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Ferientipp InterlakenGoldener Herbst im Berner Oberland

Spektakuläre Landschaften, spannende Ufertouren oder die Fahrt mit dem Dampfschiff: Interlaken ist die perfekte Basis, um die Welt von Thuner- und Brienzersee zu erkunden.

Herbstlicher Blick vom Harder Kulm auf Interlaken und das schneebedeckte Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau.
Herbstlicher Blick vom Harder Kulm auf Interlaken und das schneebedeckte Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau.
Foto: PD

Seit mehr als 200 Jahren kommen die Touristen aus nah und fern, um von Interlaken aus, zusammengewachsen mit den Nachbargemeinden Matten und Unterseen, die Bergwelt des Berner Oberlands zu bewundern. Interlaken, zwischen zwei Seen gelegen, wie es der Name besagt, ist aber auch Ausgangspunkt für vielerlei Aktivitäten am und auf dem Wasser. Der azurblaue Thuner- und der türkisblaue Brienzersee bieten auch im Herbst ungetrübte Ferienfreuden.

Doch zuerst lohnt sich ein Bummel durch den Ort selber. Am Stadthausplatz mit dem Stadthaus aus dem 17. Jahrhundert in der schmucken Altstadt von Unterseen locken mehrere Cafés und Restaurants. Als Sujet für Ferienfotos taugen die historischen Häuserreihen und der steinerne Kirchturm aus dem 15. Jahrhundert. Im «Tourismuseum» erfährt man, was die Region berühmt gemacht hat. Hier werden Anfänge und Entwicklung des Tourismus anschaulich dargestellt.

Danach entspannt man sich bei einem Spaziergang an der Aare, oder aber man findet auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses eine völlig andere Atmosphäre: Am Höheweg mit seinen Geschäften, Hotels, Terrassenrestaurants und dem Casino trifft sich die Welt. Die Höhematte dient nicht nur als Landeplatz für Gleitschirmflieger, sie ist auch eine Art «Central Park» mitten im Ferienort. Denn 1864 beschloss eine Gruppe von Interlaknern, die Wiese gemeinsam zu erwerben und durch entsprechende Bestimmungen für alle Zeiten freizuhalten. So bietet sich entzückten Touristen bis heute eine unverbaute Aussicht auf die Jungfrau.

Blüemlisalp und Lötschberg

Wer einfach geniessen will, bucht eine Fahrt mit einem der 14 Schiffe der BLS auf den beiden Seen. Ein nostalgisches Gefühl kommt dabei vor allem auf den mehr als 100 Jahre alten Schaufelraddampfern auf: Die Blüemlisalp verkehrt fahrplanmässig bis 18. Oktober auf dem Thuner-, die Lötschberg bis 20. September auf dem Brienzersee. Während der Fahrt über den Thunersee lässt man sanft abfallende Hänge, grüne Wiesen, Wälder, lauschige Dörfer, Schlösser und dahinter das weisse Amphitheater der Alpen an sich vorbeiziehen. Die Schiffsrundfahrt auf dem Brienzersee beginnt entweder in Brienz oder in Interlaken-Ost und dauert fünf Viertelstunden, vorbei an steilen, bewaldeten Bergflanken. Auch hier kann man an jeder Anlegestelle zu- oder aussteigen.

Lauschiger Spazierweg bei Iseltwald am Ufer des Brienzersees.
Lauschiger Spazierweg bei Iseltwald am Ufer des Brienzersees.
Foto: PD

Gerade im Herbst ist die Landschaft am Seeufer für Wanderungen prädestiniert, etwa eine gemächliche Tour vom Bahnhof Interlaken-West über die Aare nach Unterseen und dann auf dem Uferweg entlang der Aare an den Thunersee. Das Wasser glitzert in der milden Herbstsonne, durch Waldstücke und Alleen mit mächtigen alten Bäumen führt der Weg zur Burgruine Weissenau und in das Naturschutzgebiet Weissenau-Neuhaus, eine Landschaft mit Wald, Gebüsch und offenen Riedflächen. Die Uferzone mit dichtem Schilfgürtel ist vor allem für Ornithologen spannend: Es wurden hier schon 200 Vogelarten gesichtet.

Wanderung zu den Wasserfällen

Besonders spektakulär ist der «Weg der drei Wasserfälle» von Bönigen über Iseltwald nach Brienz, 23 Kilometer lang, was einer reinen Marschzeit von etwa fünf Stunden entspricht. Man kann ihn am Stück oder in einzelnen Etappen absolvieren. Von Bönigen geht es in 45 Minuten zuerst zum Wasserfall des Erschwandenbachs und dann nach einer weiteren Stunde nach Iseltwald. Von dort erreicht man den mystischen Mülibach-Wasserfall.

Der Uferweg von Iseltwald zu den Giessbachfällen gilt als einer der schönsten der Schweiz. Als am Südostufer des Brienzersees in den 70er-Jahren ein Abschnitt der A 8 gebaut wurde, legte der Kanton Bern sozusagen als Wiedergutmachung für den Eingriff in die Landschaft diesen Wanderweg an. Vom malerischen früheren Fischerdorf Iseltwald verläuft der Kiesweg streckenweise direkt am Wasser, dann wieder muss er einzelne unzugängliche Uferpartien überwinden.

Ein Hotel wie aus dem Märchen

Blick auf das Grandhotel Giessbach und den türkisfarbenen Brienzersee.
Blick auf das Grandhotel Giessbach und den türkisfarbenen Brienzersee.
Foto: Mike Kaufmann

Nach gut zwei Stunden bei der Schiffstation Giessbach angekommen, legt man eine kurze Bergfahrt mit der ältesten Standseilbahn Europas ein, hinauf zum fast 150 Jahre alten Grandhotel Giessbach, das wie ein Märchenschloss in der Landschaft steht. Die Giessbachfälle, die sich rauschend und tosend über 14 Kaskaden und 500 Höhenmeter in den See hinunterstürzen, sind auf jeden Fall den Besuch wert. Auf gut befestigten Wegen kann man die Gischt spritzenden Fälle aus jeder Perspektive betrachten.

Ein Zwischenhalt auf der Terrasse des Grandhotels, und dann geht oder fährt man wieder zum See hinunter. Von hier nimmt man das Schiff zurück nach Bönigen oder Interlaken-Ost. Wer nicht genug gelaufen ist, kann nochmals knapp fünf Kilometer das Ostufer des Sees entlang bis nach Brienz wandern, dem Holzschnitzerdorf mit seinen sonnengegerbten Chalets, in dessen Beizen herbstliche Spezialitäten serviert werden.

In Zusammenarbeit von SonntagsZeitung und Interlaken Tourismus

18 Kommentare
    Mark Wey

    Interessant wäre zu erfahren, wie viel Interlaken Tourismus für diesen Artikel bezahlt hat.