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Coronavirus in der Schweiz+++ 9386 Neuansteckungen an einem Tag +++ NDB-Chef Gaudin positiv getestet

Am Donnerstag sind in der Schweiz 31 Corona-Tote und 287 Spitaleinweisungen verzeichnet worden. Nationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der Corona-Ansteckungen in der Schweiz steigt stark an.

  • Der Bundesrat empfiehlt deshalb Homeoffice für die ganze Schweiz soweit möglich.

  • Diverse Kantone haben ihre Massnahmen gegen das Virus verschärft.

  • Heute will der Bundesrat neue Massnahmen beschliessen. Verfolgen Sie die Pressekonferenz in unserem Live-Ticker.

LIVE TICKER

Bundesrat lehnt zusätzliche Unterstützung für Eventbranche ab

Der Bundesrat möchte Unternehmen in der Eventbranche nicht zusätzlich finanziell unterstützen. Die bisher getroffenen Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie seien hinreichend.

Dies schreibt der Bundesrat in seiner Antwort auf eine Motion der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK-N), die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Konkret wird in dem Vorstoss verlangt, dass Eventtechnik-Unternehmen, Eventagenturen, Tribünenbauer, Zeltbauer sowie Eventdienstleister im Bereich Mobiliar und Geschirr mit zusätzlichen finanziellen Beiträgen des Bundes unterstützt werden.

Bei seiner rückblickenden Betrachtung der «ausserordentlichen Lage» gemäss Epidemiengesetz könne der Bundesrat keine Geschäftszweige identifizieren, die vollständig durch die Maschen der umfassenden Unterstützungsmassnahmen fielen. Alle Branchen hätten einen Anspruch geltend machen können.

Mit dem Covid-19-Gesetzes sei auch gesetzliche Grundlage für eine Beteiligung des Bundes an Massnahmen zur Unterstützung von Härtefällen geschaffen worden. Die konkreten Modalitäten einer Beteiligung des Bundes an der Finanzierung solcher Härtefallmassnahmen wird derzeit mit den Kantonen erarbeitet. In Kraft sollen sie Anfang 2021.

Maskenpflicht für Sekundarschüler im Kanton Solothurn

Der Kanton Solothurn zieht die Schraube im Kampf gegen die Corona-Pandemie weiter an. Ab Montag gilt an den Schulen der Sekundarstufe eine generelle Maskenpflicht. Die Zahl der Intensivbetten in den Spitälern wird von 14 auf 25 erhöht.

Schutzmasken sitzen Schülerinnen eines Gymnasiums in Frankfurt im Unterricht.
Schutzmasken sitzen Schülerinnen eines Gymnasiums in Frankfurt im Unterricht.
Foto: Boris Roessler (Keystone)

Die Lage im Kanton sei ernst, teilte die zuständige Regierungsrätin Susanne Schaffner am Donnerstag mit. Daher geht der Regierungsrat bei den Massnahmen weiter als der Bundesrat: Shishabars, Clubbetriebe sowie Erotik- und Sexbetriebe werden geschlossen.

In Barbetrieben dürfen insgesamt höchstens 30 Gäste anwesend sein. Take-away- und Imbissbetriebe müssen zwischen 23.00 Uhr und 06.00 Uhr geschlossen bleiben. Zudem ist es verboten, Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen durchzuführen. Diese Verschärfungen gelten am Freitagmittag bis längstens Ende Januar.

BAG meldet 9386 Neuinfektionen

Aus der Schweiz und Liechtenstein sind innert 24 Stunden rekordhohe 9386 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Die Zahl der neuen Hospitalisierungen hat sich gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) innerhalb eines Tages fast verdoppelt.

Die 9386 gemeldeten Fälle stellen einen Tagesrekord dar. Die Positivitätsrate beträgt 26,6 Prozent bei 35'230 neu gemeldeten Tests.

Am Mittwoch waren noch 8616 Corona-Infektionen bekannt geworden. Noch drastischer fällt die Zunahme der Hospitalisierungen innert Tagesfrist aus: Wurden am Mittwoch dem BAG noch 149 Spitaleinweisungen gemeldet, so waren es am Donnerstag bereits 287 Hospitalisierungen.

Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle erhöhte sich innert eines Tages von 24 auf 31. Die Zahl der Todesfälle wegen einer Covid-19-Erkrankung in der Schweiz und in Liechtenstein stieg damit auf insgesamt 1985 an.Innert 24 Stunden wurden 35'230 Tests durchgeführt. Die Gesamtzahl der Tests klettert damit auf knapp 1,9 Millionen an. Davon waren 8,3 Prozent positiv, also wiesen auf eine Neuansteckung hin. In den vergangenen zwei Wochen war diese sogenannte Positivitätsrate laut den BAG-Angaben auf 22,7 Prozent angestiegen.

Am Donnerstag befanden sich zudem 31'334 Menschen in Isolation und 24'948 Kontakte in Quarantäne. 13'594 Menschen befanden sich zusätzlich in Quarantäne, weil sie aus Risikoländern eingereist waren.

Verdoppelung innert einer Woche

Noch besser Aufschluss über die Entwicklung der Corona-Pandemie gibt neben den täglichen Zahlen der am Donnerstag veröffentlichte Wochenvergleich des BAG. So waren in der vergangenen Woche insgesamt 39'441 neue laborbestätigte Fälle verzeichnet worden. Damit hat sich die Anzahl Fälle im Vergleich zur Vorwoche erneut verdoppelt. Der Anstieg der Fälle sei in allen Kantonen und allen Altersklassen zu verzeichnen, schreibt das BAG.

Weiter wurden 623 neue Hospitalisationen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. Gegenüber der Vorwoche stieg die Zahl der Hospitalisationen um 43 Prozent. In fast allen Kantonen sei die Zahl der Hospitalisationen angestiegen. Im Durchschnitt hätten sich 128 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung auf einer Intensivstation befunden.

Die Zahl der Todesfälle belief sich in der vergangenen Woche auf 89 gegenüber 38 in der Vorwoche. Sie hat sich also mehr als verdoppelt. Wegen verspäteter Datenerfassung könnten sich die Zahlen der Hospitalisationen und der Todesfälle noch erhöhen.Insgesamt wurden in der vergangenen Woche 177'718 Tests durchgeführt. Im Vergleich zur Vorwoche entsprach dies einer Zunahme um 40 Prozent. Der Anteil positiver Tests stieg im Wochenvergleich von 15,4 Prozent auf 22,5 Prozent.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

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NDB-Direktor Gaudin positiv auf Coronavirus getestet

Das Coronavirus macht vor dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) nicht Halt. Direktor Jean-Philippe Gaudin ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Gaudin hat zurzeit keine Symptome und führt die Geschäfte von zuhause aus.

Dies teilte der NDB am Donnerstag mit. Gaudin befindet sich seit Mittwoch in Isolation. Er habe sich nach einem Kontakt mit einer positiv getesteten Person selbst testen lassen, hiess es in der Mitteilung. Er fühle sich gesund und habe derzeit keine Symptome.

Jean-Philippe Gaudin spricht an einer Medienkonferenz in Bern. (24. Mai 2019)
Jean-Philippe Gaudin spricht an einer Medienkonferenz in Bern. (24. Mai 2019)
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)
Bodensee: Kein Rundfahrten mehr und Fährbetrieb ohne Gastro

Die steigenden Corona-Infektionszahlen haben auch Auswirkungen auf den Schiffsbetrieb auf dem Bodensee: Ab kommenden Montag werden keine Rundfahrten mehr angeboten. Auf der Fähre zwischen Romanshorn TG und Friedrichshafen D wird es an Bord keinen Gastronomiebetrieb mehr geben.

Vor zehn Tagen ging die Saison der Schweizerischen Bodensee-Schiffahrtsgesellschaft AG (SBS) zu Ende. «Die Passagierfrequenzen auf der Bodenseefähre und den Kursschiffen sind seit dem Ausbruch von Covid-19 durch den Lockdown und der verordneten Maskenpflicht um 50 Prozent auf 260'000 Passagiere zusammengebrochen», schrieb die SBS in einer Mitteilung.

