Zum Hauptinhalt springen

Zug United hat einen LaufIm Sog der fünf Schweden

Zug United führt im Playoff gegen Floorball Köniz 2:0. Die Zentralschweizer haben nach ihrem Cupsieg Lunte gerochen und streben am Samstag (17 Uhr) in Köniz ein weiteres Break an. Hinter der Erfolgsgeschichte stecken ein umtriebiger Präsident, eine Leistungskultur und fünf starke Spieler aus Schweden.

Der Schwede Alexander Larsson schoss Zug in der Verlängerung gegen Malans zum erstmaligen Cupsieg.
Der Schwede Alexander Larsson schoss Zug in der Verlängerung gegen Malans zum erstmaligen Cupsieg.
freshfocus

Das Team der Stunde im Schweizer Unihockey kommt aus Zug. Vor knapp zwei Wochen kürten sich die Zentralschweizer gegen Malans erstmals in der Vereinshistorie zu Cupsiegern. Der Triumph markierte den vorläufigen Höhepunkt eines imposanten Aufschwungs, der im Frühling 2017 mit dem Aufstieg in die NLA eingeläutet wurde. «Der Cupsieg fühlt sich hervorragend an», sagt Präsident Patrick Trachsel, einer der Baumeister der Erfolgssaga: «Es war eine Bestätigung, dass unser Konzept der Leistungskultur greift. Zudem hat der Cupfinal in der öffentlichen Wahrnehmung viel Positives bewirkt, was für das Zuger Unihockey wichtig ist.»

Stück für Stück haben sich die Zentralschweizer seit dem Aufstieg in die Beletage der Spitze angenähert. Dreimal in Serie qualifizierten sie sich für das Playoff, wobei die Punkteausbeute in der regulären Saison jedes Jahr gesteigert wurde. 2018 und 2019 scheiterten sie im Playoff-Viertelfinal an Köniz – beide Serien gingen 4:1 zugunsten der Berner aus. Dieses Jahr wollen die Innerschweizer den Spiess gegen denselben Gegner umdrehen, wobei der Cupsieg offenbar Rückenwind verliehen hat. Nach dem 8:7-Auswärtssieg und dem Break in Köniz setzten sich die Zuger auch im zweiten Spiel durch und liegen in der Serie 2:0 vorne. «Sollten wir Köniz ausschalten, was noch ein weiter Weg ist, wäre das ein weiterer Meilenstein in der Clubgeschichte», erklärt Trachsel.

Zug hält sich nicht an Abkommen

Einen Löwenanteil am Höhenflug beanspruchen fünf Akteure aus Schweden. Andreas Dahlqvist (20 Tore, 14 Assists in der regulären Saison), Emil Julkunen (21/14), Alexander Larsson (10/22) und Calle Kostov-Bredberg (10/17) sind für einen Grossteil der Tore zuständig, derweil Goalie Petter Nilsson der Abwehr Sicherheit gibt. Dass die Zuger jeweils gleich fünf Ausländern Auslauf gewähren, passt indes nicht allen Konkurrenten in den Kram. Denn vor der Saison unterschrieben ausser den Zugern alle Clubs ein Abkommen, wonach maximal vier Ausländer pro Partie eingesetzt werden dürfen.

Weil es sich beim Agreement aber um eine Übereinkunft ohne reglementarische Grundlage handelt, ist es juristisch nicht durchsetzbar. «Dass wir uns nicht daran halten, hat sportliche und juristische Gründe», sagt Trachsel und ergänzt: «So verstösst das Agreement gegen das Freizügigkeitsgesetz, stellt also eine missbräuchliche Diskriminierung dar und verstösst weiter gegen inländische Vorschriften des Kartellgesetzes. Wir leben in einer globalisierten Welt. Für uns sind es letztlich junge Menschen, die in Zug zwischen 80 und 100 Prozent arbeiten und für Spesen Unihockey spielen.» Entscheidend sei aber die Tatsache, «dass mit den schwedischen Spielern die Trainingsintensität erhöht und damit auch Schweizer besser gemacht werden konnten».

In Zukunft mehr Einheimische

In der Tat entwickelten sich im Sog der Schweden auch die Eigengewächse. « Der junge Severin Nigg oder Adrian Furger, der es ins Nationalteam geschafft hat, konnten sich neben den Ausländern entfalten und wurden zu Schlüsselspielern. Die Schweden trugen in einer Art Göttifunktion viel zur Entwicklung bei.» Mittelfristig möchten die Zuger aber mehr Einheimische auf dem Parkett sehen, dafür professionalisierten sie ihre Jugendabteilung. «Mit Toptrainern», wie Trachsel sagt. Und mit Erfolg: In der U-21, der U-18 und der U-16 gehören die Zuger zur erweiterten nationalen Spitze. «Junioren sind der Erfolg von morgen, Ziel ist es, in Zukunft so viele Junioren wie möglich in das erste Team zu bringen.»