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Im AbstiegskampfEin Jungspund als Captain

Yannick Zimmermann ist jung, zielstrebig, selbstbewusst. Dank diesen Eigenschaften wurde der 22-Jährige im vergangenen Sommer zum Captain des UHC Thun gewählt. Am Sonntag startet er mit den Oberländern ins Playout.

Ein Leader: Yannick Zimmermann, 22 Jahre alt, Captain des UHC Thun.
Ein Leader: Yannick Zimmermann, 22 Jahre alt, Captain des UHC Thun.
Bild: Patric Spahni

Dass Yannick Zimmermann im vergangenen Sommer als neuer Captain vorgestellt werden würde, das hatte sich nach dem Rücktritt von Urgestein Jonas Wettstein und internen Gesprächen zwar abgezeichnet. Was genau den damals 21-Jährigen aber erwartete, das war ihm zu diesem Zeitpunkt nicht so wirklich bewusst gewesen. Aber er hat die Herausforderung angenommen – und diesen Schritt seither nie bereut.

Jetzt, nach der Qualifikation, sagt er, mittlerweile 22-jährig: «Ich spüre den Druck, der auf meinen Schultern lastet. Aber ich bin stolz, das Bändeli tragen zu dürfen.» Zimmermann bestreitet erst seine dritte NLA-Saison, er wurde zum Captain gewählt, weil er den UHC Thun verkörpert wie kein anderer: Er ist jung, zielstrebig, selbstbewusst.

«Ich bin da für das Team, setze mich gerne für meine Kollegen ein. Aber ich bin nicht der, der laut wird.»

Yannick Zimmermann

So wird Zimmermann morgen im ersten Playout-Duell gegen die Tigers sein Team aufs Feld führen, als Leader vorangehen. Eine Rolle, die ihm zusagt. «Ich bin da für das Team, setze mich gerne für meine Kollegen ein. Aber ich bin nicht der, der laut wird.» Das ist vielmehr die Aufgabe von Reto Graber, der zusammen mit Zimmermann und Jürg Götti das Trio des Captains Club bildet. «Ich trage vielleicht auf dem Feld die Captainbinde, aber es war mir von Anfang an wichtig, dass wir gewisse Aufgaben aufteilen», sagt der Steffisburger.

Auch im Beruf sportlich unterwegs

Denn es war vieles neu für Zimmermann, der in Thun sämtliche Juniorenstufen durchlaufen hatte und seine 14. Saison beim Club bestreitet. Er war fortan erste Ansprechperson von Team und Trainer, war nicht mehr der, der «einfach mitgeschwommen ist», sondern einer, der den Lead übernommen hat. Unterstützt wurde er dabei von Trainer Hans-Roland Meyer, der ihn bereits in der U-16 und in der U-21 gecoacht hatte. Das Verhältnis zu Meyer schätzt Zimmermann sehr. «Er hat mich in meiner Zeit als Junior begleitet, geprägt. Ihm habe ich viel zu verdanken.»

Auch auf beruflicher Ebene hat sich bei Zimmermann viel getan. Nach einer Ausbildung als Konstrukteur und der Rekrutenschule absolvierte er ein Praktikum bei Nau.ch als Onlinejournalist in der Sportredaktion, wo er mittlerweile zu 80 Prozent angestellt ist. Auch für den Club verfasst er gelegentlich Matchberichte.

Diese Saison war der Inhalt dieser Berichte meist ähnlich: Aus 22 Spielen hat der UHC deren 20 verloren. Zimmermann führt die oft unbefriedigenden Resultate auf die fehlende Erfahrung zurück, auf die Verunsicherung nach Rückschlägen und die Umstellungen aufgrund der zahlreichen verletzten Spieler. Dazu fehlte im Auftreten der Thuner zu oft die letzte Entschlossenheit. Er sagt: «Es hätte alles stimmen müssen, damit wir uns im Kampf um einen Playoff-Platz hätten beteiligen können. Das tat es aber nicht.»

Freude und Glaube sind zurück

Als ob die Saison für Thun nicht schlimm genug gelaufen wäre, verkündete der Club vor zwei Wochen den Kreuzbandriss des Topskorers David Simek. «Klar war das ein Schock, er war unser bester Offensivmann. Aber wir müssen das ausblenden und denken: Jetzt erst recht», sagt Zimmermann.

Ein Lebenszeichen gab der UHC Thun am vergangenen Sonntag von sich. Der 5:4-Sieg gegen den Playout-Gegner aus Langnau sei eminent wichtig gewesen; für das Gefühl, für das Selbstvertrauen. Trotzdem sind die Oberländer der klare Aussenseiter. Gemäss Zimmermann kein Nachteil, der Druck liege nämlich bei den Tigers.

Die schlechten Resultate während der Saison waren für die Mannschaft natürlich eine Enttäuschung, trotzdem sei die Stimmung im Team nie getrübt gewesen – und nach dem Sieg gegen den Playout-Gegner sind Freude und Glaube im Team erst recht zurückgekehrt.

Im Gegensatz zum vergangenen Sommer weiss Zimmermann, was ihn und sein Team im Playout erwartet – auch wenn der Druck aufgrund seiner neuen Rolle noch einmal grösser geworden ist.