Es sei vereinzelt zu Entlassungen gekommen. Das Unternehmen hat für das vierte Quartal erneut Kurzarbeit beantragen müssen und rechnet im laufenden Jahr mit einem Verlust von rund zwei Millionen Franken.

Die neuen Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben auch Auswirkungen auf den Schiffsbetrieb auf dem Bodensee.
Die neuen Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben auch Auswirkungen auf den Schiffsbetrieb auf dem Bodensee.
Foto: Keystone

Das ganze Jahr über verkehrt die Bodensee-Fähre zwischen Romanshorn und Friedrichshafen. Die Fähre werde weiter nach Fahrplan fahren, schrieben die Bodensee Schiffsbetriebe (BSB) in Konstanz am Donnerstag in einer Mitteilung. An Bord werde es aber keinen Gastronomiebetrieb geben.

Ab 2. November werden die BSB keine Rundfahrten mehr anbieten. Dies sei eine Folge der Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Deutschland hat für den Monat November massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen.

Aargauer Circus verschiebt Variété-Start um ein Jahr

Der Aargauer Circus Monti mit Sitz in Wohlen AG verschiebt den für November geplanten Start seines Variétés um ein Jahr. Der Beschluss des Bundesrats, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen für die nächsten Wochen zu verbieten, lässt gemäss Monti «definitiv keinen Spielraum mehr».

Man bedaure die Verschiebung der sechsten Ausgabe von Montis Variété sehr, doch stehe die Gesundheit der Gäste, Artisten und Mitarbeitenden an erster Stelle, teilte die Circus Monti AG der Familie Muntwyler am Donnerstag mit. Die Spielzeit war für November und Dezember in Wohlen in Montis Winterquartier vorgesehen gewesen.

Bislang sei man überzeugt gewesen, mit einem Schutzkonzept die nötigen Massnahmen für einen unbeschwerten und sicheren Variété-Abend erfüllen zu können, hiess es weiter. Im Vorverkauf seien über drei Drittel der Tickets abgesetzt worden. Die Ticketkäufer würden in den nächsten Tage kontaktiert.

Coronavirus macht Strich durch das Programm: Circus Monti muss die Spielzeit seines Variété um ein Jahr verschieben.
Coronavirus macht Strich durch das Programm: Circus Monti muss die Spielzeit seines Variété um ein Jahr verschieben.
Foto: Circus Monti

Die Vorbereitungsarbeiten seien auf Hochtouren gelaufen, und vor Ort seien neue Bauten für die aktuelle Inszenierung entstanden. Das Artisten-Duo aus Kanada, das gemeinsam mit verschiedenen Künstlern die neue Inszenierung bestritten hätte, ist bereits vergangene Woche zur Quarantäne in der Schweiz eingetroffen, wie Monti festhält.

Bereits im Mai hatte der traditionelle Aargauer Circus entschieden, seine 36. Tournee wegen des Coronavirus um ein Jahr in den Sommer/Herbst 2021 zu verschieben. Die Situation lasse einen sicheren Tourneebetrieb aus verschiedenen Gründen nicht zu, hiess es damals.

Wegen Corona: Bund rechnet mit Defizit von 20 Milliarden

Für das laufende Jahr rechnet der Bund mit einem Defizit von 20 Milliarden Franken. Davon sind 18,1 Milliarden auf die ausserordentlichen Ausgaben zur Abfederung der Pandemie zurückzuführen. Das zeigt die zweite Hochrechnung des Bundesrats.

Budgetiert war ein Überschuss von 0,3 Milliarden Franken. Die Unsicherheit ist gemäss Mitteilung des Bundesrats vom Mittwoch aber noch immer gross. Der Anstieg der Corona-Fallzahlen könne bis Ende Jahr noch grössere Auswirkungen auf den Bundeshaushalt haben.

