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Brasiliens Trainer wundert sich und zeigt Grösse

Tite findet nach dem Ausscheiden gegen Belgien starke Worte. Eine knifflige Szene hinterfragt der Coach der Seleção jedoch.

Der Pfiff bleibt aus: Belgiens Vincent Kompany holt Gabriel Jesus im Strafraum von den Beinen. (Video: SRF)

Nach dem hochklassigen WM-Viertelfinal-Duell in Kasan lamentierte Tite nicht über die Schiedsrichter-Leistung und lobte die Leistung des siegreichen Gegners. Über eine Szene im belgischen Strafraum wunderte sich aber der Coach der Brasilianer. «Ich möchte nicht über den Schiedsrichter reden, ich hätte nur gerne einen Videobeweis bei der Szene mit Gabriel Jesus gesehen», erklärte Tite nach der 1:2-Niederlage.

Der Trainer sprach jene Aktion von Vincent Kompany an, der beim Stande von 2:0 für Belgien in der 57. Minute im Strafraum Jesus von den Beinen holte. Da hätte man einen Penalty für die Südamerikaner geben müssen, die Pfeife von Schiedsrichter Milorad Masic blieb aber stumm. Auch nachdem sich ein Video-Assistent gemeldet hatte, ging die intensive und attraktive Partie weiter. Masic, der auf Abstoss entschieden hatte, verzichtete auch darauf, die Szene in der Review-Area noch einmal zu betrachten.

Meiers klare Meinung im ZDF

Sowohl der Schiedsrichter-Experte von SRF als auch der ehemalige Referee Urs Meier meinten, dass dies eine Fehlentscheidung gewesen sei. «Es ist ein klarer Elfmeter. Das müssen die Videoschiedsrichter, die noch viel mehr Perspektiven haben, sehen», sagte der ehemalige Aargauer Fifa-Ref Meier im ZDF. «Was mich überrascht, ist, dass der Schiedsrichter sich das nicht noch mal anschaut. Dann soll er sich doch lieber die eine Minute Zeit nehmen, um eine richtige Entscheidung zu treffen, anstatt eine falsche.»

Tite wollte aber unmittelbar nach dem Spiel keine Polemik entfachen. «So etwas gehört sich nicht und wirkt weinerlich.» Er lobte die Belgier und bedankte sich bei beiden Teams für die Klasse-Partie. «Wir hatten einen tollen Match, mit viel Ballbesitz und guten Chancen. Aber Belgien hat es geschafft, Tore zu erzielen. Was für eine technische Qualität. Was für ein wunderschönes Spiel trotz all dem Schmerz für uns.»

Die Zukunft ist offen

Die brasilianischen Ballkünstler um Superstar Neymar fahren also vorzeitig nach Hause, damit haben die wenigsten gerechnet. Die nächste Chance für diese begabte Spielergeneration ist die Copa America 2019 in...Brasilien. Ob Tite die Seleção dann noch einmal führen wird, ist offen. Er werde nicht über die Zukunft reden, erklärte der 57-Jährige nach dem Aus in Kasan. «Jedes Mal, wenn ein Trainer für ein Projekt mehr Zeit bekommt, kann er es besser voranbringen.»

Das sei nicht nur in der Nationalmannschaft so, sondern auch auf Clubebene, meinte der Trainer. «Je mehr Zeit du mit dem Spieler zusammen bist, desto besser kannst du ins Technische, Emotionale eingreifen. Dann kommt das Ideale zum Vorschein.»

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