Zum Hauptinhalt springen

Leserreaktionen«Eine Schildbürgeridee ohnegleichen»

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Über den Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz wird derzeit heftig diskutiert.
Über den Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz wird derzeit heftig diskutiert.
Keystone

Zu «Ist ein Filter die Antwort für das Chlorothalonil-Problem?»

«Eine Schildbürgeridee ohnegleichen»

Es ist kaum zu glauben. Da versaut man den Boden mit Tonnen von Pestiziden, und das sei dann unsere heutige Landwirtschaft. Die Glanzidee der Seeländer Wasserversorger, für Millionen Franken Filter­anlagen zu bauen, um das Trinkwasser vom Gift zu säubern, ist eine Schildbürgeridee ohnegleichen. Wann kommen unser Bauern zur Einsicht, dass man Schädlinge mit natürlichen Mitteln bekämpfen kann und muss. Warum sind unsere Bauern so unter Druck? Sie bebauen heute den teuersten Boden der Welt. Vor Jahrzehnten gehörte der Boden den Gemeinden und Genossenschaften, Spekulation war ausgeschlossen. Leider hat man den Boden zur gewöhnlichen Ware degradiert.

Hans Hofer, Zollikofen

Zwischentitel

«Leider hat man den Boden zur ­gewöhnlichen Ware degradiert.»

Hans Hofer, Zollikofen

Zu «Bundesrat kann die Pestizidgegner nicht besänftigen»

«Untragbare Mehrkosten für die Landwirtschaft»

Franziska Herren, Haupt­initiantin der Trinkwasser­initiative, tritt an den land­wirtschaftlichen Veranstaltungen immer frecher auf. Letzte Woche behauptete sie beispielsweise in Thun, die Landwirtschaft habe bis jetzt noch nichts für den Umweltschutz und sauberes Trinkwasser getan. Sie würde deshalb importiertes Fleisch der schweizerischen Tierhaltung vorziehen, weil beim Import keine Gülle anfalle. Auch der Bundesrat verdient keine gute Note. Als einziges Land der Welt sollen wir ab 2022 ein Schleppschlauchobligatorium einführen. Obwohl derzeit die halbe Gülle mit Schleppschlauch und Bodenschlitz ausgeführt wird, sind die Nitratemissionen nicht zurückgegangen. Diese werden auch zukünftig nicht sinken, wenn Freilaufställe gefördert werden anstelle von Haltung in geschlossenen Räumen. Einmal mehr werden der schweizerischen Landwirtschaft Mehr­kosten aufgebürdet, die sie nirgends abwälzen kann.

Peter Zimmermann, Lüterkofen

Zu «Die Hälfte der Schweizer will ein Verbot von Kurzstreckenflügen»

«Den Rufen auf der Strasse sollen Taten folgen»

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung verlangt netto null Treibhausgasemissionen bis 2050. Dennoch bewegt sich in der Politik nichts, was auch nur annähernd zu diesem Ziel führen würde. Dies könnte ein Grund sein, weshalb die Zu­friedenheitswerte der Bevölkerung bezüglich Politik wieder gesunken sind. Schweizer und Schweizerinnen sind nicht auf den Kopf gefallen, sie wissen, was auf dem Spiel steht. Sie wissen, wie wichtig die Forderungen der Klimabewegungen für unsere Zukunft sind. Den Rufen auf der Strasse sollen endlich Taten folgen.

Cécile Semelet, Bern

Zur Crypto-Affäre

«Bei ihnen kommt das Geschäft vor der Moral»

Auch ohne Untersuchungs­bericht ist vieles schon un­bestreitbar klar. In der Schweiz gab es eine Firma im Besitz der Geheimdienste CIA und BND, welche jahrzehntelang gezinkte Chiffriergeräte herstellte und diese an über hundert Re­gierungen weltweit verkaufte. Alle Fakten deuten darauf hin, dass der schweizerische militärische Geheimdienst, gewisse Militärs und Politiker bis hin zum Bundesrat von den Fakten bei der Crypto AG wussten. Nun haben Journalisten in monatelanger Recherche die Tatsachen zusammengetragen und publiziert. Und gewisse politische Zirkel möchten das jetzt alles unter den Teppich kehren. Bei ihnen kommt das Geschäft vor der Moral.

Hans Bernhard, Winterthur

Zu «Mitholz wird für 10 Jahre zum Geisterdorf»

«Im Fall Mitholz braucht es unverzüglich ein Careteam»

Es ist unvorstellbar, womit die Bewohnerinnen und Bewohner von Mitholz fertig werden müssen. Ihre ganze private und berufliche Zukunft wird auf den Kopf gestellt. Kummer und Sorge werden zum dauernden Begleiter. Geschieht irgendwo ein Unglück, ist sofort ein Careteam zur Stelle, das die Betroffenen während einer bestimmten Zeit betreut. Auch Im Fall Mitholz braucht es unverzüglich ein qualifiziertes Careteam, das eine umfassende und jahrzehntelange Betreuung sicherstellt. Geld darf da keine Rolle spielen. Der Bund, be­ziehungsweise das Militär, hat vor Jahrzehnten den Schaden angerichtet. Jetzt sollte er finanzielle Mittel zur Ver­fügung stellen, die wenigstens einen Teil der Mitholzer Sorgen dämpfen könnten. Wie wäre es, wenn man beispielsweise auf die Beschaffung der Luxuskampfjets verzichten und einen billigeren Typ wählen und
das so eingesparte Geld für die Bevölkerung von Mitholz einsetzen würde?

Hermann Battaglia, Spiez