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Wegen NeubewertungGemeinderat Gsteig wehrt sich gegen «zu hohe Bewertung»

Der Landrichtwert von 1390 Franken pro Quadratmeter sei «völlig realitätsfremd». Darum führt die Gemeinde Einsprache gegen die Verfügungen des Kantons.

Die Behörde von Gsteig wehrt sich gegen in ihren Augen zu hoch bewertete Liegenschaften.
Die Behörde von Gsteig wehrt sich gegen in ihren Augen zu hoch bewertete Liegenschaften.
Foto: Bruno Petroni

Die Eröffnung der Neubewertung von nicht landwirtschaftlichen Liegenschaften habe bei zahlreichen betroffenen Grundeigentümern zu einigen Überraschungen geführt, schreibt der Gemeinderat Gsteig in einer aktuellen Mitteilung. Die durchschnittliche Erhöhung sei für die Gemeinde Gsteig mit 95 Prozent angekündigt gewesen.

Auch wenn die Argumente für eine generelle Anpassung im Kanton Bern nachvollziehbar seien, «waren für den Gemeinderat vor allem zwei von der Steuerverwaltung angewandte Faktoren nicht akzeptabel». Dabei handle es sich um die für Gsteig bestimmte Mietwertkategorie und den angenommenen Landrichtwert. «Beide Werte sind deutlich zu hoch angesetzt. Obwohl sich der Gemeinderat über die dadurch zu erwartenden höheren Steuereinnahmen freuen könnte, sieht er sich auch gegenüber seinen Bürgern und Liegenschaftsbesitzern verpflichtet, deren Interessen zu vertreten», so die Behörde im Communiqué.

«Es ist noch keine Bestätigung der Gemeindeeinsprache eingegangen.»

Aus der Mitteilung des Gemeinderates Gsteig

Deshalb sei der bernische Steuerverwalter in einer schriftlichen Intervention um Stellungnahme zu verschiedenen Fragen und Kritiken ersucht worden. «Die Antwort liess einige Zeit auf sich warten und fiel in etwa so aus, wie sich in Bern die zuständige Regierungsrätin anlässlich der Entgegennahme der Petition aus dem Saanenland äusserte.»

«In der Überzeugung, dass die Einstufung von Gsteig in die Mietwertkategorie 19 falsch und der Landrichtwert von 1390 Franken pro Quadratmeter völlig realitätsfremd ist», entschied sich der Gemeinderat, in einer Einsprache sämtliche Verfügungen anzufechten, die auf den neuen Normen AN20 basierten. Der Einspracheentscheid sei innert dieser kurzen Zeit erwartungsgemäss noch nicht eingelangt, teilen die Gsteiger mit, «aber ebenfalls auch noch keine Bestätigung, dass die Gemeindeeinsprache eingegangen ist».

pd