Rote Zahlen wegen der Pandemie: Finanzminister Ueli Maurer ist gefordert.
Rote Zahlen wegen der Pandemie: Finanzminister Ueli Maurer ist gefordert.
Foto: Anthony Anex (Keystone/24. Oktober 2020)
BAG meldet 8616 Neuinfektionen

Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind heute 8616 Coronavirus-Ansteckungen innert 24 Stunden gemeldet worden. Die Positivitätsrate beträgt 28 Prozent bei 30'772 neu gemeldeten Tests. Am Mittwoch vor einer Woche waren es 5596, am Mittwoch vor zwei Wochen 2823, gestern 5949 Fälle. Zudem meldete das BAG heute 24 neue Todesfälle und 149 Spitaleinweisungen.

Insgesamt gab es dem BAG zufolge seit Beginn der Pandemie 135'658 laborbestätigte Fälle. Seit Anfang der Pandemie mussten 6413 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Mittwoch nach Angaben des BAG 24'355 Personen in Isolation und 23'270 Personen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 12'099 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

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Härtefall-Gelder sollen schneller fliessen

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Armee setzt weitere WKs aus

Die Schweizer Armee führt bis Ende Jahr keine Wiederholungskurse (WK) mehr durch. Ausgenommen sind WK zur möglichen Unterstützung ziviler Behörden bei einer Verschärfung der Covid-19-Pandemie und solche zur Sicherung der Basisleistungen der Armee.

Die Armee bereitet den Einsatz bei einer Verschlechterung der Pandemielage derzeit vor, wie sie am Mittwoch mitteilte. Dabei steht die Unterstützung des Gesundheitswesens, an der Grenze oder von kantonalen Polizeikorps beim Botschaftsschutz im Vordergrund.

Nur Wiederholungskurse zur Vorbereitung dieses erneuten möglichen Assistenzdienstes finden noch statt. Weiter führt das Militär jene WK durch, die der Vorbereitung geplanter Einsätze im kommenden Jahr dienen. Darunter fällt etwa die Unterstützung der zivilen Behörden beim Weltwirtschaftsforum WEF vom 18. bis 21. Mai 2022 auf dem Bürgenstock NW.

Alle anderen Wiederholungskurse beendet die Armee entweder vorzeitig oder setzt sie bis Ende Jahr aus. Das soll die Bereitschaft und Durchhaltefähigkeit der Wehrleute im Hinblick auf den möglichen Assistenzdienst sichern.

Corona wirbelt das Armee-Programm durcheinander: Wiederholungskurse werden bis Ende Jahr ausgesetzt.
Corona wirbelt das Armee-Programm durcheinander: Wiederholungskurse werden bis Ende Jahr ausgesetzt.
Foto: Gaetan Bally (Alessandro Crinari/Archiv)

Je nach Lage kann die Armee weitere Massnahmen ergreifen, wie es weiter hiess. Für die ausfallenden Wiederholungskurse müssen die Armeeangehörigen keine Wehrpflicht-Ersatzabgabe zahlen. Zu ihren Wiederholungskursen werden sie ab kommendem Jahr wie geplant an den ordentlichen Terminen aufgeboten.

Luzern sagt Fasnacht 2021 ab

In der Stadt Luzern fällt die fünfte Jahreszeit 2021 der Coronapandemie zum Opfer. Die Behörden teilten am Dienstag mit, es werde im nächsten Februar kein Fasnachtstreiben geben. Die Stadt begründete dies mit der aktuellen Pandemielage und den gesetzlichen Bestimmungen von Bund und Kanton, zu denen Schutzkonzepte und Versammlungsbeschränkungen gehören. Grosse Fasnachtsanlässe seien nicht bewilligungsfähig. Die aktuellen Bestimmungen liessen auch ein wildes fasnächtliches Treiben nicht zu.

Die Stadt Luzern rechnet damit, dass die Pandemielage noch monatelang angespannt bleibe. Es sei unvorstellbar, dass diese sich bis zur Fasnacht so stark entspanne, das Fasnachtsanlässe bewilligt werden könnten, teilte sie mit.

Kein Umzug nächstes Jahr: Luzerns Fasnächtler müssen darben
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Keystone
Waadt verschiebt nicht dringende Operationen

Wegen der steigenden Spitaleinweisungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verschiebt der Kanton Waadt in seinen Spitälern alle anderen nicht dringenden operativen Eingriffe. Damit könnten Personal und Betten für Covid-19-Patienten und andere Notfälle freigemacht werden.

