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Das Sicherheitsrisiko an der Spitze der Polizei

Richard Wolff, der sich gegen Polizeigesetz, Rayonverbote und Wegweisungen sperrte, führt das Zürcher Polizeidepartement. Kann das gut gehen?

Der Zürcher Stadtrat hat sich nicht für die scheinbar einfachste Lösung bei der Ämterverteilung entschieden, sondern für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Er zwang per Mehrheitsentscheid und gegen seinen Willen den Grünen Daniel Leupi ins frei gewordene Finanzdepartement. Und er gab dem neu gewählten Alternativen Richard Wolff das Polizeidepartement. Damit übernimmt ausgerechnet der Mann die Verantwortung für Zürichs Sicherheit, der im gerade abgelaufenen Wahlkampf als «Sicherheitsrisiko» bezeichnet wurde.

Kann das gut gehen? Der Stadtrat findet: ja. Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) sagte, auch die drei Vorgänger Wolffs seien anfangs wegen ihrer politischen Ausrichtung umstritten gewesen. Und Wolff selber fand über Umwege eine gute Begründung, warum er als Stadtforscher für das Amt tauge: Im Wort Polizei stecke ja «Polis», das griechische Wort für Stadt.

Mit dieser Sorte von Argumenten wird weder Wolff noch der Gesamtstadtrat allerdings das Polizeikorps auf den neuen Mann an dessen Spitze einschwören können. Das Misstrauen muss im Korps gross sein gegen einen Politiker, der sich zusammen mit seiner Partei gegen alles sträubt, was die Polizei als notwendig und nützlich für die Sicherheit erachtet: Polizeigesetz, Rayonverbote und Wegweisungsartikel.

Der Amtsantritt wird für Wolff ein Eiertanz, Fehltritte wird er sich nicht erlauben dürfen. Aber Wolff ist, das haben der Wahlkampf, seine knappe Wahl und jetzt auch die Ämterverteilung gezeigt, immer für eine überraschende Wende gut.

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