Zwanzigers Appell an die Menschenrechte

Uefa-Funktionär Theo Zwanziger wird aus Protest gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine auf einen Besuch des EM-Finals in Kiew verzichten.

Deutliche Worte: Ex-DFB-Präsident und Uefa-Funktionär Theo Zwanziger verzichtet auf den Besuch des EM-Finals.

Deutliche Worte: Ex-DFB-Präsident und Uefa-Funktionär Theo Zwanziger verzichtet auf den Besuch des EM-Finals.

(Bild: Keystone)

«Ich bin nicht mehr Delegationsleiter der deutschen Mannschaft und habe deswegen keine Verpflichtung, Spiele in der Ukraine zu besuchen. Sport und Politik sind kein Gegeneinander, sondern sie müssen sich wechselseitig unterstützen», sagte der ehemalige Präsident des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) in einem Interview mit dem «kicker».

Der 67-Jährige, Mitglied im Exekutivkomitee der Europäischen Fussball-Union (Uefa), stiess damit im Sport die heftige Kritik an der Staatsführung mit Präsident Viktor Janukowitsch öffentlich an. Vor dem Turnierstart hatten bereits Bundestrainer Joachim Löw und Mannschaftskapitän Philipp Lahm öffentlich den Umgang mit der ehemaligen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko kritisiert, die in Charkow eine siebenjährige Gefängnisstrafe verbüssen muss.

«Wir Fussballer können die aktuellen Verhältnisse in der Ukraine nicht umkrempeln, aber wir sollten schon ein bisschen Mut haben und darauf hinweisen», sagte Zwanziger weiter. Der erste und einzige Spielbesuch des Juristen war am Donnerstagabend der Halbfinal zwischen Deutschland und Italien. Am Freitag reist Zwanziger zur Exekutiv-Sitzung der Uefa nach Kiew und am Samstag zurück nach Deutschland.

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