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Tränen hier, Bierduschen da

Interlaken gewinnt das Barrage-Rückspiel in Zollbrück 3:0, spielt damit nächste Saison in der 2. Liga. Derweil sind die Emmentaler bereits zum fünften Mal in den Aufstiegsspielen gescheitert.

Der FC Interlaken unter der Bierdusche: Aufstiegsfeier nach dem Sieg gegen den FC Zollbrück.
Der FC Interlaken unter der Bierdusche: Aufstiegsfeier nach dem Sieg gegen den FC Zollbrück.
Hans Wüthrich
Enttäuscht: Yanick Blaser (rechts) nach der Niederlage gegen den FC Interlaken.
Enttäuscht: Yanick Blaser (rechts) nach der Niederlage gegen den FC Interlaken.
Hans Wüthrich
Aufstiegsdusche für Trainer Markus Meer.
Aufstiegsdusche für Trainer Markus Meer.
Hans Wüthrich
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Irgendwann wird es ihm zu bunt. «Das het ja meh Lüt aus amne YB-Match hie», meint ein junger Mann. Er steht in einer langen Schlange vor dem Sportplatz Tannschachen in Zollbrück, 530 Zuschauer zieht es an diesem sommerlichen Samstagabend ins Emmental.

Schliesslich steht einiges auf dem Spiel. Zum fünften Mal in sechs Jahren hat sich der FC Zollbrück für die Aufstiegspartien qualifiziert. Und nach dem 2:2 im Hinspiel in Interlaken darf sich der Drittligist berechtigte Hoffnungen machen, endlich die Promotion zu realisieren.

Knapp zwei Stunden später jedoch stehen die FCZ-Spieler mit hängenden Köpfen auf dem Rasen, eine Zuschauerin kann die Tränen nicht zurückhalten. Auf der anderen Seite des Platzes könnte die Stimmung dagegen nicht besser sein.

Die Interlakner verteilen fleissig Bierduschen, es wird getanzt, gesungen und gelacht. 3:0 haben die Oberländer das Barrage-Rückspiel gewonnen, kehren damit nach drei Saisons in die 2. Liga zurück.

«Wir haben kein Problem»

Nun, Zollbrück hatte zu Beginn der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel. Zumindest, bis Interlakens Topskorer Simon Buitenwerf nach einer halben Stunde das 1:0 erzielte. «Danach haben wir den Faden verloren», hält Bruno Zaugg fest.

In der Pause versuchte der Zollbrück-Trainer sein Team nochmals anzustacheln, schliesslich genügte diesem zu dem Zeitpunkt ein Tor zur Promotion. Doch die Zuversicht der Gastgeber sollte rasch schwinden. In der 50. Minute liess Torhüter Fabian Gfeller einen harmlosen Schuss von Lukas Zurbuchen aus extrem spitzem Winkel passieren – es war die Vorentscheidung. Interlaken kontrollierte das Geschehen nun souverän, erzielte durch Buitenwerf gar noch das 3:0.

«Im Nachhinein betrachtet, haben wir es in Interlaken vergeben», hält Zaugg fest. Zollbrück hatte im Hinspiel einen 0:2-Rückstand wettgemacht, mit zwei Aluminiumtreffern überdies Pech bekundet. Anders als seine Spieler, welche die neuerliche Enttäuschung noch nicht fassen können, blickt Zaugg bereits in die Zukunft. «Neuer Anlauf, neues Glück», meint der Trainer.

So langsam könnte man durchaus von einem Zollbrücker Trauma sprechen. Fünfmal sind die Emmentaler nun in den Aufstiegsspielen gescheitert. Doch Zaugg betont: «Wir haben kein Problem.» Er verweist auf den Cup, in welchem sich der FCZ letztes Jahr für die erste Hauptrunde qualifiziert hatte. «Da haben wir gezeigt, dass wir entscheidende Partien gewinnen können.»

Meer hört auf

«Wir wussten, dass es in Zollbrück eine Topleistung von uns brauchen würde», sagt Markus Meer. «Wir haben auf unsere Tugenden gesetzt, alles abgerufen, was wir trainiert hatten, und es ist aufgegangen.»

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg hat zweifellos Topskorer Buitenwerf, ihm gelangen in den beiden Barragespielen drei Tore. «Ich wollte entscheidend sein», meint er lächelnd. Denn die kommende Vorrunde wird der Stürmer wegen einer Bänderoperation verpassen, deshalb wollte er sich nochmals in den Dienst der Mannschaft stellen. Für den FC Interlaken endet damit eine aussergewöhnliche Saison: Nach den Frauen und der zweiten Mannschaft ist nun auch das Fanionteam aufgestiegen. Deshalb hat sich bereits am frühen Samstagabend im Emmental eine lange Nacht für die Oberländer angekündigt. Doch bei Markus Meer dürfte trotz den Festivitäten eine gewisse Wehmut im Spiel sein.

Er wird sich nach vier Jahren als Trainer zurückziehen. Meer übernahm das Team in der Saison 2013/2014 in der 2. Liga nach einem veritablen Fehlstart. Er konnte zwar den Abstieg nicht verhindern, doch steigerte sich der FCI unter ihm in der 3. Liga von Saison zu Saison, mit dem Wiederaufstieg als Höhepunkt.

«Um nochmals einen Schritt vorwärts zu machen, brauchen die Jungs jemand neues», sagt Meer. Das ihm der Rücktritt nach einer solchen Spielzeit nicht ganz leicht fällt, versteht sich von selbst. Doch er sagt: «Für mich schliesst sich der Kreis.»

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