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LeserreaktionenKaum ein Freudentag
für die meisten Mieter

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Mietwohnungen können bald günstiger sein.
Mietwohnungen können bald günstiger sein.
Keystone

Zu «Der Referenzzins sinkt – so können Sie profitieren»

Kaum ein Freudentag für die meisten Mieter

Ein Freudentag für die Mieter? Mitnichten! Es wird wohl einige wenige Vermieter geben, vor allem die privaten und kleinen, welche die Senkung weiter­geben werden. Die übrigen Vermieter, sprich institutionelle Anleger, Versicherungen wie Swiss Life, Unternehmen wie Coop und Migros, werden wieder einmal alle Hebel in Bewegung setzen, um alle möglichen angeblich für sie entstandenen Kosten ins Feld zu führen, um ja keine Miet­reduktion vorzunehmen und an den Mieter weiterzugeben.
Es wäre nicht das erste Mal.

Daniel Raemy, Thun

Zu «Es ist höchste Zeit für deutliche Worte»

VBS schaufelt immer wieder Milliarden-Franken-Gräber

Nun haben wir den Beweis, die grösste Bedrohung für die Schweiz ist unsere eigene Armee. Neben der entsorgten Munition in unseren Seen haben wir nun auch noch Mitholz am Hals. Es tönt wie ein Witz, wenn wir Pläne zur Verhinderung einer weiteren Katastrophe vom VBS vorgesetzt bekommen. Wir sind es zwar gewohnt, dass dieses Departement immer wieder Milliarden-Franken-Gräber schaufelt. Nun aber kommt das VBS mit seinem genialen Plan für Mitholz. Für die Vorarbeiten zu Umsiedlung der Bevölkerung, neuem Strassenverlauf, neuer Schienenlinie oder -überdeckung, Bergabtragung sowie weiteren Begehrlichkeiten der Kantone Bern und Wallis und der Entsorgung der Munition wird gerade mal eine Milliarde Franken veranschlagt. Es ist mir bewusst, dass das VBS nicht gerade die grösste Affinität zu Zahlen hat, aber ich vermute, dass die Kosten locker um das Fünffache erhöht werden sollten, damit dann möglicherweise mit der Räumung im Jahr 2031 begonnen werden könnte.

Max Bürgin, Birsfelden

Zitat des Tages

«Die grösste Bedrohung für die Schweiz ist unsere Armee.»

Max Bürgin, Birsfelden

Milliardenprojekt ohne Kostendeckel

Alle Kommentatoren sorgen sich berechtigterweise um die Sicherheit der Anwohner. Bislang lese ich aber nichts über die Gefährdung der vielen benötigten Arbeiter bei diesem Projekt. Ein Milliardenprojekt, notabene ohne oberen Kostendeckel, kreiert unweigerlich auch Begehrlichkeiten, weshalb wohl eine viel günstigere Variante (Überdeckung des Perimeters) gleich zur Eröffnung der öffentlichen Diskussion als Nicht-Alternative abqualifiziert wurde. Wäre da nicht auch eine Lösung, wie ich sie in Erdöl-Bohrprojekten vor Jahrzehnten mitverfolgen konnte, in die Diskussion einzubringen? Da wurden unliebsame Kavernen, ohne genaue Vorkenntnisse von deren wirklicher Geo­metrie und Grösse, mit Spezialbeton ausgegossen. Für Mitholz sind sogar genaue Pläne vorhanden. Zugegossen wäre jede «Bombe» einzeln isoliert, also Kettenreaktionen ausgeschlossen. Die Arbeiten würden wenig Erschütterung kreieren, und auch das Argument einer befürchteten Grundwasserverunreinigung würde hinfällig. Ist das zu einfach gedacht?

Fritz Schneider, Langnau

Denkansatz führt in eine Sackgasse

Es ist zu hoffen, dass Mitholz die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) alarmiert, die Sackgasse «Tiefenlager» endlich aufzugeben. Der Denkansatz, es gebe so etwas wie ein Vergraben, Einbunkern oder eben Endlagern, ist eine irreführende Sackgasse und zudem eine arrogante Unterschätzung der Wissensvermehrungs- und Technologieentwicklungsfähigkeit unserer Nachkommen. Entscheidend ist deshalb, dass alles dafür getan wird, die Gefährlichkeit des radioaktiven Materials nicht zu bagetellisieren, sondern dass erstens dieses Wissen um die Gefährlichkeit auf die folgenden Generationen übermittelt wird und dass zweitens eine möglichst vollständige transparente Kontrolle darüber gewährleistet bleibt.

Hermann Huber, Urdorf

Zu «So viel mehr kosten Pillen in der Schweiz tatsächlich»

Quellen wohl nicht hinterfragt

Immer wieder schreiben Journalisten Zahlen und Informationen von Quellen einfach ab, ohne diese zu hinterfragen. Im Text steht, dass Atorvastatin in der Schweiz 6,5-mal teurer ist als in Deutschland. In der Tabelle ist es dann noch das 3-Fache. Richtig ist, dass der Fabrikabgabepreis vom Staat festgelegt wird und in der Schweiz höher ist als in Deutschland. Warum wohl? Die Kosten für die Inverkehrsetzung eines Generikums fallen in der Schweiz an, zu Schweizer Löhnen. Es ist zudem ein Unterscheid, ob ein Produkt für eine Bevölkerung von 8 Millionen oder für eine von 80 Millionen zur Verfügung gestellt wird.

Dr. Claus Hysek, Schwadernau, Präsident Verein für die unab­hängige Apotheke (Ifak)