Erst am Montag hatte die Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz (SP) die Verschiebung von 30 Prozent der Eingriffe angekündigt. Nur einen Tag später folgte die Verschärfung der Massnahmen. Denn im Kanton Waadt hätten sich am Dienstagmorgen bereits 34 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen befunden, teilte der Kanton am Abend mit.

Gleichzeitig nähmen die Spitaleinlieferungen zu und aktuelle Prognosen gingen bis Ende Woche von 80 Patienten auf den Notfallstationen des Universitätsspitals Lausanne (Chuv) und der anderen kantonalen Spitäler aus. Ende nächster Woche könnte sich die Zahl sogar noch verdoppeln.

Ausgenommen von den Massnahmen seien die Privatspitäler.

Glarus: 47 Kleinkinder in Quarantäne

Im Kanton Glarus sind im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie 47 Kleinkinder und 20 Betreuungspersonen in Quarantäne geschickt worden. Eine nicht im Glarnerland wohnende Mitarbeiterin einer Kindertagesstätte in Näfels war positiv auf das Virus getestet worden.

Die Kleinkinder im Alter von bis zu vier Jahren befänden sich in Quarantäne und in der Obhut der Eltern beziehungsweise von Betreuungspersonen, teilten die Glarner Behörden am Montag mit. Von acht auf das Coronavirus getesteten Betreuungspersonen waren zwei infiziert, zwei nicht. Vier Testresultate stünden noch aus, hiess es.

Laut Behördenangaben hat das Contact Tracing-Team im Glarnerland laufend mehr Fälle zu bearbeiten. Die Anfragen nähmen überproportional zu. Die Ressourcen würden stetig ausgebaut, reichten aber nicht aus, um die grossen Herausforderungen zu meistern. Betroffene Personen würden so schnell wie möglich per SMS, Telefonanruf oder Mail informiert, damit die Ansteckungsketten weiterhin unterbrochen werden können.

Kanton kritisiert Shoppi Tivoli

Das Shoppi Tivoli hat nach seinem am Samstag zeitweise aus dem Ruder gelaufenen Jubiläumsfest Kritik vom Kanton einstecken müssen. «Sowohl das allgemeine Schutzkonzept wie auch das Jubiläumsfest-Schutzkonzept decken den Fall einer unerwarteten Ansammlung von Personen nicht ab», heisst es in einer Medienmitteilung des Aargauer Gesundheitsdepartments. Das Spreitenbacher Einkaufszentrum muss deshalb sein Schutzkonzept umgehend überarbeiten und es dem kantonsärztlichen Dienst vorlegen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung mit dem Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati, Kantonsärztin Yvonne Hummel und Shoppi-Tivoli-Geschäftsführer Patrick Stäuble. Gemäss letzterem werden im Einkaufszentrum bis auf Weiteres keine speziellen Events mehr durchgeführt.

Am Samstag war es im Shoppi zu einem Menschenauflauf gekommen als eine Tischbombe gezündet und Rabatt-Lose verstreut wurden.

Zahlreiche Länder könnten von der Risikoliste fliegen

Am Mittwoch will der Bundesrat weitere Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie bekanntgeben. Erwartet werden auch überarbeitete Bedingungen für die Liste der Risikoländer. Laut blick.ch plant der Bundesrat eine Regelanpassung, wonach jene Staaten oder Gebiete auf der Liste landen, deren 14-Tage-Wert pro 100'000 Einwohner um 60 höher liegt als jener der Schweiz.

Die neue Formel werde demnach «CH+60» lauten: Das heisst, dass bei einem Wert von heute 693 Fällen in der Schweiz der Grenzwert für die Risikoliste bei 753 Fällen liegen würde.

Damit dürfte die Mehrzahl der EU-Staaten von der Risikoliste gestrichen werden. Gemäss Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten weist beispielsweise Spanien einen Inzidenzwert von 446 Fällen auf, Frankreich 629 oder Grossbritannien 416.

Deutlich über dem diskutierten Formel liegen Belgien (1391) und Tschechien (1380). Luxemburg dürfte mit 760 Fällen ebenso auf der Liste bleiben. Bestehen bleiben soll, dass in anderen Staaten weiterhin einzelne Regionen mit erhöhten Werten auf der Liste bleiben.

Intensivpflegeplätze werden knapp

Bisher sind noch keine Intensivpatientinnen oder -patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 wegen Überbelegung in ein anderes Spital gebracht worden. Das teilte der Koordinierte Sanitätsdienst des Bundes (KSD) am Dienstag mit. Die Rega kümmert sich um eventuell nötige Verlegungen.

Die Einsatzzentrale der Rega tat dies bereits vor der Covid-19-Pandemie. Sie stellt in der zweiten Welle sicher, dass möglichst keine Überbelegungen der Intensivbetten in den Spitälern entstehen. Am Dienstag war die Belegungsquote der Intensivstationen weiter gestiegen, insbesondere in der Westschweiz. In Neuenburg waren 13 der 14 Intensivpflegeplätze belegt, im Wallis 22 von 25 und in Freiburg 20 von 24.

Die Rega erhielt den Auftrag zur Koordination der Intensivpflegplätze im Fall von Engpässen von der Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) und dem Koordinierten Sanitätsdienst des Bundes (KSD). Sie führt ihn seit Mitte Juni aus.

BAG meldet fast 6000 neue Fälle

Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind heute 5949 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Am Dienstag vergangener Woche waren es 3008 Fälle. Die Positivitätsrate beträgt 28,7 Prozent bei 20'709 neu gemeldeten Tests. Gestern wurden 17'440 Neuansteckungen innert 72 Stunden registriert, am Freitag waren es 6634. Damit haben sich die täglich gemeldeten laborbestätigten Fälle im Vergleich zur Vorwoche praktisch verdoppelt. Zudem meldete das BAG heute 16 neue Todesfälle und 167 Spitaleinweisungen.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'829'173 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Über die vergangenen zwei Wochen gesehen fiel das Resultat bei 20,7 Prozent der Tests positiv aus. Pro 100'000 Einwohner wurden im gleichen Zeitraum 693,4 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 127'042 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt 6264 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 1930.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich am Dienstag nach Angaben des BAG 18'497 Personen in Isolation und 19'867 Kontakte standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 15'799 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

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St. Galler Regierung will keine zusätzlichen Massnahmen

Die St. Galler Regierung hat sich gegen zusätzliche Corona-Massnahmen ausgesprochen, wie sie der Bundesrat vorschlägt. Entweder solle darauf verzichtet oder die ausserordentliche Lage ausgerufen werden.

Neben anderen Massnahmen sei in den St. Galler Spitälern eine Erhöhung der Bettenkapazitäten in Vorbereitung. Durch die Einschränkung des Besuchsrechts in Heimen werde zudem der Schutz der besonders gefährdeten Personen verstärkt, heisst es in der Stellungnahme der St. Galler Regierung zu den Vorschlägen des Bundesrats.

«Nicht vertretbar»

Aufgrund dieser Ausgangslage sei «derzeit eine erneute und deutliche Verschärfung der Massnahmen zur Einschränkung des öffentlichen und privaten Lebens nicht vertretbar». Die Wirkung der bereits getroffenen Massnahmen lasse sich noch nicht hinreichend abschätzen. Es bestehe die Gefahr «eines Übersteuerns mit fatalen Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft», so die Regierung.

Sie sieht die Vorschläge des Bundesrats aufgrund ihrer Reichweite und Wirkung vom Epidemiengesetz nicht abgedeckt. Die Kantone, die eine vom Bund abweichende Lagebeurteilung vornähmen, «müssen dennoch die Verantwortung und Folgekosten für diese Massnahmen tragen».

Wenn sich der Bund aufgrund seiner Lagebeurteilung für die Massnahmen entscheide, sei in der Konsequenz auch die ausserordentliche Lage auszurufen. Damit wäre für die St. Galler Regierung auch klargestellt, dass der Bund die Verantwortung für die gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Folgen der Entscheide trage und sich an den Kosten angemessen beteilige.

