Zum Hauptinhalt springen

Leserreaktionen«Ein Corona-Skeptiker darf doch seine Meinung äussern – ohne Repressalien»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zum Interview mit Willy Oggier.

Demonstration gegen die Corona-Massnahmen in Bern.
Demonstration gegen die Corona-Massnahmen in Bern.
Foto: Raphael Moser

Zu «Kein Intensivbett für Corona-Skeptiker»

Auch ein Corona-Skeptiker darf seine Meinung äussern

Nach dem Lesen des Interviews muss ich mich fragen, ob Willy Oggier ein Gewissen hat oder ob er schon mal etwas vom hippokratischen Eid (Arztgelöbnis) gehört hat. Ich war während über 30 Jahren aktiver Fallschirmspringer, ich bin ca. 3’000 mal freiwillig aus einem Flugzeug gesprungen. Mit anderen Worten: Ich habe etwas gemacht, was nicht der Normalität entspricht. Hätte ich mich dabei einmal verletzt und ein Mensch wie Willy Oggier hätte über mein Schicksal entscheiden müssen, wäre ich höchstwahrscheinlich nicht gerettet und gepflegt worden – da selbstverschuldet. Ein Corona-Skeptiker darf in der freien Schweiz doch seine Meinung äussern, ohne dabei solche Repressalien fürchten zu müssen.

Urs Lehmann, Belp

Zu «Kanton hat beim Polizeizentrum nachgerechnet»

29 Millionen Planungskosten

Wann reicht’s? 29 Millionen Steuerfranken soll das neue Polizeizentrum in Niederwangen also kosten. Wohlverstanden – nur die Planung! Nicht auszudenken, was während der Ausführung alles auf uns zukommen wird. Wenn sich ein Architekt ein ganzes Jahr nur mit diesem Projekt beschäftigt und ein Jahressalär von einer halben Million kassiert, plant er also satte 60 Jahre daran. Man rechne: Mit einem Team von 10 Leuten mit gleichem Jahressalär werden also sechs volle Jahre nur verplant. Bauleitung, Kostenkontrolle, Planrevisionen, Bauabrechnung und Garantieüberwachung wohl noch nicht eingerechnet.

Jörg Streich, Unterseen

Zu «Jungfreisinnige wollen Kirchen stoppen»

Keine Einschränkung der Meinungsäusserungsfreiheit

Dass ausgerechnet Jungfreisinnige der Kirche einen politischen Maulkorb verpassen wollen, passt so gar nicht zum Credo des Liberalismus. Sollte sich die Kirche dazu nicht äussern dürfen, für was steht dann diese Institution noch? Soll sie zur reinen Folklore verkümmern? Der Jungfreisinn täte gut daran, sich mit Dick Marty, alt FDP-Ständerat, Staatsanwalt und einer der Väter dieser Initiative auseinanderzusetzen. Eine Persönlichkeit, die viel über die reale Welt weiss und das auch der Öffentlichkeit zugänglich macht. Solche Persönlichkeiten braucht die Schweiz und nicht Nebelpetarden aus dem Jungfreisinn. Es würde der Schweiz gut anstehen, wenn ihre wirtschaftlichen Erfolge vermehrt auf Menschenrechten, Umwelt- und Tierschutz fussen würde. Da erwarte ich, dass die Kirche nicht schweigend wegschaut.

Martin von Allmen, Unia Sekretär, Thun

Zu «Deshalb fürchtet die Berner Wirtschaft diese Initiative»

Für Profitmaximierer braucht es klare Regeln

Grosse Umweltschäden und menschenverachtende Arbeitsbedingungen gehören zu einem veralteten, überholten Wirtschaftsliberalismus, der im Endeffekt für alle zu grossen Nachteilen führt. Die Konzernverantwortungsinitiative ist ein wichtiges Zeichen im internationalen Umfeld. Frankreich, Grossbritannien, Holland und Kanada wenden bereits verbindliche Regeln an. Deutschland und die EU sind dabei, diese zu definieren. In einer globalisierten liberalen Wirtschaft müssen Sorgfalt und Haftung selbstverständlich sein. Die meisten Schweizer Firmen, die im Ausland tätig sind, halten sich an die internationalen Standards. Aber für diejenigen die durch systematische Missachtung von Menschenrechten und Umweltschutz weiterhin Profite maximieren wollen, braucht es klare Regeln. Die Initiative ist vernünftig, wirkt ausserdem präventiv und nützt dazu dem guten Ruf der Schweiz.

Denise Jöhr, Boll

3 Kommentare
    Martin Schiess

    freie Meinungsäusserung ist eine Sache, Gefährdung der Gesundheit anderer Menschen eine andere