Italien wird wieder zum Spielverderber

Deutschland scheidet nach dem 1:2 aus, Italien zieht erstmals seit 2000 wieder in den EM-Final ein und trifft in Kiew auf Spanien.

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Deutschland hatte es verpasst, die Partie in der Anfangsphase in die gewünschte Bahn zu lenken. Das DFB-Team, das zum vierten Mal in Folge einen Endrunden-Halbfinal bestritt, stand durch Hummels (5.) und ein Beinahe-Eigentor von Barzagli (12.) dem 1:0 nahe. Doch zum Matchwinner wurde Mario Balotelli.

Der ebenso streitbare wie geniale Stürmer von Manchester City brachte Italien mit seiner Doublette in Führung. In der 20. profitierte er von der Vorarbeit Antonio Cassanos. Sein Sturmpartner dribbelte den bislang souveränen Mats Hummels aus und flankte zur Mitte. Balotellis wuchtiger Kopfball war unhaltbar.

Gleiches lässt sich auch vom dritten Turniertor von Balotelli sagen. Mit 120 km/h hämmerte er den Ball in der 36. Minute an Manuel Neuer vorbei. Lanciert wurde er von Ricardo Montolivo, unterstützt von Lahm, der beim weiten Zuspiel das Offside aufhob. Dieses 2:0 fiel kurz nachdem Sami Khedira auf der Gegenseite einen Volley durch den hervorragenden Gianluigi Buffon abgewehrt gesehen hatte.

Spannung bis in die letzte Minute

Deutschland versuchte in der zweiten Halbzeit zu reagieren. Durch mehr als einen Lattenschuss durch den eingewechselten Marco Reus (62.) und einen Schlenzer von Lahm (49.) konnte sich der EM-Finalist von 2008 nicht auszeichnen. Vielmehr hatte Deutschland Glück, dass die Niederlage nach schwach abgeschlossenen Kontern durch Marchisio und Di Natale nicht noch heftiger ausfiel. Mesut Özils Handspenalty in der Nachspielzeit war letztlich nur noch Resultat-Kosmetik.

Mit dem Ausscheiden ging für Deutschland eine bemerkenswerte Serie zu Ende und eine weniger angenehme setzte sich fort. Das 1:2 gegen Italien war die erste Niederlage in einem Pflichtspiel nach 15 Siegen in Folge, angefangen mit dem Spiel um Platz 3 an der WM 2010. Und gegen Italien gewann der Titelfavorit auch im achten Anlauf an einer Endrunde nicht.

ot/si

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