Die St Galler Regierung mit Gesundheitsdirektor Bruno Damann (CVP)  hat sich gegen erweiterte Massnahmen gegen das Virus ausgesprochen.
Die St Galler Regierung mit Gesundheitsdirektor Bruno Damann (CVP) hat sich gegen erweiterte Massnahmen gegen das Virus ausgesprochen.
Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone/Archiv)
Urner Regierungsrat gegen generelle Maskentragpflicht

Der Urner Regierungsrat lehnt die vom Bundesrat vorgeschlagene generelle Maskentragpflicht im Siedlungsgebiet ab. Was im urbanen Raum vielleicht noch Sinn mache, sei in einer ländlichen Region und Siedlungsstruktur unverhältnismässig und nicht geboten, teilte er am Dienstag mit.

Der Regierungsrat verlangt, dass diese «einschneidende Massnahme» von jedem Kanton selbst beschlossen werden solle, wenn er dies für nötig halte. Der Bundesrat hatte ein Paket von Massnahmen den Kantonen zur Konsultation unterbreitet. Er wird am Mittwoch beschliessen, wie die Ausbreitung des Coronavirus bekämpft werden solle.

Der Urner Regierungsrat schreibt, der Bundesrat solle die Massnahmen aus Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft bis Ende Ende November befristen. Weiter fordert er, dass bei einschneidenden Corona-Massnahmen der Bund Arbeitnehmende vor Entlassungen und Arbeitgeber vor Konkursen schützen müsse.

Der im Frühling bestimmte Urner Gesammtregierungsrat vor dem Rathaus in Altdorf.
Der im Frühling bestimmte Urner Gesammtregierungsrat vor dem Rathaus in Altdorf.
Foto: Urs Flüeler (Keystone/8. März 2020)
Veranstalter wehren sich

In einem offenen Brief haben sich die Präsidenten der nationalen Event-, Veranstaltungs- und Schaustellerverbände an den Bundesrat und die Kantonsvertreter gewandt. Sie betonen, dass ihre Schutzkonzepte für Kulturveranstaltungen, Messen und andere Events in den vergangenen Monaten funktioniert hätten – und appellieren an die Behörden, morgen keine generellen Veranstaltungsverbote zu beschliessen. Sie fordern damit auch Gleichbehandlung mit der Gastronomie und den Einkaufszentren und grenzen sich ab von «wilden Party-Veranstaltungen».

Falls es doch zu einem Veranstaltungsverbot kommen sollte, plädieren sie für eine zeitliche Begrenzung – und eine sofortige Umsetzung der Härtefall-Massnahmen. Die unterzeichnenden Verbände der Veranstaltungsbranche (u.a. Schweizer Bühnenverband, Verband Schweizer Berufsorchester, Schausteller-Verband Schweiz, Expo Event, Verein Schweizer Stadion- und Arenabetreiber) vertreten rund 1250 Mitglieder, 23’000 Mitarbeiter, und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von 3 Mrd. Franken.

sda/reuters/red

7144 Kommentare
    Lucas Wyrsch

    Die Summe der letzten 7 Tage an Neuinfektionen ist 46'565 oder +70% zur Vorwoche mit einer Verdoppelung der Flle in 6.9 Tagen, aber 30% langsamer als vor einer Woche

    Wir hatten 121 Todesfälle, +53% mehr als eine Woche vorher.

    Wir hatten in den letzten 14 wochen 1'249 Spitaleintritte, +226% mehr als zur Vorperiode

    Die Massnahmen beginnen also bereits die Verdoppelung der Vorwoche um 30% zu bremsen, weil wir vor einer Woche eine Maskenpflicht eingeführt haben und diese gestern verschärft wurde!

    Trotzdem hatten wir in aboluten Zahlen heute mit 9'386 neuen Covid-19 Fällen einen bisherigen Rekord verzeichnet!

    AHA Regel befolgen, Masken tragen, überall, bis mindestens 30 Tage nach den letzten Infektionen!