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Die SCL Tigers im StrichkampfFünf Spiele für ein mögliches Halleluja

Für die Tigers beginnt am Freitag in Davos der Schlussspurt für einen Playoff-Platz. Und der bringt reichlich Brisanz mit sich.

Die SCL Tigers (rechts Harri Pesonen) werden in den nächsten Tagen Vollgas geben müssen.
Die SCL Tigers (rechts Harri Pesonen) werden in den nächsten Tagen Vollgas geben müssen.
Foto: Christian Pfander

Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Sie dürften den Spruch wahrscheinlich schon einmal gehört haben, liebe Leserinnen und Leser. Und seit Dienstagabend wissen auch die SCL Tigers um dieses kleine Schmankerl Poesie. Weil ihnen in Genf die Zeit davonlief, sich die Playoff-Chancen auf ein Minimum zu reduzieren drohten. Dann erzielte Eero Elo 16 Sekunden vor dem regulären Ende den Ausgleich – und im Penaltyschiessen sicherten sich die SCL Tigers den Zusatzzähler, feierten damit nach drei Niederlagen de suite wieder einmal ein Erfolgserlebnis. «Die Erleichterung ist sehr gross», sagt Pascal Berger.

Das (Playoff)-Lichtlein also, es flackert in Langnau noch. Fünf Punkte liegen die SCL Tigers hinter dem achtklassierten Gottéron. Der Schlussspurt der Qualifikation verspricht ordentlich Spannung, weil sich mit Langnau (59 Punkte), Bern (60), Gottéron (64) und Lugano (66) vier Teams um die letzten beiden Playoff-Plätze balgen. Den Emmentalern stehen nun fünf Spiele in neun Tagen bevor – es ist ein kleiner Vorgeschmack auf das, was folgen könnte. Berger sagt: «Wir glauben nach wie vor daran, das Playoff schaffen zu können. Machen wir unseren Job, haben wir eine Chance.»

Brisantes Duell am Samstag

Es erstaunt doch einigermassen, wie selbstbewusst die SCL Tigers in Genf auftraten. Mit einer Bilanz von sechs Niederlagen aus den letzten sieben Spielen waren sie an den Lac Léman gereist und gerieten dort trotz ansprechendem Auftakt 1:2 in Rückstand. Doch die Langnauer liessen die Köpfe nicht hängen. «Natürlich war eine gewisse Verunsicherung vorhanden. Aber wir wollten mutig und aufsässig spielen. Es war unser bestes Spiel seit langem», sagt Berger. Nur wird ihnen diese eine gute Partie nicht reichen, um das Ziel Playoff zu schaffen. Zudem müssen sie darauf hoffen, dass die Konkurrenz patzt.

Vier der fünf nächsten Gegner der SCL Tigers haben das Playoff-Ticket bereits in der Tasche oder sind – im Fall von Lausanne und Biel – so gut wie qualifiziert. Es gibt durchaus Stimmen, die darin einen Vorteil für die Langnauer sehen. Weil diese Teams möglicherweise bereits Spieler für den Saisonhöhepunkt schonen werden. Zudem dürften die meisten Mannschaften in einem allfälligen Viertelfinal lieber gegen Langnau als gegen den SCB spielen – auch wenn das niemand so sagen würde. Doch Berger mag derlei Gedanken keinen Platz einräumen. «Denn wenn du Meister werden willst, musst du sowieso jeden Gegner schlagen. Und: Die Zeiten, in denen du einen Gang zurückschalten konntest, wenn du für das Playoff qualifiziert warst, sind vorbei.»

Am Freitag in Davos wird Langnau (rechts Julian Schmutz) bereits Kämpferqualitäten an den Tag legen müssen.
Am Freitag in Davos wird Langnau (rechts Julian Schmutz) bereits Kämpferqualitäten an den Tag legen müssen.
Foto: Claudio de Capitani (Freshfocus)

Vorerst gilt das Interesse der SCL Tigers einzig und allein dem Spiel vom Freitag in Davos. Wer jedoch das Schlussprogramm betrachtet, dürfte primär die Partie vom Samstag rot anstreichen. Weil dann Gottéron in der Ilfishalle gastiert, dieses Rencontre für beide Teams zum Weichensteller wird. «Wir müssen nicht um den heissen Brei herumreden, wissen um die Bedeutung dieser Partie», sagt Berger. «Aber wenn wir Gottéron schlagen und alle anderen Spiele verlieren, wird uns das auch nichts bringen.»

Es droht ein heisser Tanz um den Ligaerhalt

Die Langnauer tun sowieso gut daran, in den nächsten neun Tagen fleissig Punkte zu sammeln. Weil sie diese auch für eine allfällige Teilnahme an der Platzierungsrunde benötigen, da das im 11. Rang klassierte Ambri nur zwei Punkte zurückliegt. Gedacht als «faire» Massnahme im Kampf um den Ligaerhalt, ist die 2013 lancierte Platzierungsrunde vor allem eines geblieben: eine Zusatzschlaufe ohne jeglichen Reiz. Das liegt auch am Modus. Die vier Teams auf den Rängen 9 bis 12 nehmen alle Punkte aus der Qualifikation mit, spielen dann sechs Runden und bestimmen damit, wer als Elfter und Zwölfter in einer Best-of-7-Serie den Playout-Final bestreitet.

Bisher konnte sich dieser Serie noch kein Team entziehen, das nach der Qualifikation auf Rang 11 oder 12 lag. Weil dafür der Abstand zu den beiden anderen Teams meist zu gross war. Beispiel gefällig? Bei der Premiere hatten Bern und Zug 20 respektive 16 Punkte Vorsprung auf das elftplatzierte Biel. Letztes Jahr lagen Davos und Rapperswil-Jona sogar mit 23 respektive 42 Punkten Rückstand hinter den ZSC Lions und Gottéron! Doch wegen der geringen Abstände zwischen den Mannschaften unter dem Strich verspricht die Platzierungsrunde heuer Brisanz wie nie. Nur: Auf diesen Nervenkitzel könnten sie im Emmental gut verzichten.