Zum Hauptinhalt springen

«Immer sollten sie sich nicht auf das Händchen ihres Trainers verlassen»

Ein kluger Ottmar Hitzfeld, ein mutiger Valon Behrami und geplatzte Träume in Ecuador: Was die internationale Presse zum Sieg der Schweizer Nationalmannschaft sagt.

fko
«Automatismen oder gelungene Aktionen? Fehlanzeige!»: Die Schweizer gewannen nur dank der klugen Strategie von Trainer Hitzfeld, schreibt der «Spiegel».
«Automatismen oder gelungene Aktionen? Fehlanzeige!»: Die Schweizer gewannen nur dank der klugen Strategie von Trainer Hitzfeld, schreibt der «Spiegel».
Screenshot Spiegel.de
«Die Schweizer Uhr bestraft Ecuador»: Grosse Enttäuschung bei der ecuadorianischen Zeitung «La Hora».
«Die Schweizer Uhr bestraft Ecuador»: Grosse Enttäuschung bei der ecuadorianischen Zeitung «La Hora».
Screenshot «La Hora»
«Zu abgelenkt – wieder einmal»: Das ecuadorianische Nachrichtenportal «El Comercio» übt Selbstkritik.
«Zu abgelenkt – wieder einmal»: Das ecuadorianische Nachrichtenportal «El Comercio» übt Selbstkritik.
Screenshot «El Comercio»
1 / 5

«Verrückte Sekunden», «Wahnsinn», «Dramatik»: Das Finale des ersten Auftritts der Schweizer Nationalmannschaft an der WM war spektakulär, darin sind sich nationale und internationale Medien einig. «Allein für diese letzte Minute hat sich alles, alles, alles gelohnt», schreibt das deutsche Fussballmagazin 11freunde.de. Valon Behramis Manöver und Haris Seferovics später Siegtreffer hätten der WM die bisher spannendste Schlussphase beschert.

Doch in die Begeisterung über den Sieg in letzter Minute mischt sich Kritik an der Leistung der Nationalspieler. Seferovic habe mit seinem Tor eine enge Partie entschieden, in der die Schweiz zu lange berechenbar und zu häufig fehlerhaft gespielt habe, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung». «Die Schweizer gewinnen ein Spiel, in dem sie in der ersten Hälfte mit genauso wenig Rhythmus aufgetreten waren, wie sie es in der Qualifikation und auch in den letzten Testpartien oft getan hatten. Ihre Manöver waren auch in den ersten 45 Minuten vom Sonntag behäbig, langsam – als würde ein vorsichtiger Fahrer einen Lastwagen durch eine Gasse bringen wollen.»

«Gewonnen, aber nicht überzeugt»

«Die Schweiz hat ihr Auftaktspiel gegen Ecuador gewonnen, überzeugt hat sie dabei nicht», urteilt der deutsche «Spiegel». Sie habe sich schwergetan mit den zumindest in der ersten Spielhälfte frechen, aggressiven Ecuadorianern, deren Führung «nicht einmal unverdient» gewesen sei. In der Offensive seien Valentin Stocker, Granit Xhaka und vor allem Josip Drmic fast vollständig isoliert gewesen. «Automatismen oder gelungene Aktionen? Fehlanzeige!» Gesiegt habe die Schweiz schliesslich dank Trainer Hitzfeld, der das richtige Gespür für den richtigen Spieler bewiesen habe, indem er in der 75. Minute Seferovic einwechselte. «Um gegen Frankreich zu bestehen, müssen sich die Schweizer steigern. Denn: Immer sollten sie sich nicht auf das Händchen ihres Trainers verlassen.»

Von einer «unverdienten Beleidigung» für Ecuador berichtet die italienische «Gazzetta dello Sport»: Das Spiel sei immer ausgewogen gewesen, keine der Mannschaften habe sich hervorgetan. Die Schweizer hätten vor allem in der Defensive anfällig gewirkt. Die Mannschaft könne mehr als das, was sie beim ersten WM-Auftritt gezeigt habe.

Selbstkritik in Ecuador

In Ecuador ist die Enttäuschung über das knapp verlorene Spiel gross. Die Mannschaft habe zu viel Respekt vor den Schweizer Spielern gezeigt, sei am Schluss zu emotional geworden und habe deshalb verloren, schreibt die ecuadorianische Zeitung «El Comercio». Die Spieler seien zu abgelenkt gewesen, «wieder einmal». Deshalb hätten sie die Schweizer in den letzten Sekunden nicht aufhalten und den Siegtreffer nicht verhindern können.

Mit dem Tor in letzter Minute seien «die Herzen von mehr als 14 Millionen Ecuadorianern» stillgestanden, schreibt die ecuadorianische Zeitung «La Hora». Mit dem Führungstreffer in der 22. Minute sei beim ganzen Volk die Hoffnung auf einen Sieg erwacht. Die beiden Mannschaften hätten sich einen ausgeglichenen Kampf geliefert, den Ausschlag gegeben habe schlussendlich Hitzfelds kluge Einwechslung. Mit seinem Tor habe Seferovic die euphorische Stimmung im Land zerstört und alle ecuadorianischen Hoffnungen platzen lassen: «Die Schweizer Uhr bestraft Ecuador.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch