt; Christoph Schenk (Thun) hat bereits verlängert (von links nach rechts).
Foto: Christian Pfander

Noch ist die Saison nicht für alle Berner Vertreter in der dritthöchsten, nationalen Liga zu Ende. Nach dem Playoff-Halbfinal-Aus von Lyss – Wiki scheiterte bereits im Viertelfinal – sind nur noch Thun und Huttwil engagiert. Das Duo muss in der Abstiegsrunde noch zwei Partien bestreiten, hat sich aber vorzeitig den Ligaerhalt gesichert.

Für die Berner Vertreter war es eine verknorzte MSL-Saison. Selbst für Lyss, das nun als klar bester Club aus dem Kanton dasteht. Der Aufsteiger verlor zwischenzeitlich zehn von elf Partien und fand sich am Tabellenende wieder, bevor der märchenhafte Aufschwung einsetze.

Die Hürde Martigny war für den SC Lyss dann aber doch zu hoch. Durch die 1:7-Niederlage im Wallis am Samstag ging die Halbfinalserie aus Seeländer Sicht mit 0:3 Siegen zu Ende. «Wir haben im Halbfinal nicht mehr am obersten Limit spielen können», bekennt Trainer Serge Meyer. «Wir waren auch mental ausgelaugt und haben nicht so viel Talent in der Mannschaft, dass wir das kompensieren konnten.» Zumal mit Kristian Suleski im Halbfinal ein wichtiger Mann fehlte; der Verteidiger erhält bei Langenthal im Swiss-League-Playoff die Chance, sich für einen Vertrag aufzudrängen. Gerade das Mentale war eine grosse Stärke der Lysser in dieser Saison. Sie befreiten sich aus einem grossen Tief und schafften mit 13 Erfolgen in Serie den Sprung vom Abstiegskandidaten zum Halbfinalisten. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Teamevent Mitte Dezember mit Mentalcoach René Schmid. Dieser liess unter anderem mehrere Spieler und den Coach in einem Boxring gegen sich antreten, wehrte sich nur minimal und lächelte dabei. Die dahinter steckende Botschaft, auch in schwierigen Situationen die Zuversicht nicht zu verlieren, kam beim Team an und half beim Weg aus dem Tief.

Meyer lässt Zukunft offen

Noch ist nicht klar, ob Meyer Lyss auch in der nächsten Saison betreuen wird. «Ich möchte auch als Coach den Sprung in den Profibereich schaffen», sagt die ehemalige Teamstütze des EHC Biel. Der 43-Jährige sagt aber auch, dass es nicht schaden könne, in der MSL noch weitere Erfahrung als Coach zu sammeln. «Es müssen noch verschiedene Punkte geklärt werden, damit ich in Lyss einen neuen Vertrag unterschreibe», sagt Meyer. «Unter anderem muss die Mannschaft genügend stark bestückt sein, um in der MSL bestehen zu können.» Sicher nicht mehr mit dabei ist Stürmer Matthias von Dach, der sich vorstellen kann, noch eine Saison bei einem Erstligisten zu spielen.

Huttwil verliert Sportchef

Hockey Huttwil hat zwei Spieltage vor Ende der Abstiegsrunde den Ligaerhalt geschafft und damit sein Minimalziel in einer verkorksten Saison erreicht. Die Oberaargauer wollten, wie in den letzten beiden Jahren, an der Spitze mitmischen, gerieten aber in eine Abwärtsspirale, zahlreiche verletzungsbedingte Absenzen kamen dazu. Zeitweise war Huttwil sogar auf dem letzten Platz klassiert, am 24. Januar wurde Trainer Andreas Beutler entlassen; dessen Assistent Daniel Bieri übernahm die Verantwortung und wird diese auch in der nächsten Saison tragen. «Mit Andreas Beutler wurde nicht einfach ein Trainer, sondern eine Persönlichkeit entlassen», sagt Sportchef Christian Baumgartner. «Die Spieler haben gemerkt, dass ihretwegen ein solcher Mann nicht mehr im Verein ist. Sie wollten die Schuld begleichen und mit guten Leistungen den Ligaerhalt schaffen.» Daniel Bieri habe dazu mehr an den Details gearbeitet und darauf geachtet, dass in der Defensive kompakter gestanden wurde. Grundlegend das System geändert habe er jedoch nicht. Dazu kamen einige Verletzte zurück in die Mannschaft und erhöhten die Qualität des Kaders.

Huttwils neuer Trainer Daniel Bieri setzte den Schwerpunkt auf die Defensive.
Huttwils neuer Trainer Daniel Bieri setzte den Schwerpunkt auf die Defensive.
Foto: Markus Grunder 

Ein grosser Umbruch ist trotz des unerwarteten Falls in den Abstiegskampf in Huttwil nicht zu erwarten. Keine Verträge mehr erhalten Stürmer Roman Messerli und Torhüter Tim Zurbuchen. Der für die Abstiegsrunde verpflichtete Goalie Maxime Baud wird wahrscheinlich in den französischen Sprachraum zurückkehren. Und auch Sportchef Baumgartner wird seine Funktion nicht weiter ausüben. Er wird 70-jährig und tritt nun kürzer. Vorgesehen ist, dass Trainer Bieri einen Teil seiner Aufgaben übernimmt, administrative Dinge sollen durch die Geschäftsstelle erledigt werden.

Thun sucht Verstärkung…

Auch Thun wird keinen grossen Umbruch im Kader vornehmen. «Wir suchen Verstärkungen», sagt Alex Reymondin. Allerdings sind dem Sportchef die Hände gebunden. «Mit Geld können wir niemanden anlocken, mit der Infrastruktur auch nicht», ergänzt Reymondin mit besorgtem Blick in die sanierungsbedürftige Grabengut-Anlage.

Während der Saison hatten die Thuner vor allem mit verletzungsbedingten Ausfällen zu kämpfen, deshalb folgte nach dem Hoch im Herbst das Tief im Januar. Auch aktuell ist das Team von Christoph Schenk nicht erfolgreich. Drei der bisher vier Partien gingen in der Abstiegsrunde verloren. Dennoch wurde der Vertrag mit Schenk um eine Saison verlängert. Ein Spitzenteam dürfte der EHC Thun aber auch nächste Saison nicht sein.

…Wiki einen Trainer

Wie Thun kämpfte auch Wiki-Münsingen mit zahlreichen Ausfällen. Die Aaretaler waren ebenfalls nicht in der Lage, diese zu kompensieren. So war auch ihre Saison ein «Geknorze», obwohl immerhin das Playoff erreicht wurde, muss Trainer Stefan Gerber gehen. Immerhin hatte die Equipe mit Stefan Baumgartner (22 Tore) und Martin Baltisberger (18) in der Qualifikation die treffsichersten Spieler der Liga in ihrer Reihe. Allerdings kassierte kein Team mehr Gegentore.

In Zukunft bleibt auch Wiki nichts anderes übrig, als noch stärker auf junge Akteure zu setzen. Wie Thuns Reymondin betont auch Ruedi Wenger, dass Wiki mit den finanzstärkeren Teams wie beispielsweise Martigny oder Basel nicht mitbieten könne. Der Sportchef erhofft sich aber in Wichtrach auch mit dem Trainerwechsel neue Impulse. «Der neue Trainer soll frischen Wind in die Mannschaft bringen», sagt Wenger.