«Es ist so simpel wie genial»

Belgien, als Geheimfavorit auf den EM-Titel gehandelt, erhielt eine taktische Lehrstunde. Vom Mann mit der blutigen Nase.

Blutige Freude nach dem Führungstor: Italiens Coach Antonio Conte muss verarztet werden, nachdem er von seinem Staff beim Umarmen verletzt wurde. Video: TA/SRF

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Was für eine Überraschung in Lyon! Belgien, von vielen Experten als Geheimfavorit auf den EM-Titel gehandelt, wurde im ersten Gruppenspiel von Italien mit 2:0 geschlagen. Von einer Squadra azzurra, die zurzeit, ausser Goalie Gianluigi Buffon, keine grossen Namen wie früher in ihren Reihen vorzuweisen hat.

Matchwinner für die Südländer waren nicht etwa die beiden Torschützen Emanuele Giaccherini oder Graziano Pelle. Matchwinner war Trainer Antonio Conte, der 46-jährige Taktikfuchs, der sich im kollektiven Jubel mit seinem Staff beim ersten Tor auch noch einen tiefen Cut zwischen Nase und Oberlippe einfing, der dann auch mächtig blutete und in der Coachingzone sofort verarztet werden musste.

Der grosse Coup

Antonio Conte, der in der kommenden Saison Chelsea trainieren wird, überraschte die Belgier mit seiner Taktik. Hinten operierten die Italiener mit einer Dreierkette, die in der Defensivbewegung blitzartig zur Fünferkette umfunktioniert wurde. Der ganz grosse Coup gelang Conte aber mit der Nomination von zwei echten Sturmspitzen, die Eder und Pelle hiessen.

ARD-Experte Mehmet Scholl, der ehemalige deutsche Nationalspieler und Bayern-Star, war ob Contes taktischer Blitzidee geradezu begeistert. Er traf mit seiner Analyse schon in der Halbzeitpause den Nagel auf den Kopf, als er sagte: «Es ist so simpel wie genial: Es sind zwei echte Spitzen, die beim Aufbau gegen die beiden Innenverteidiger stehen. Die sind das nicht mehr gewohnt, Mann gegen Mann spielen zu müssen, so kommen die Italiener immer wieder durch.»

In der Tat: Die Belgier schufen sich anfangs zwar zumindest ein optisches Übergewicht, bekundeten mit der Taktik des Gegners aber ihre liebe Mühe. Ein Gegner, der den Sieg schliesslich routiniert einfuhr. Eigentlich nicht verwunderlich, stellen die Italiener mit 31,5 Jahren im Schnitt die älteste Mannschaft der EM-Historie. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.06.2016, 09:46 Uhr

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