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Leser lösen botanisches RätselEisenkraut! Aber welches?

Peter Glur aus Huttwil will wissen, was da neu in seinem Garten wächst. Leserinnen und Leser kennen die Antwort.

Im Garten von Peter Glur wächst Eisenkraut. Unklar ist noch die genaue Art, aber ein meldepflichtiger Neophyt ist es bestimmt nicht.
Im Garten von Peter Glur wächst Eisenkraut. Unklar ist noch die genaue Art, aber ein meldepflichtiger Neophyt ist es bestimmt nicht.
Foto: zvg

Forum-Leser Peter Glur entdeckte in seinem Garten eine ihm unbekannte Pflanze. Es ist eine Blume mit violetten Blüten, einem 90 Zentimeter langen Stängel mit gegenständigen Blättern. Den Leser aus Huttwil interessiert nicht nur der Name, er befürchtet, dass er einen sogenannten invasiven Neophyten beherbergt. Also eine gebietsfremde Pflanze, die sich stark ausbreitet, die einheimische Flora verdrängt und somit meldepflichtig wäre.

Die Antworten der Leserinnen und Leser dürfte Peter Glur beruhigen. Denn zwei Dinge stehen fest: Bei der Pflanze handle es sich erstens um Eisenkraut und damit zweitens nicht um eine «Problempflanze». Uneinig ist sich die Leserschaft hingegen bei der Art des Eisenkrauts. Die Mehrheit verortet dessen Heimat nach Südamerika.

So auch die Thunerin Rahel Struchen, sie schreibt: «Bei dieser Pflanze dürfte es sich um das Argentinische Eisenkraut handeln.» Da die Blume ihren Ursprung in Südamerika hat, handle es sich zwar um einen Neophyten, die Pflanze werde aber nicht zu den Invasiven gezählt und sei somit unproblematisch. So tauche die Verbena bonariensis (Deutsch: Buenos-Aires-Verbene) nicht auf der «Schwarzen Liste» von Infoflora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora, auf. «Das Argentinische Eisenkraut wird gern von Insekten besucht und dient in Gärten oft als Zierpflanze», schreibt Rahel Struchen weiter. Dieser Theorie pflichtet auch Ruth Wehren aus Gstaad bei. Die Pflanze sei ein Klassiker in französischen und englischen Gärten und im Spätsommer bei Schmetterlingen beliebt, schreibt sie. Schneide man das Eisenkraut nicht, so versame es, weiss Elisabeth Gfeller aus Huttwil. In ihrem Garten sei die Blume seit Jahren heimisch. Und Gerline Michel aus Spiez findet, Peter Glur sollte seine Verbena bonariensis unbedingt hegen, auch, dass sie sich vermehren kann: «Ihre Blütenköpfe schweben auf dünnen Stängeln, wie eine Wolke über den niedriger wachsenden Blumen – ein wunderschöner Anblick», schreibt sie.

Eine andere Meinung haben Kurt Kernen aus Thun und Samuel Leupold aus Stettlen. Sie halten die Pflanze für ein einheimisches Eisenkraut, nämlich die Verbena officinalis also das «Echte Eisenkraut». Eine traditionelle Heilpflanze, die auch als Tee genutzt wird. Und Hans Peter Uebersax aus Oberhofen ist ziemlich sicher, dass es sich um die Verbena brasiliensis, also das brasilianische Eisenkraut, handelt.

So oder so, Peter Glur kann sich dank der zahlreichen Antworten der Leserinnen und Leser nun ruhigen Gewissens an der neuen Bewohnerin in seinem Garten erfreuen.