Helvetia vor der Berufswahl: Hure oder Heilige

Die Schweiz bietet in Venezuela Hilfe an. Gleichzeitig profitieren die Banken davon, dass das Regime Gelder versteckt.

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Peter Burkhardt@PeterBurkhardt

Beim Empfang von Bundespräsident Ueli Maurer durch US-Präsident Donald Trump kam ein heikles Thema zur Sprache: Die Schweiz soll als Schutzmacht die Interessen der USA in Venezuela übernehmen. Gute Dienste nennt man das. Sie dienen der Beilegung internationaler Konflikte. Die Schweiz als neutrales Land mit langer humanitärer Tradition und als Sitz des Internationalen Roten Kreuzes ist dafür wie geschaffen.

Doch fast gleichzeitig wird bekannt, dass das venezolanische Regime von Präsident Nicolás Maduro ein riesiges Geldwäsche-Imperium aufgebaut hat – und die Schweiz sitzt, wie schon so oft bei Korruptions-, Steuerhinterziehungs- und Geldwäschefällen, mittendrin. Maduros Regime nutzt Schweizer Banken, um illegal erworbene Gelder zu deponieren. Und Schweizer Ölhändler stehen im Verdacht, von der Korruption in Venezuela profitiert zu haben.

Ein besonders krasser Fall ist der ehemalige Leibwächter von Maduro, der zum Finanzminister aufgestiegen war. Er soll 17 Bankkonten bei neun Schweizer Banken besitzen, darunter bei der Credit Suisse und bei Julius Bär. Wenn das stimmt, hätten die Banken womöglich ihre Sorgfaltspflichten verletzt. Denn nach den Vorschriften über Geldwäsche müssen sie sogenannt politisch exponierte Personen besonders gut durchleuchten, um illegale Machenschaften zu unterbinden.

Mit ihren Guten Diensten gibt sich die Schweiz humanitär. Gleichzeitig tragen die Schweizer Banken mit ihren «Guten Diensten» für das Regime von Maduro dazu bei, dessen Lebensdauer und die Leidenszeit des venezolanischen Volkes zu verlängern.

Die Schweiz muss sich irgendwann entscheiden: Will sie Heilige sein, also die humanitären Dienste konsequent durchziehen? Oder will sie Hure sein, also den Diktatoren dieser Welt dienen? Beides geht nicht. Wirtschaft — 39

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