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Munitionslager in MitholzFerngesteuerter Bagger besteht Feuertaufe

Ein erster Einsatz des ferngesteuerten Räumungsbaggers der ETH Zürich vor Ort in Mitholz verlief gemäss einem Bericht des VBS vielversprechend.

Für die Räumung des einstigen Munitionslagers wurde auch ein umgebauter Schreitbagger getestet (Symbolbild).
Für die Räumung des einstigen Munitionslagers wurde auch ein umgebauter Schreitbagger getestet (Symbolbild).
Foto: PD

Bei der Räumung des ehemaligen Munitionslagers in Mitholz könnte ein ferngesteuerter Bagger wertvolle Dienste leisten. Ein erster Einsatz vor Ort verlief vielversprechend. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Montag auf seiner Website publizierte. Der unbemannte Schreitbagger hat demnach «grosses Potenzial» beim Einsatz in munitionsverseuchter Umgebung.

Gefährlicher Graben ausgehoben

Entwickelt wurde der sogenannte Forschungsdemonstrator «Armano» an der ETH Zürich. Er besteht aus zwei Systemen – zum einen aus einem Schreitbagger, zum anderen aus einer Teleoperationsstation inklusive Cockpit. Der Test in Mitholz fand Anfang Jahr statt. Dabei wurde ein Graben in gefährlicher Umgebung ausgehoben. Der Baumaschinenführer sass in einem schwenkbaren Cockpit ausserhalb der Gefahrenzone. Ein Multikamerasystem übertrug Umgebungsbilder, so dass der Mann im Cockpit jederzeit das Gebiet um den Bagger überblicken konnte.

Nach rund zwei Tagen war der Einsatz erfolgreich abgeschlossen, wie das Drohnen- und Robotikzentrum des VBS schreibt. Freigelegt wurden verschiedene explosive Munitionsüberreste, Munition ohne Explosivstoffe sowie Eisenschrott. Der Demonstrator «Armano» soll nun weiterentwickelt werden. Unter anderem wollen die Experten die Fernsteuerung verbessern und prüfen, ob sich Aufgaben stärker automatisieren lassen – zum Beispiel das automatische Errichten von Schutzwällen. Ob und wie «Armano» künftig eingesetzt werden könne, werde sich zeigen, schreibt das VBS.

Im ehemaligen Munitionslager der Armee in Mitholz bei Kandersteg lagern etwa rund 3500 Tonnen Munitionsrückstände. Das riesige unterirdische Lager wurde 1947 bei einer Explosion verschüttet. Die Räumung des Lagers soll – nach umfangreichen Vorarbeiten – etwa im Jahr 2031 beginnen.