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Meine OaseHier wird die Gastfreundschaft gepflegt

Für Elisabeth und Paul Röthlisberger ist die Arbeit in ihrem Garten Erholung. Und sie freuen sich jederzeit über Besuche von Familie und Nachbarn, Vögeln und Schmetterlingen.

Elisabeth und Paul Röthlisberger in ihrer Oase in Steffisburg.
Elisabeth und Paul Röthlisberger in ihrer Oase in Steffisburg.
Fotos: Christian Pfander

«Im Hochsommer fliegen hier so viele Mauersegler, dass es rauscht», erzählt Elisabeth Röthlisberger. 100 Nistkästen habe man vor Jahren gemeinsam in der Nachbarschaft montiert – und alle werden genutzt. Doch nun sind die «Spiren» mit ihrem Nachwuchs nach Süden geflogen, und ihre Kästen wurden von Spatzen bezogen.

Jetzt im Spätsommer ist es ruhig unter den Apfelbäumen in Röthlisbergers Garten in Steffisburg. Zwar blüht es noch überall: Die weissen Rosen, die Elisabeth Röthlisberger wegen ihrer vollen Blüten besonders liebt; Fuchsien und Dipladenien, die sich sogar in der Silbertanne hochranken; eine Edelweiss-Staude vor dem heimeligen Gartenhaus und Feuerbohnen am Gartenhag.

Im Garten von Elisabeth Röthlisberger hat es viele weisse Blumen. Die Farbe mag sie besonders.
Im Garten von Elisabeth Röthlisberger hat es viele weisse Blumen. Die Farbe mag sie besonders.
Foto: Christian Pfander
Kleine Details zeugen von der Liebe der Röthlisbergers zu ihrem Garten. Die Blumen heissen Dipladenia.
Kleine Details zeugen von der Liebe der Röthlisbergers zu ihrem Garten. Die Blumen heissen Dipladenia.
Foto: Christian Pfander
Hier ein Tischchen, dort ein Bänkchen. Der Garten hat viel Platz für Gäste.
Hier ein Tischchen, dort ein Bänkchen. Der Garten hat viel Platz für Gäste.
Foto: Christian Pfander
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Doch in der Ruhe kündigt sich schon der Herbst an. Die Blumenwiese mit den vielen Margeriten ist gemäht, und am Rosenbogen verwandeln sich die letzten der zahllosen kleinen, hellroten Blüten in Hagebutten. «Diese Rose hatte schon meine Mutter in Fahrni», erzählt Elisabeth Röthlisberger. «Meine Schwägerin hat mir einen Steckling davon gemacht.»

Arbeit im Garten bringt Erholung

Die Reben sind Paul Röthlisbergers Domäne: Unzählige Steckhölzer hat der pensionierte Schmied schon verschenkt, und auch jetzt wächst eine neue Rebe geschützt neben üppigen Tomatenstauden heran. «Unsere Rebe ist 40 Jahre alt und wurde noch nie gespritzt», berichtet Paul Röthlisberger stolz. «Früher rankte sie über die ganze Hauswand hoch. Aber jetzt haben wir sie ein wenig zurückgeschnitten.»

Trotzdem gibt der Garten noch rund ums Jahr zu tun: Die Obstbäume, die artenreiche Hecke und die Waldrebe, die den Pavillon umrankt, müssen geschnitten werden – aber keinesfalls dann, wenn Amseln und Meisen brüten. Blumensamen wollen ausprobiert werden, es gilt zu jäten und zu mähen – aber so, dass Bienen und Schmetterlinge noch genug Nektar finden. Und vor allem soll es auch dem Besuch wohl sein – Freunden und Nachbarn, den Geschwistern und ihren Familien, der Tochter, den beiden Söhnen und den sieben Enkelkindern.

«Bei der Arbeit in unserem Garten erholen wir uns», sind sich Elisabeth und Paul Röthlisberger (77 und 83) einig. «Dank unserem Garten haben wir auch die Corona-Zeit gut überstanden. Und alles, was wir sonst noch brauchten, haben uns die Enkel und die jungen Nachbarn vor die Türe gestellt.» Dankbar blicken Röthlisbergers zurück; und nun freuen sie sich, dass Besuche wieder möglich sind. «Während der Coronazeit haben wir unsere Enkel sehr vermisst.»