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Wenn Diktatoren Fussball spielen

Was, wenn der WM-Gastgeber ein Tyrann ist? Erinnerungen an den Sommer 1978 – im repressiven Argentinien Jorge Videlas.

Mit dem WM-Pokal vor Diktator Jorge Videla: Die Argentinier schlugen Holland im Final 1978 mit 3:1. Foto: Keystone
Mit dem WM-Pokal vor Diktator Jorge Videla: Die Argentinier schlugen Holland im Final 1978 mit 3:1. Foto: Keystone

Am Institut lachten viele, als ich ihnen von meinen Plänen erzählte, als Fussballethnologe an die Weltmeisterschaft in Argentinien zu reisen. Meine Forschungsfrage lautete: Wird die WM dem Land weiterhelfen, oder wird man sie dazu missbrauchen, die Diktatur zu vertuschen? Ich wollte, mit anderen Worten, herausfinden, wie politisch Fussball ist. Unterstützt wurde meine Idee am damals fortschrittlichen ethnologischen Seminar der Universität Zürich nur von wenigen. Fussball war damals längst noch nicht so hip wie heute, es gab keine VIP-Logen in den Stadien, und unter Intellektuellen war die Sportart verpönt.

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