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«Hausarbeit muss entlöhnt werden»

Frauenstreik

In ihrem neuen Buch «Schluss mit gratis» plädiert die Bernerin Sibylle Stillhart dafür, dass Frauen (und Männer) für Haus- und Betreuungsarbeit bezahlt werden. Nur so könnten Familien dem Dauerstress entkommen. 

«Man muss nicht die Frauen ändern, sondern das System», sagt Sibylle Stillhart (45). Sie fordert einen Hausfrauenlohn.

«Man muss nicht die Frauen ändern, sondern das System», sagt Sibylle Stillhart (45). Sie fordert einen Hausfrauenlohn.

(Bild: Beat Mathys)

Mirjam Comtesse

Frau Stillhart, Sie finden, Frauen seien völlig abgehetzt. Warum nur die Frauen?
Ich denke, auch Männer sind gestresst. Es geht mir aber um die Sicht der Mütter. In den vergangenen Jahren wurde die Erwerbsarbeit derart aufgewertet, dass alles andere zur Nebensache erklärt wurde. Mittlerweile können Mädchen dieselben Ausbildungen machen wie Buben. Das ist ein Fortschritt im Vergleich zur Zeit, als Mädchen vor allem Stricken und Nähen lernen sollten, damit sie später «gute» Hausfrauen würden. Aber die Erwerbsarbeit ist nur ein Teil des Lebens. Sobald ein Kind auf die Welt kommt, wird die Perspektive eine andere und die Definition von «Arbeit» eine neue. Jetzt gibt es daheim wahnsinnig viel zu tun und die zusätzlichen Aufgaben bleiben allermeistens an den Frauen hängen.

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