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Saisonbilanz des BSV BernEine durchzogene Saison

Der BSV Bern hat in der abgebrochenen Saison 2019/20 seine Ziele nur teilweise erreicht. Erfreulich war das Interesse des Berner Publikums.

Nicht immer konnte Trainer Aleksandar Stevic (rechts) mit den Leistungen seines Teams zufrieden sein.
Nicht immer konnte Trainer Aleksandar Stevic (rechts) mit den Leistungen seines Teams zufrieden sein.
Foto: Christian Pfander

Seit Freitag Abend ist klar, dass die Saison 2019/20 der Handballer nach dem am 13. März erfolgten Abbruch der Meisterschaft nicht gewertet wird. Dennoch lassen sich aus Sicht des BSV Bern nach total 32 ausgetragenen Partien (25 Meisterschaft, 6 Europacup, 1 Cup) einige Erkenntnisse ziehen. Positives und Negatives war zu verzeichnen, die folgende Auflistung zeigt, dass die Saison insgesamt als durchzogen zu betrachten ist.

Positiv waren…

…. der Zuschauerzuspruch: Dem BSV ist es definitiv gelungen, durch die verbesserte Infrastruktur in der Ballsporthalle Handballinteressierte zu den Heimspielen zu locken, die zuvor nur sporadisch oder gar nicht als Zuschauer anzutreffen waren. Die Berner verzeichneten in der Meisterschaft 935 Besucher pro Spiel und weisen damit den besten Wert aller NLA-Teams auf. Dies obwohl sie nie an der Spitze mitspielten. Und ein unter seltsamen Umständen durchgeführtes letztes Spiel in diese Wertung einfliesst. Am 12. März entschlossen sich die BSV-Verantwortlichen, die Partie gegen den RTV Basel mit Zuschauern auszutragen. Wegen des Coronavirus erschienen aber nur 333 Personen, viele blieben aus Angst vor einer Ansteckung der Halle fern. Einen Tag später wurde die Meisterschaft abgebrochen.

… das Abschneiden im Europacup: Der BSV machte im Challenge Cup eine gute Figur, obwohl man bereits im Achtelfinal ausschied. Das Team von Trainer Aleksandar Stevic besiegte erst in einem engen Duell Dinamo Pancevo aus Serbien, wo die Wurzeln von Stevics Familie liegen. Anschliessend setzte man sich in zwei Heimspielen gegen Mariupol (Ukraine) durch. ehe die Berner knapp an Potaissa Turda scheiterten. Mit den Rumänen war ihnen einer der stärkstmöglichen Gegner zugelost worden; Turda hatte diesen Wettbewerb 2018 gewonnen und 2017 den Final erreicht.

Negativ waren…

…. die inkonstanten Leistungen des Teams: Die Darbietungen des BSV Bern waren äusserst inkonstant. Gute Phasen wechselten sich ab mit schlechten; nur zum Teil konnte dies auf zahlreiche verletzungsbedingte Absenzen zurückgeführt werden. So rutschten die Berner früh auf den unbefriedigenden siebten Platz ab, diesen hatten sie auch zum Zeitpunkt des Abbruchs der Meisterschaft inne. Auf einer wichtigen Position sahen sich die Verantwortlichen daher zum Handeln veranlasst. Mit dem Kroaten Mario Cvitkovic und Simon Schelling wurde ein neues Torhüterduo engagiert; Edin Tatar und Renato Milosevic lieferten nicht die Leistungen ab, die man von ihnen erwartet hatte,.

…. das Abschneiden im Cup: Es war auch in diesem Jahr vorgesehen, den Cupfinal in der Gümliger Ballsporthalle auszutragen. Der BSV war jedoch weit entfernt von einer Möglichkeit, in dieses Endspiel einzuziehen. Im Sechzehntelfinal mussten sie auswärts beim schwächer eingestuften Ligakonkurrenten GC Amicitia Zürich antreten und schieden aus.

In der nächsten Saison müssen sich die Berner steigern; in der 2018 eröffneten Ballsporthalle möchten sie sich mittelfristig der Schweizer Spitze annähern. Wobei aktuell im Sport und generell nichts gesichert ist; auch nicht, ob Ende August planmässig zur Meisterschaft gestartet werden kann. Das erwähnte knappe Aus im Challenge Cup verschafft dem BSV wenigstens in einem Punkt Planungssicherheit. Sobald sich die Situation normalisiert hat, kann mit dem Aufbau für die Saison 2020/21 gestartet werden. Die internationalen Wettbewerbe sind im Moment nur ausgesetzt. Wer dort noch vertreten ist, muss sich bereit halten, falls im Mai oder Juni doch noch gespielt werden kann.